Auf der Nürburgring Nordschleife mit dem MOTORRAD action team Leben und lernen auf der Ideallinie

"Wer durch die Hölle will, muss verteufelt gut fahren" warb eine Zigarettenmarke in den 80er-Jahren. Der Spruch passt heute genau zum Perfektionstraining des MOTORRAD action team auf der legendären Nürburgring-Nordschleife. In der "Grünen Hölle" treffen sich Lust am Fahren und am Lernen.

Foto: racepixx.de

Plötzlich knistern nur noch die heißen Motoren leise vor sich hin. Ansonsten herrscht nun Stille auf der Nordschleife des Nürburgring. Der Instruktor streift sich den Helm ab, schaut seine Teilnehmer an und greift sich in den Nacken. "Wisst ihr, was das hier ist?" Gestandene Motorradfahrer jenseits der 40 grübeln. "Na, das Lenk-Kopf-Lager" buchstabiert der Instruktor überdeutlich.

Was er damit sagen will: Die richtige Blickführung lässt sich nur praktizieren, wenn man sich auf seinem Motorrad ein wenig bewegt, das Gesicht schön kurveneinwärts wendet, die Augen weit vorausschauen lässt. Meist sind es immer wieder die gleichen Fahr-Fehler: zu kurze Blickführung, zu frühes Einlenken, ungeeignete Sitzposition. Da können auch alte Hasen noch lernen. Der Instruktor kennt Gegenmittel: lange außen bleiben, weit in die Kurve schauen, entspannt fahren.

Nur: Wie sitzt man locker? Und andersherum: Woran erkennt man es, wenn man verkrampft und angespannt ist? Solche Grundlagen samt Übungen gehören für Einsteiger und Aufsteiger zum Perfektionstraining des MOTORRAD action team auf der 20,83 Kilometer langen Nürburgring-Nordschleife. Keine graue Theorie, sondern Fahr-Erlebnisse mit 73 Kurven pro Runde auf der anspruchsvollsten permanenten Rennstrecke der Welt.

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Foto: markus-jahn.com

Die Nordschleife, die Strecke aller Strecken zwei Tage exklusiv

An zwei Tagen haben Teilnehmer und Instruktur die Nordschleife, diese Strecke aller Strecken exklusiv zum Trainieren für sich. Man hat gefahrlos viel Platz, kann sogar drehen, um wieder die gleichen Abschnitte zu üben. In der grünen Hölle gelten dieselben Mechanismen wie im Alltag: Wenn die Straße knapp wird, muss man erst recht weit in die Kurve schauen. Auf keinen Fall stur geradeaus auf die Leitplanke, denn dann fährt man genau dorthin.

Ob die Fahrer dies beherzigen, zeigt das Sektionstraining: Jede der maximal acht Teilnehmer großen Gruppen hat einen Streckenabschnitt exklusiv für sich. Dies ist eines der Erfolgsgeheimnisse: kleine Gruppen mit kompetenten Instruktoren koppeln.

Vor dem schnellen und sicheren Fahren steht die elementare Fahrzeugbeherrschung: Geschicklichkeitsübungen, wie etwa Wenden links und rechts rum (was wegen gewohnten Rechtsverkehrs schwerer fällt), möglichst enge Kreise und Achten fahren, Zielbremsungen und ein Wett-Rennen der besonderen Art: so langsam, wie‘s nur eben geht, über 30 Meter zu fahren, ohne die Füße runter zu nehmen: wer als letzter ins Ziel kommt hat gewonnen! Aus dem Spiel mit seinem Motorrad erwächst bessere Fahrzeug-Beherrschung von allein. Solche abgespeicherten Reaktionsmuster können einem vielleicht einmal die entscheidenden Meter retten.

Nach dem Sektionstraining geht es in den nach Fahrkönnen eingeteilten Gruppen nun richtig los: Runden fahren, ohne Gegenverkehr herzhaft am Gas drehen! So wie es "Kenner und Könner" in ihren Trainings von Anfang an machen: Endlich geht es über den ganzen Ring, in einer Linie hinterm Instruktor her. Learning by doing, Umsetzen der Theorie in der Praxis.

Jeder tastet sich an seine Schräglagen-Grenzen heran, kommt bald automatisch tiefer. Die Knie dürfen auf die Erde, müssen aber nicht. Entspannter schnell macht auch schneller entspannt. Ein tolles Gefühl, wenn an bestimmten Passagen das Vorderrad leicht wird und vielleicht abhebt! Die Anspannung weicht dem Stolz und der Zufriedenheit über das gemeinsam Erreichte, Erfahrene und Erlernte.

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"Wer am Kurveneingang Kredit aufnimmt, zahlt am Kurvenausgang."

