Alpen-Masters 2016: So testet MOTORRAD.

Alpen-Masters 2016, Teil 1: So testet MOTORRAD So testet MOTORRAD

Für das Alpen-Masters haben die Tester besondere Messmethoden und Testverfahren entwickelt, welche die speziellen Anforderungen bei Passfahrten widerspiegeln sollen.

Foto: www.factstudio.de
Alpen-Masters 2016: So testet MOTORRAD.
Alpen-Masters 2016: So testet MOTORRAD.

Erst die Arbeit, dann das Vergnügen: Sicher ist das Fahren in den Alpen für das Test-Team der angenehmere Teil des Alpen-Masters, doch vor der Kür gibt es nun mal die Pflicht, nämlich der obligatorische Messtag auf dem Flughafengelände in Neuhausen ob Eck. Heißt im Klartext: Von morgens bis abends Messgeräte justieren, Fahrwerke einstellen, um Pylonen wedeln, Protokolle anfertigen. Wobei hier hauptsächlich einer schwitzen muss, nämlich Testfahrer Karsten Schwers. Er hat die Aufgabe, alle Maschinen beladen mit Sozius möglichst schnell und gleichmäßig durch Pylonenparcours und Kreisbahn zu bugsieren, das erfordert neben Körperbeherrschung höchste Konzentration, schließlich sind es unterm Strich etwa 100 Durchläufe im Parcours und ebenso viele Runden im Kreisel.

Ziel der Übung: Motorräder auf sicherem Terrain in den Grenzbereich zu bringen, um Schwachpunkte von Motoren und Fahrwerken kennenzulernen. Ein Aufwand, der sich lohnt: Immer brachte der synthetische Test aufschlussreiche Erkenntnisse für das Fahren in den Bergen. Grobe Ausfälle und Defekte waren in diesem Jahr – anders als in der Vergangenheit – allerdings nicht zu verzeichnen.

Ein Blick auf die Ergebnistabelle zeigt, dass die SV 650 in der Kategorie Easy Going haushoch überlegen ist, was sie in allererster Linie ihrem deutlichen Leistungsvorsprung verdankt. Das Fahrwerk wirkt hingegen eher lasch. Die Honda setzt in der Kreisbahn recht früh am Ausleger des Seitenständers auf. Im Rondell, wo Leistung keine Rolle spielt, können die kleinen 300er mit viel Schräglagenfreiheit ganz gut gegenhalten.

In der Klasse Naked Bikes kämpfen die vier Teilnehmer eher auf Augenhöhe und auf einem höheren Niveau. Selbst die leistungsmäßig hinterher hinkende 690 Duke bringt es auf ordentliche Werte, wenn auch ihr Fahrwerk im Zweipersonenbetrieb arg weit einknickt. Hinten bleibt beladen kaum noch Restfederweg, die Maschine hängt knapp vorm Anschlagpuffer. Ähnliches gilt auch für die Brutale 800, die wegen des harten Ansprechens ihres Dreizylinders zudem schwierig zu steuern ist. Sehr fein hängen hingegen Monster und Speed Triple am Gas, die mit guten Fahrwerken und kraftvollen Motoren recht ähnliche Messwerte produzieren.

Die weiteren Messwerte des Alpen-Masters werden in den Bergen ermittelt. Dazu gehört der bei Passfahrten sehr wichtige Verbrauch, aus dem sich in Kombination mit dem Tankvolumen die Reichweite ergibt. Zu beachten: Im Gebirge ist das Tankstellennetz oft dünn, auch sind in Italien viele Tankstellen über Mittag geschlossen. Zwei spezielle Messwerte berücksichtigen das bergige Relief: Der Durchzug im zweiten Gang wird an einer 14-prozentigen Steigung von 25 auf 75 km/h mit Sozius ermittelt, dagegen wird der Durchzug im sechsten Gang von 50 auf 100 km/h wie im Flachland solo gemessen, aber in rund 2000 Meter Höhe, wo Motoren schon an Leistung verlieren können.

Wenn Sie die von uns ermittelten Messwerte (Handling-Parcours- und Beschleunigungswerte) möchten, können Sie den Artikel als PDF zum Download kaufen.

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