Motorradtraining/Instruktoren-Tipps (Teil 9) Immer langsam

Foto: Gargolov
Erst ab zirka 25 km/h entwickeln die drehenden Räder des Motorrads Kreiselkräfte. Der Drehimpuls der Räder wirkt dem grundsätzlich labilen Gleichgewicht des Einspurfahrzeugs entgegen. Bei langsameren Geschwindigkeiten sind die Kreiselkräfte nicht groß genug, um das Zweirad zu stabilisieren. In diesem instabilen Bereich beruht das Gleichgewicht allein auf der Gewichtsverlagerung und den Lenkbewegungen des Fahrers. Das behutsame Lenken und die gleichzeitige Kontrolle von Kupplung, Gas und Bremse stellt auch an erfahrene Motorradfahrer hohe Ansprüche.

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Foto: Brodbeck
Deswegen gehören Übungen im Langsamfahren zu jedem guten Training. Eine einfache und effektive Übung ist Schrittfahren geradeaus. Mit Kreide oder halben Tennisbällen markiert man sich eine enge Gasse oder später auch einen kleinen Slalom. Erster Gang, Kupplung schleifen lassen, Blick weit voraus und nur mit der Fußbremse das Tempo regulieren. Dabei immer locker bleiben! Aber Finger weg von der Vorderradbremse. Eine stabile, jedoch waagerechte Lage des Motorrads ist nicht unser Übungsziel!

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