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Suzuki Intruder C 1500 T.

Suzuki Intruder C 1500 T

Schwarz, massig, schön. Die neue Suzuki Intruder C 1500 T kommt ausgesprochen dunkel daher, ist von opulenter Statur und sieht dabei auch noch verdammt gut aus. Was man nicht sehen kann: Trotz vieler, vieler Pfunde lässt sie sich famos fahren - ganz unabhängig von der Asphaltgüte.

Die ersten Worte nach der Begrüßung sind Eingeständnis und Optimismus zugleich: „Falls es Zweifel gab: Suzuki ist noch da.“ Die Modellpräsentation der Suzuki Intruder C 1500 T ist die erste des Herstellers in diesem Jahr. Dass die Japaner weiter mitmischen wollen, ist sehr erfreulich. Ebenso wie das Wetter rund um die portugiesische Algarve-Küste. Folgten in den vergangenen Tagen ein Wolkenbruch dem nächsten, meint es Petrus an diesem Tag gut mit dem schwarzen Ross samt Reiter.

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Fast drei KTM 125 Duke passen in die Kleidergröße

Die Touring-Intruder platziert sich mit ihrem 1462 Kubikzentimeter großen Vau-Zwo in der hauseigenen Cruiser-Palette zwischen der C 800 und der großen M 1800 R. Dass dieses Segment Potenzial bietet, beweist derzeit Harley-Davidson mit tollen Verkaufszahlen.

Die Suzuki Intruder C 1500 T ist schwarz wie die Nacht. Egal, wo das Auge hinstarrt, die dunkelste aller Farben dominiert. Keine schlechte Wahl - passt zum massigen Charakter des Pfundkerls. Das Gemisch aus viel Stahl und zahlreichen Plastikapplikationen hat Übergewicht wie ein Urbayer, der täglich zwei Maß und eine Haxe zum Abendbrot konsumiert. Fast drei KTM 125 Duke passen in die Kleidergröße des 1,5-Liter-Boliden, der 363 Kilogramm wiegt.

Erst mal anmachen und lauschen, ob die Suzuki mit sattem Herzschlag pulsiert? Ja! Das kann sich hören lassen. Damit blamiert man sich auf der Eisdielen-Esplanade nicht. Dumpf bollernd gibt sich der Vierventiler. Aus den am Ende abgeschrägten Ofenrohren wummert es vor allem für die Nachwelt mit ordentlichem Schall. Als Fahrer nimmt man den Beat eher unterschwellig war. Egal, das schont die Gehörgänge. Der Motor verrichtet seine Arbeit gemessen an dessen Ausmaßen vibrationsarm, ohne charakterlos daherzukommen. Im Stand schüttelt es einen auf der Suzuki Intruder C 1500 T nicht hin und her wie in einer Achterbahn, in niedrigen Drehzahlregionen laufen die im Durchmesser 96 Millimeter dicken Kolben spürbar mit Druck auf und ab, ohne zu nerven, bei hohen Drehzahlen dreht das Aggregat seidenweich. Aber wer treibt schon ein Cruiser-Triebwerk, das 131 Newtonmeter in der Spitze leistet, in solche Drehzahlregionen?

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Foto: Jahn
Suzuki Intruder C 1500 T.
Suzuki Intruder C 1500 T.

Puh! Ja, also - wie soll man es sagen? - die Übersetzung des Fünfganggetriebes ist mindestens zwei Nummern zu lang ausgefallen. Wer mit Punch aus engen Kurven surfen möchte, sollte den zweiten Gang eingelegt haben. Das passt nicht wirklich zum entspannten Cruisen. Es sei denn, man mag diese ungewöhnliche Kombination. Auf Nachfrage verweisen die Suzuki-Verantwortlichen auf den nordamerikanischen Kunden, für den die mit Trittbrettern und Schaltwippe versehene Suzuki Intruder C 1500 T abgestimmt worden ist.

Obwohl das genau genommen nicht ganz richtig ist: Der Motor und das leicht zu schaltende Getriebe stammen nämlich aus der nicht mehr zum Verkauf angebotenen M 1500. Das Gleiche gilt für den Doppelschleifenrahmen, den Auspuff und den Kardanantrieb. Wie man es auch wendet: Um die schiere Masse der Suzuki Intruder C 1500 T anständig zu beschleunigen, braucht es hohe Drehzahlen.