Ab der zweiten Runde stellt sich meist der berühmte Flow ein, Fahren im individuell perfekten Fluss. Nach maximal drei Runden am Stück, bis zu 63 Rennstrecken-Kilometern (!), folgen 30 Minuten Pause, danach geht es wieder aufs Motorrad. So kommen am Tag 240 bis 270 Minuten Fahrzeit zusammen! Auf einer weltbekannten Strecke, wo eine einzelne Runde à maximal 15 Minuten bei den übers ganze Jahr möglichen Touristenfahrten schon 27 Euro kostet – ganz ohne Training und Instruktor, der auf jeden einzelnen Teilnehmer persönlich eingeht.

Jeder Instruktor ist ein alter Hase, kaum einer ist weniger als 15 Jahre beim MOTORRAD action team. Immer wieder mit dabei: Ring-Legende Helmut Dähne, mit seinen 7:49,71 Minuten ewiger Rundenrekordhalter. Hohes Niveau und extreme Streckenkenntnis, tausende Runden, zahlen sich auf dem Ring extrem aus. Aber jeder fängt mal klein an. Von Runde zu Runde fahren die Teilnehmer flüssiger. Immer besser treffen sie die Linie, ihr Tempo wächst . Erst kommt schön, dann schnell - obwohl es Nordschleifen-Neulingen unmöglich ist, in zwei Tagen die gesamte Strecke und jede blinde Kurve auswendig zu lernen. Aber irgendwann reagiert jeder Teilnehmer intuitiv richtig.

Weit ausholen; gleichmäßige Bögen weich und sicher fahren, Kurven hinterschneiden: Am Beginn der Kurve bleibt man möglichst lange weit außen, und lenkt spät ein. Den Scheitelpunkt in Richtung Kurvenausgang zu verlegen, gibt Sicherheit. "Wer am Kurveingang fahrerisch Kredit aufnimmt, muss am Kurvenende zahlen."

Unabhängig vom Erfahrungsstand sind hier alle gleich: Motorradfahrer, die ihr Fahrkönnen verbessern und dabei etwas Besonderes erleben wollen. Diesmal waren es 241 Fahrer/innen aus diversen Ländern. Sie haben im Laufe von zwei Tagen gelernt, anspruchsvoll und gut durch die grüne Hölle zu pfeilen. Das nehmen sie mit, haben von nun an auch auf der Straße mit Sicherheit noch mehr Fahrspaß. Verteufelt gut durch die Hölle, für himmlische Erlebnisse.

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Infos und Termine: 2015 noch dabei sein

Mehr Erlebnis auf zwei Rädern geht kaum, als Hatzenbach, Kesselchen, Döttinger Höhe & Co.! Im Sommer 2015 stehen noch zwei Trainings auf der legendären Nürburgring-Nordschleife an: Am 20./21. Juli 2015 und am 11./12. August 2015.

Beide Nordschleifen-Trainingstermine richten sich sowohl an Einsteiger, an Aufsteiger wie auch an Könner. Möglich machen dies zeitlich getrennte Gruppen für Nordschleifen-Neulinge und Ring-Genießer einerseits sowie Ring-Routiniers bzw. Nordschleifen-Spezialisten andererseits. An Nordschleifen-Ersttäter (nicht jedoch an Fahr-Anfänger!) richtet sich das Training mit Rahmenprogramm wie Vorträgen und akribischem Sektionstraining. Sie benötigen ein straßenzugelassenes Motorrad ab 48 PS, um rund 600 Ring-Kilometer abzuspulen.

Nordschleifen-Kenner starten ihren Fahrtag sofort hinterm Instruktor, verzichten auf Sektionstraining. Sie kommen auf 700 bis 1000 geführte Ring-Kilometer! Dies ist also nur etwas für echte Könner mit nachweislicher Erfahrung auf dieser ganz besonderen Strecke. Erforderlich ist dafür ein straßenzugelassenes Motorrad ab 80 PS. Freies Fahren ohne Instruktor ist beim MOTORRAD action team nicht mehr möglich.

Das Zweitages-Training im August 2015 kostet 990 Euro inklusive Streckenmiete, Betreuung durch Profi-Instruktoren, Verpflegung während des Trainings und drei Abendessen; nicht inbegriffen sind Kraftstoff und Übernachtung (Dorint Hotel Nürburg: ab 71 Euro pro Person/Nacht).

Beim Juli-Termin gilt "Ring pur" ohne Abendessen für 890 Euro, als Eintages-Training für nur 499 Euro. MOTORRAD-HELDEN (Abonnenten) bekommen 100 Euro Rabatt, sind also ab 399 Euro dabei.

Vor Ort sind der Metzeler Reifendienst, der Öhlins-Fahrwerks-Service, X-Lite-Helm-Spezialisten und technischer Support.

Infos und Buchung: Tel. 0711/182-1977, www.actionteam.de.

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