Neuheiten: Der Paparazzo Neuheiten 2014 aus dem Hause Triumph

Triumph testet Modelle des nächsten Jahrgang. Street Tracker auf Bonneville-Basis. Klassik-Linie mit neuem Rahmen. Tiger 1050 wird sowohl sportlicher als auch tourentauglicher. Weitere Modellvarianten der Thunderbird geplant.

Foto: bmh-images

Kaum hat das Jahr 2013 begonnen, gibt es schon erste Neuheiten des Jahres 2014 zu vermelden. Unabhängig voneinander hatten zwei Neuheiten-Paparazzi Jagdglück und konnten die Triumph-Testmannschaft bei Fahrten in Nordspanien fotografisch „begleiten“. Ihre Ausbeute zeigt vor allem eines: Die Überarbeitung beziehungsweise Erneuerung der Klassik-Linie, von verschiedenen Triumph-Sprechern in letzter Zeit immer mal wieder vage angedeutet, ist in vollem Gang.

Gleich zwei Versuchsträger auf der Basis der Bonneville T 100 gerieten den Fotografen vor die Teleobjektive. Die auffälligere ist sicherlich die mit Komponenten aus dem Supersport-Segment aufgebaute Variante. Upside-down-Gabel und radial verschraubte Bremszangen lassen dieses Motorrad aussehen wie eine englische Variante des geplanten Sport-Klassikboxers von BMW. Hinten sind zwei hochwertige Öhlins-Federbeine mit Ausgleichsbehälter montiert, die sportliche Note des Motorrads wird durch eine Zwei-in-zwei-Auspuffanlage von Arrow, dem Hauslieferanten von Triumph, unterstrichen. Die Modellbezeichnung für diesen Entwurf hat sich Triumph nach Auskunft eines britischen Kollegen bereits schützen lassen: Street Tracker. Die Rahmen der Street Tracker und der wie ein Serienmotorrad wirkenden T 100 sind heftig modifiziert: im Lenkkopfbereich kürzer als der Standardrahmen, der Lenkkopf selbst steht steiler. Unterhalb der vorderen Motorhalterung sind die beiden Unterzüge einfach abgesägt; ihre Funktion übernimmt jetzt zur Gänze der Motor.

Apropos Motor: Weil es in Großbritannien jedem möglich ist, anhand des Kennzeichens Fahrzeugdaten zu erhalten, fand der schon erwähnte englische Kollege heraus, dass die Tracker mit 865-cm³-Motor zugelassen ist, dem Standard-Hubraum der Klassik-Linie von Triumph. Offenbar gibt die Zulassungsbehörde den Herstellern aber auch die Möglichkeit, die Rechercheure mit falschen Daten zu verwirren. Denn die ersten Prototypen der Thunderbird standen ebenfalls mit 865 cm³ im Register. Knapp das Doppelte wäre richtig gewesen. Der Hubraum der neuen Klassiker bleibt also vorerst ein Mysterium. Fest steht, dass er größer werden soll und dass Tuningversionen des aktuellen Motors bei 904 cm³ ans Limit dessen kommen, was mit der ansonsten unveränderten Grundkonstruktion möglich ist.

Ein 1000er-Satz aus den USA erfordert schon aufwendige Bearbeitungen des Zylinderblocks und des Kurbelgehäuses sowie krude Lösungen wie Kolben, die über dem Pleuel seitlich nach außen versetzt sind, damit wegen der großen Bohrung der stabilitätsfördernde Steuerkettenschacht zwischen den Zylindern nicht zu sehr geschwächt wird. Was in der Zusammenfassung bedeutet, dass Triumph den Motor in Serie tief greifend umkonstruieren müsste, wenn die Klassik-Baureihe viel mehr als 900 cm³ Hubraum erhalten würde. Das ist momentan eher unwahrscheinlich.

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Foto: bmh-images

Triumph Tiger 1050 Sport

Der Neuheiten-Paparazzo hätte dieses normal wirkende Motorrad beinahe passieren lassen, ohne es zu fotografieren. So sehr war er an den Anblick wild getarnter Prototypen gewöhnt und darauf fixiert. Das zeigt die Nachteile der einen und der anderen Strategie: Die Tarnung macht einen Prototyp auffälliger als ein normal lackiertes Outfit, wenn aber jemand den wahren Status eines nur vermeintlichen Serienmotorrads erkennt und es ablichtet, dann liegen gleich die Tatsachen auf dem Tisch. Hier zeigen sie, in welcher Art Triumph die Tiger 1050 zur Konkurrenz der Ducati Multistrada 1200 umbaut: mit neuen Verkleidungsflanken vorn, geänderter Heckverkleidung und modifizierten Scheinwerfern. Fahrwerksseitig sind größere Änderungen vorgesehen - die Tiger Sport trägt eine neue Gabel und überraschenderweise eine Einarmschwinge, die sie wohl von der Speed Triple übernommen hat.

Ein zweites, aus zu großer Entfernung aufgenommenes und daher unscharfes Foto zeigt die Tiger Sport mit Koffern und einem Topcase, die dem neuesten Gepäcksystem von Triumph entstammen. Es bietet mehr Stauraum, als bisher für die Tiger 1050 angeboten wurde. Entgegen der Modellbezeichnung könnte die Tiger Sport damit sogar die Sprint GT ablösen.

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Foto: bmh-images

Triumph Thunderbird Storm

Zielwechsel: War die bisherige Thunderbird ihrer Art und Ausstattung nach gegen die Harley-Davidson Fat Bob gerichtet, so scheinen diese Testmaschinen die teureren Fat Boy und Road King ins Visier zu nehmen. Sie wurden auch des Öfteren mit diesen beiden Harley-Modellen zusammen gefahren und verglichen. Die nackte Thunderbird trägt einen anderen Lenker, Trittbretter statt Fußrasten und eine andere Gabel sowie neue Räder. Ihr Vorderrad wurde nicht nur im Design, sondern auch in der Dimension geändert; es ist kleiner im Durchmesser, aber breiter. Ebenfalls neu sind die Federbeine; ein linksseitig montierter Federwegsensor soll offenbar Daten für die Verfeinerung der Abstimmung liefern.

Klassische Drahtspeichenräder und lange Kotflügel besitzt die zweite Thunderbird-Variante, die überdies mit dem von Triumph bereits angebotenen Zubehör zum Tourer hochgerüstet wird. In beide Prototypen war der 1700er-Motor der Thunderbird Storm eingebaut, was nicht heißt, dass der 1600er über kurz oder lang gänzlich abgelöst wird. Wegen der höheren
Belastung ist es bei Tests sinnvoll, die stärkere Antriebsvariante einzusetzen.

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