Eine weitere Besonderheit, welche sich die Ducati 899 Panigale mit der 1199 teilt: Der V2-Motor ist mit tragender Funktion in das Monocoque-Chassis integriert.

Ducati-Neuheit: Ducati 899 Panigale, Ducati Diavel und Ducati Scrambler Kleine Schwester

Nach der 1199 Panigale kommen der kompakte Superquadro-Twin und das Monocoque in der 899 Panigale.

 

Die 999 hatte die 749 zur Schwester, die 1198 die 848 und die 1199 Panigale?
Auch das aktuelle Superbike von Ducati bekommt den dazugehörigen und technisch entsprechenden kleinen Supersportler an die Seite. Ab 2014 steht die 899 Panigale im Ducati-Store, für all jene Bologna-Fans, denen das 1199er-Superbike entweder zu teuer oder
mit seiner mächtigen Leistung und vor
allem für die Rennstrecke konzipierten Leistungs­abgabe zu bissig ist. Ansonsten darf man sich auch bei der 899 auf allerlei
feine Technik freuen, denn die kleine Schwester verfügt zum Beispiel über das gleiche Elektronikpaket wie das Superbike. Sowohl der Quick-Shifter, als auch die
drei Fahrmodi Race, Sport und Wet, das Race-ABS, die Traktionskontrolle und sogar die einstellbare Motorbremse sind in der 899 eingebaut. Vorbereitet ist die neue Ducati auch für das DDA, das hauseigene Data-Recording.

Beim Chassis unterscheidet sich die
899 von ihrer 848er-Vorgängerin natürlich ebenso, denn wie beim Superbike ist
der Motor tragendes Element, was dazu beiträgt, dass sich das Gewicht der Baby-Panigale im Rahmen hält. Trocken gibt Ducati 169 Kilogramm für den Supersportler an, vollgetankt und mit ABS sollen es 193 Kilo sein – das sind drei Kilo weniger, als wir bei der Standardversion der 1199 jüngst gemessen haben.

Etwas enttäuscht dürften Ästheten auf die Zweiarm-Schwinge der 899 reagieren, denn ihre Vorgängerin verwöhnte mit einer teuren, weil technisch schwieriger zu realisierenden Einarm-Schwinge. Über den Preis für die 899 schweigt sich Ducati zwar noch aus, dass man in Bologna aber zu dieser Lösung gegriffen hat zeigt, wie scharf auf den Kundenendpreis geachtet wird. Und so müssen Kompromisse her, wenn an anderer Stelle kostenintensive Technik der 1199 zum Einsatz kommt. Allerdings ist die Aluguss-Schwinge recht ansehnlich gelungen. Ein Preis um die 15 000 Euro sollte nicht überschritten werden, um der 899 entsprechend Käufer zu bescheren.

Doch weiter im Programm der neuen Supersport-Waffe: Die 43-mm-Showa-Gabel besaß schon die 848. In der 899 Panigale kommt die voll einstellbare Big Piston-Variante von Showa zum Einsatz, die einen Federweg von 120 Millimetern bietet. Der Lenkkopfwinkel ist minimal steiler (0,3 Grad), der Nachlauf schrumpfte um einen Millimeter, der Radstand gegen-
über der 848 um vier Millimeter. Am Heck dämpft ein voll einstellbares Sachs-Federbein mit 130 Millimetern Federweg, das wie bei der 1199 rechts außen horizontal eingebaut ist. Laut Ducati verteilt sich das Gewicht zu 52 Prozent auf die Front und zu 48 Prozent aufs Heck. Zusammen mit dem 180/60 ZR 17-Hinter-reifen von Pirelli auf leichtem Alu-Zehnspeichen-Rad sugge­rieren diese Zahlen ein agiles Motorrad.

Eine echte Neukonstruktion ist der Motor der 899 Panigale, der 148 PS leisten und ein Drehmoment von knapp 100 Nm haben soll. Näheres zur Technik des kurz-
hubigen L-Twins steht im Kasten oben. Eingefangen wird die Power nicht nur durch die komplexe Elektronik, sondern vor allem durch die radial montierten Brembo-Bremsen, die sich vorn mit abschaltbarem ABS in 320-mm-Scheiben verbeißen. Glänzt die 1199 noch mit einem fein auflösenden digitalen Display in Farbe, muss die 899 mit einem Schwarz-weiß-Screen auskommen. Das erste Mal testen werden wir das Bike schon Anfang Oktober in Imola – die Vorfreude ist natürlich gewaltig.

Scrambler

Wer es etwas legerer und mehr retro mag, aber trotzdem für italienische Motorräder schwärmt, könnte bei Ducati bald das Richtige finden. Die Sport Classic galt zwar als Flop, aber ihr Scheitern vor acht Jahren wird hauptsächlich einem schlechten Timing zugeschrieben, als die Lust der Kunden auf Retro-Bikes noch nicht geweckt war. Das endgültige Aussehen der Neuauflage ist natürlich noch nicht bekannt, aber die Hinweise mehren sich, dass in Bologna an einem neuen Retro-Bike gearbeitet wird, das sich sehr am legendären Einzylinder-Königs­wellen-Scrambler aus den 1960er-Jahren orientiert. Ducati hat sich das Wort „Scrambler“ bereits im März diesen Jahres als Trademark schützen lassen, und dass es in diese Richtung geht, ist kein Wunder. Die 250er, 350er und 450er von einst erfreuen sich gegenwärtig großer Beliebtheit nicht nur bei Sammlern, sondern sprechen auch die Café Racer-Szene und mehr an. Preise von locker über 10 000 Euro für ein Original könnten Kunden auch auf ein neues Fahrzeug locken, dass zudem technisch zuverlässiger und in Sachen Leistung deutlich stärker wäre. Quellen rund um Bologna sprechen konkret vom 796er-Twin aus der Monster-Familie, der 87 PS leistet. Auf der Suche nach Neukunden könnte so ein Retro-Bike die Modellpalette unterhalb der Monster-Familie anreichern, die künftig offensichtlich (siehe PS 9/2013) erheblich sportlicher wird. Ob so ein Scrambler-Modell, wie es unsere Computer-Grafik zeigt, schon auf der Eicma im November stehen wird, ist noch sehr fraglich. Viel wahrscheinlicher für die Premiere ist wohl die Intermot 2014. Damit käme das Bike dann im Frühjahr 2015 zu den Händlern.

Diavel-Update

Bedeutend weiter ist die nächste Stufe der Diavel, die Ducati neben eingefleischten Fans seit Erscheinen 2011 ein ganz neues Klientel beschert hat. Unser Spy-Shot zeigt die große 1200er mit anderem Auspuff und etwas unauffälligeren Kanten im Tankbereich als bei der aktuellen Diavel. Der Motor wird neu abgestimmt, weshalb wohl ein neuer Auspuff entwickelt wird. Auch zu sehen: Die nächste Diavel könnte eine „Verkleidung“ in Form einer „Fly-Screen“, also einem Windschild oder Scheibe haben.

Von einer kleinen Diavel gibt es da-
gegen noch kein Lebenszeichen. Der Power Cruiser wurde mehrmals schon in Verbindung mit dem kleineren Testastretta wie in der 848 Evo gebracht.

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