Und wo wir schon bei der Kritik sind: Die Vorderradbremse mit Zweikolben-Schwimmsätteln wirkt stumpf. Wer versehentlich zu hastig in eine enger werdende Kurve einbiegt, dem hilft weder ein ABS beim Verzögern, noch hat jeder Fahrer Hände wie Schraubzwingen, um den hohen Bedienkräften der Bremse Herr zu werden. Das Gute daran: Über das Vorderrad abzusteigen, verlangt schon eine gute Portion Hand- und Willenskraft. Die Hinterradbremse der Suzuki Intruder C 1500 T verrichtet ihren Dienst einen Hauch besser, die Dosierung will aber gelernt sein. Auf einen langen Leerweg des Pedals folgt ein recht kurzer Abschnitt, in dem man den Fuß sensibel zwischen behutsamer Korrekturbremsung und voller Verzögerung des Hinterrads einsetzen muss.

Bei Suzuki Intruder C 1500 T alles im XXL-Style

Der Fahrer sitzt auf einem saubequemen Sitzpölsterchen, das ausreichend Spielraum für unterschiedliche Körperhaltungen ermöglicht. Ansonsten ist bei der Suzuki Intruder C 1500 T alles XXL-Style: breiter Lenker, breiter 18-Liter-Tank und breit gespreizte Beine, die auf breiten Trittbrettern abgestützt werden. Alles zusammen ergibt dennoch eine komfortable, cruisertypische Ergonomie. Gegen eine längere Etappe ohne Zigarettenpause ist also nichts einzuwenden. Zumal der nicht verstellbare Windschild fast einer Windschutzscheibe ähnelt und bei einer Größe von 1,78 Meter bis 120 km/h einen prima Windschutz ohne Verwirbelungen bietet. Erst oberhalb dieser Geschwindigkeit wird es ein wenig turbulent. Flottes Fahren fällt mit der mittleren Intruder ziemlich leicht - und das trotz der opulenten Statur. Warum?

Foto: Jahn
Geschwindigkeitsanzeige analog, Benzinuhr, Tripmaster und Ganganzeige digital - ein Drehzahlmesser fehlt leider ganz.
Geschwindigkeitsanzeige analog, Benzinuhr, Tripmaster und Ganganzeige digital - ein Drehzahlmesser fehlt leider ganz.

Das Fahrwerk und die Federelemente sind exzellent abgestimmt. Egal, ob langsames Gleiten auf topfebenem Asphalt erster Güteklasse oder dynamisches Kurvenwetzen über eine besorgniserregende Vielfalt an Schlaglöchern und Bodenwellen: Die Suzuki Intruder C 1500 T bleibt auf Kurs. Das ist so toll, dass man mitunter vergisst, wie viel Pfunde man gerade durch die Landschaft treibt.

Die Handlichkeit ist beinahe phänomenal. Der niedrige Schwerpunkt, der breite Lenker und der 200er-Bridgestone Exedra-Pneu ermöglichen sogar ein sehr zackiges Umlegen des Motorrads. Da ist man ziemlich baff, was mit einer ausgeklügelten Fahrwerksgeometrie alles möglich ist. Außerdem lassen die vergleichsweise hoch montierten Trittbretter ordentliche Schräglagen zu, bevor die Nippel Furchen in den Teer zaubern. Da kann man den Fahrwerkskonstrukteuren nur gratulieren. Mit einer moderneren Bremsanlage und einer kürzeren Übersetzung wäre die ab sofort für stattliche 13 590 Euro erhältliche Suzuki Intruder C 1500 T ein echter Geheimtipp am Cruiser-Touring-Horizont. Schön ist auf jeden Fall, dass der japanische Hersteller sein Modellportfolio wieder erweitert und verjüngt. Suzuki ist also wieder da.

Foto: Jahn
Die Koffer mit Einschlüsselsystem fassen je zirka 25 Liter und fünf Kilogramm.
Die Koffer mit Einschlüsselsystem fassen je zirka 25 Liter und fünf Kilogramm.

Technische Daten

Motor
Wassergekühlter Zweizylinder-Viertakt-54-Grad-V-Motor, je eine obenliegende, kettengetriebene Nockenwelle, vier Ventile pro Zylinder, Kipphebel, Nasssumpfschmierung, Einspritzung, Ø 42 mm, geregelter Katalysator mit Sekundärluftsystem, Lichtmaschine 435 W, Batterie 12 V/18 Ah, mechanisch betätigte Mehrscheiben-Ölbadkupplung, Fünfganggetriebe, Kardan.
Bohrung x Hub 96,0 x 101,0 mm
Hubraum 1462 cm³
Verdichtungsverhältnis 9,5:1
Nennleistung 58,0 kW (79 PS) bei 4800/min
Max. Drehmoment 131 Nm bei 2600/min

Fahrwerk
Doppelschleifenrahmen aus Stahl, Telegabel, Ø 45 mm, Zweiarmschwinge aus Stahl, Zentralfederbein mit Hebelsystem, verstellbare Federbasis, Scheibenbremse vorn, Ø 330 mm, Doppelkolben-Schwimmsättel, Scheibenbremse hinten, Ø 275 mm, Doppelkolben-Schwimmsattel.
Alu-Gussräder 3.00 x 17; 5.00 x 16
Reifen 130/80 R 17; 200/60 R 16

Maße + Gewichte
Radstand 1675 mm, Lenkkopfwinkel 58,8 Grad, Nachlauf 132 mm, Leergewicht 363 kg, Zuladung 197 kg Federweg v/h 130/108 mm, Sitz-höhe 720 mm, Tankinhalt 18,0 Liter.

