Motorradtraining/Instruktoren-Tipps (Teil 16) Bremsassistent

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Bremsentraining mit ABS? Obwohl die Elektronik bereits alles kann, was Fahrer herkömmlicher Motorräder mühsam lernen müssen, nämlich die Reifenblockiergrenze selbst ertasten. Wir meinen ja. Auch wenn ABS-Fahrer theoretisch einfach zupacken können, bis die Fuhre steht. Dass die Praxis viel ungemütlicher sein kann, wissen alle, die bereits eine Vollbremsung aus dreistelligen km/hSphären bis in den Regelbreich erlebt haben. Eine Notbremsung mit gnadenlosem Durchreißen aller Hebeleien. Wo der Reifen zu wimmern, das Motorrad zu schlingern und womöglich noch der Antriebsstrang zu schlagen beginnt, weil man in der Aufregung vergessen hat, die Kupplung zu ziehen.
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Und fast die Arm- und Handkraft ausgehen, weil Körperabstützung und Hebelzug auf Dauer viel mehr Kraft als erwartet rauben. Läuft das alles noch auf Belägen mit unterschiedlichem Haftungsvermögen ab, ist das System mit vielen Regelintervallen heftigst gefordert. Notbremsungen sind auch mit ABS kein Kindergeburtstag. Zeichnen Sie deshalb Ihre Bremspunkte auf ein stilles Asphaltstück und simulieren Sie den Ernstfall. Und Sie werden merken, dass Übung auch ein elektronisch kontrolliertes Bremsmanöver deutlich verkürzt. Lernen Sie Ihre Bremse kennen, spüren Sie die Regelintervalle, die oft heftige Rückmeldung in den Hebeln und gewöhnen Sie sich an den hohen Kraftaufwand. Dann bleiben Sie auch in kritischen Situationen stets Herr/in der Lage.

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