Parts and Products: Intermot 2010 Bekleidungs- und Zubehör-Neuheiten der Intermot
PS präsentiert die Neuheiten der Intermot in Sachen Bekleidung und Zubehör.
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Wer mit gierigen Blicken auf der Intermot nach Neuheiten suchte, musste sich bisweilen etwas umgewöhnen. Beispielsweise bei Schuberth. Entgegen dem bisherigen Portfolio der Magdeburger, das vor allem Touren- und Klapphelme enthielt, präsentierte der deutsche Hersteller auf der Intermot einen reinrassigen Sporthelm. Der SR 1 basiert auf dem Prototypen, den Schuberth speziell für Michael Schumachers Motorrad-Renneinsätze entwickelt hat (PS 7/2008). Die Serienvariante des nur fünfmal produzierten Schumi-Helms "Race" wiegt laut Hersteller um die 1300 Gramm und wartet mit einigen interessanten Details auf.
Die Außenschale besteht aus der bereits bekannten glasfaserverstärkten Duroplast-Matrix S.T.R.O.N.G.-Fibre, als Innenfutter kommt Coolmax zum Einsatz, das zugunsten der Hygiene Silberionen enthält.
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An der Helm-Vorderseite sorgt außer der üblichen Stirn- und Visier-Innenbelüftung eine zusätzliche, dreifach einstellbare Kinnbelüftung für Frischluft unterm Helm. Je nach Einstellung transportieren die Belüftungslöcher die Luft ins Helminnere oder an der Helmschale entlang. Ebenfalls neu: Über zwei kleine Klappen im hinteren seitlichen Bereich des Helms lässt sich die Lautstärke des Helms variieren. Dieses Feature entwickelte Schuberth in erster Linie für Sportpiloten, die sich ein etwas stärkeres akustisches Feedback von ihrem Motorrad wünschen.
Ein einstellbarer Spoiler am Heck rundet die Innovations-Liste ab. Der SR 1 wird ab März 2011 in den Läden stehen und ab 599 Euro zu haben sein. Eine interessante Neuentwicklung präsentierte auch Uvex. Mit einer ins Visier integrierten, per Knopfdruck tönbaren LCD-Folie möchte der Helmhersteller sein Image als Vorreiter in Sachen Visiertechnologie bestärken. Die Folie, die in ähnlicher Weise in jedem Taschenrechner die Zahlen anzeigt, reagiert über eine Fotozelle auf die äußeren Lichtbedingungen und dunkelt das Visier von 25 auf 65 Prozent ab. Wahlweise kann der Pilot per Knopfdruck auch selbst eingreifen. Da sich der gummierte Aufsatz, der Akku, Elektronik und Bedienknopf enthält, auf der Innenseite des Helms befindet, muss der Fahrer dazu jedoch das Visier öffnen. Der Akku hält laut Uvex sechs Stunden und muss folglich bei Mehrtagestouren regelmäßig per USB-Kabel geladen werden.
Als Dritter im Bunde präsentierte die französische Helmmarke Shark zwei neue sportliche Produkte für 2011. Außer dem Vision-R, der mit einem extragroßen Visierausschnitt ein besseres Sichtfeld ermöglichen soll, ist für Sport-fahrer vor allem der Race-R interessant. Zu den Highlights des Helms, der das bisherige Topmodell RSR2 ersetzt, zählen ein ebenfalls etwas vergrößertes Sichtfeld sowie ein spezielles Visier, das auch bei extremen Kopfhaltungen eine verzerrungsfreie Sicht gewährleisten soll.
Ein zweiteiliger Spoiler hilft, den Helm ruhig zu halten und die Verwirbelungen der Kopfentlüftung zu optimieren. Die Außenschale des Race-R besteht aus einer Karbon-Aramid-Mischung, das Gewicht beziffert Shark mit 1450 Gramm. Eine weitere Neuheit im Helmbereich zeichnet sich seit kurzem vor allem in der Profiracer-Szene ab: Immer häufiger tragen MotoGP-Piloten in ihren Helmen kleine Mützchen. Die weißen Baumwoll-Caps, die beispielsweise von Falappa vertrieben werden, sollen die Hygiene verbessern und bei starkem Schwitzen ein Verrutschen des Helms verhindern.
Auch von Held gibt es Neues zu berichten: Die deutsch Firma legt den Akira Sporthandschuh wieder auf. Das Teil kostet 149 Euro und soll Kunden ansprechen, denen der kevlarunterlegte Phantom zu steif oder zu teuer ist. Insgesamt zeigte die Intermot im Bekleidungsbereich wenig wirklich Interessantes. Vermutlich warten einige große, vor allem italienische Hersteller bis zur Mailänder Eicma Anfang November damit, ihre Neuheiten zu präsentieren.
Bei den Anbauteilen sorgte vor allem Mizu für überraschte Minen. Die Hilzinger präsentierten eine Schwingenverlängerung für diverse Suzuki-Modelle, die den Radstand um 8 bis 15 Zentimeter streckt und die Dragsterszene ansprechen soll. Eine kürzere Variante für den Einsatz auf der Rennstrecke ist bislang nicht geplant.
Eine ganz andere Zielgruppe hat Gilles Tooling im Visier. Die Schweizer Firma entwickelte speziell für Großenduros rund um die BMW GS eine extrem flexible Fußrastenanlage. Die Anlage lässt sich per Exzenter zwölffach verstellen, über die drehbaren Rasten kann der Pilot bei der Fußauflagenfläche zwischen Enduro-Zahn-Muster - auf Wunsch mit gefederter Gummieinlage - und normalem Profil wählen.
Eine weitere schicke Fußrastenanlage präsentierte Rizoma. Die Anlage ist dabei nur Teil eines kompletten Styling-Kits, das die Italiener im Auftrag von Kawasaki für die Z 750 R entwarfen. Zu dem Paket gehören darüber hinaus weitere Teile wie Lenker, Spiegel und Kennzeichenhalter.
Auspuffhersteller Akrapovic entwickelte eine Komplettanlage für die neue ZX-10R, verzichtet ansonsten im Sportbereich aber auf bahnbrechende Neuheiten. Stattdessen steht fürs nächste Jahr eine Markterweiterung in den Bereichen Auto, Scooter und Custombike auf dem Programm.