Garantie zwei Jahre
Serviceintervalle alle 6000 km
Farbe Schwarz

Preis 13 590 Euro
Nebenkosten 190 Euro

Die ersten Worte nach der Begrüßung sind Eingeständnis und
Optimismus zugleich: "Falls es
Zweifel gab: Suzuki ist noch da." Die Modellpräsentation der Suzuki Intru-
der C 1500 T ist die erste des Herstellers in
diesem Jahr. Dass die Japaner weiter mit-
mischen wollen, ist sehr erfreulich. Ebenso wie das Wetter rund um die portugiesische Algarve-Küste. Folgten in den vergangenen Tagen ein Wolkenbruch dem nächsten, meint es Petrus an diesem Tag gut mit dem schwarzen Ross samt Reiter.
Die Touring-Intruder platziert sich mit ihrem 1462 Kubikzentimeter großen Vau-Zwo in der hauseigenen Cruiser-Palette
zwischen der C 800 und der großen M 1800 R. Dass dieses Segment Potenzial bietet,
beweist derzeit Harley-Davidson mit tol-
len Verkaufszahlen.
Die Intruder ist schwarz wie die Nacht. Egal, wo das Auge hinstarrt, die dunkelste
aller Farben dominiert. Keine schlechte Wahl - passt zum massigen Charakter
des Pfundkerls. Das Gemisch aus viel Stahl
und zahlreichen Plastikapplikationen hat Übergewicht wie ein Urbayer, der täglich zwei Maß und eine Haxe zum Abendbrot konsumiert. Fast drei KTM 125 Duke passen in die Kleidergröße des 1,5-Liter-Boliden, der 363 Kilogramm wiegt.
Erst mal anmachen und lauschen, ob die Suzuki mit sattem Herzschlag pulsiert? Ja! Das kann sich hören lassen. Damit blamiert man sich auf der Eisdielen-Esplanade nicht. Dumpf bollernd gibt sich der Vier-
ventiler. Aus den am Ende abgeschrägten Ofenrohren wummert es vor allem für die Nachwelt mit ordentlichem Schall. Als Fahrer nimmt man den Beat eher unterschwellig war. Egal, das schont die Gehörgänge. Der Motor verrichtet seine Arbeit gemessen an dessen Ausmaßen vibrationsarm, ohne charakterlos daherzukommen. Im Stand schüttelt es einen nicht hin und her wie in einer Achterbahn, in niedrigen Drehzahl-
regionen laufen die im Durchmesser 96 Millimeter dicken Kolben spürbar mit Druck
auf und ab, ohne zu nerven, bei hohen Drehzahlen dreht das Aggregat seidenweich. Aber wer treibt schon ein Cruiser-Triebwerk, das 131 Newtonmeter in der Spitze leistet,
in solche Drehzahlregionen?
Puh! Ja, also - wie soll man es sagen? - die Übersetzung des Fünfganggetriebes ist mindestens zwei Nummern zu lang ausgefallen. Wer mit Punch aus
engen Kurven surfen möchte, sollte den zweiten Gang eingelegt haben. Das passt nicht wirklich zum entspannten Cruisen. Es sei denn, man mag diese un-
gewöhnliche Kombination. Auf Nachfrage
verweisen die Suzuki-Verantwortlichen
auf den nordamerikanischen Kunden, für den das mit Trittbrettern und Schaltwippe
versehene Bike abgestimmt worden ist.
Obwohl das genau genommen nicht ganz richtig ist: Der Motor und das leicht zu schaltende Getriebe stammen nämlich aus der nicht mehr zum Verkauf angebotenen M 1500. Das Gleiche gilt für den Doppelschleifenrahmen, den Auspuff und den
Kardanantrieb. Wie man es auch wendet: Um die schiere Masse anständig zu beschleunigen, braucht es hohe Drehzahlen.
Und wo wir schon bei der Kritik sind: Die Vorderradbremse mit Zweikolben-Schwimmsätteln wirkt stumpf. Wer versehentlich zu hastig in eine enger werdende Kurve einbiegt, dem hilft weder ein ABS beim Verzögern, noch hat jeder Fahrer Hände wie Schraubzwingen, um den hohen Bedienkräften der Bremse Herr zu werden. Das Gute daran: Über das Vorderrad abzusteigen, verlangt schon eine gute Portion Hand- und Willenskraft. Die Hinterradbremse verrichtet ihren Dienst einen Hauch
besser, die Dosierung will aber gelernt sein. Auf einen langen Leerweg des Pedals folgt ein recht kurzer Abschnitt, in dem man
den Fuß sensibel zwischen behutsamer Korrekturbremsung und voller Verzögerung des Hinterrads einsetzen muss.
Der Fahrer sitzt auf einem saubequemen Sitzpölsterchen, das ausreichend Spiel-
raum für unterschiedliche Körperhaltungen ermöglicht. Ansonsten ist alles XXL-Style: breiter Lenker, breiter 18-Liter-Tank und breit gespreizte Beine, die auf breiten Trittbrettern abgestützt werden. Alles zusammen ergibt dennoch eine komfortable, cruisertypische Ergonomie. Gegen eine
längere Etappe ohne Zigarettenpause ist
also nichts einzuwenden. Zumal der nicht verstellbare Windschild fast einer Windschutzscheibe ähnelt und bei einer Größe von 1,78 Meter bis 120 km/h einen prima Windschutz ohne Verwirbelungen bietet. Erst oberhalb dieser Geschwindigkeit wird es ein wenig turbulent. Flottes Fahren fällt mit der mittleren Intruder ziemlich leicht - und das trotz der opulenten Statur. Warum?
Das Fahrwerk und die Federelemente sind exzellent abgestimmt. Egal, ob langsames Gleiten auf topfebenem Asphalt erster Güteklasse oder dynamisches Kurvenwetzen über eine besorgniserregende Vielfalt an Schlaglöchern und Bodenwellen:
Die Intruder bleibt auf Kurs. Das ist so toll, dass man mitunter vergisst, wie viel Pfunde man gerade durch die Landschaft treibt.
Die Handlichkeit ist beinahe phänomenal. Der niedrige Schwerpunkt, der breite Lenker und der 200er-Bridgestone Exedra-Pneu ermöglichen sogar ein sehr zackiges Umlegen des Motorrads. Da ist man ziemlich baff, was mit einer ausgeklügelten Fahrwerks-
geometrie alles möglich ist. Außerdem lassen die vergleichsweise hoch montierten Trittbretter ordentliche Schräglagen zu, bevor die Nippel Furchen in den Teer zaubern. Da kann man den Fahrwerkskonstrukteu-
ren nur gratulieren. Mit einer moderneren Bremsanlage und einer kürzeren Übersetzung wäre die ab sofort für stattliche 13 590 Euro erhältliche Suzuki ein echter Geheimtipp am Cruiser-Touring-Horizont. Schön ist auf jeden Fall, dass der japanische Hersteller sein Modellportfolio wieder erweitert und verjüngt. Suzuki ist also wieder da.
www.motorradonline.de/fahrberichte
Motor
Wassergekühlter Zweizylinder-Viertakt-54-Grad-V-Motor, je eine obenliegende, kettengetriebene Nockenwelle, vier Ventile pro Zylinder, Kipphebel, Nasssumpfschmierung, Einspritzung,
Ø 42 mm, geregelter Katalysator mit Sekundärluftsystem, Lichtmaschine 435 W, Batterie
12 V/18 Ah, mechanisch betätigte Mehrscheiben-Ölbadkupplung, Fünfganggetriebe, Kardan.
Bohrung x Hub 96,0 x 101,0 mm
Hubraum 1462 cm³
Verdichtungsverhältnis 9,5:1Nennleistung 58,0 kW (79 PS) bei 4800/minMax. Drehmoment 131 Nm bei 2600/min
Fahrwerk
Doppelschleifenrahmen aus Stahl, Telegabel,
Ø 45 mm, Zweiarmschwinge aus Stahl, Zentralfederbein mit Hebelsystem, verstellbare Federbasis, Scheibenbremse vorn, Ø 330 mm, Doppelkolben-Schwimmsättel, Scheibenbremse hinten, Ø 275 mm, Doppelkolben-Schwimmsattel.
Alu-Gussräder 3.00 x 17; 5.00 x 16
Reifen 130/80 R 17; 200/60 R 16
Maße + Gewichte
Radstand 1675 mm, Lenkkopfwinkel 58,8 Grad, Nachlauf 132 mm, Leergewicht 363 kg, Zuladung 197 kg Federweg v/h 130/108 mm, Sitzhöhe 720 mm, Tankinhalt 18,0 Liter.Garantie zwei JahreServiceintervalle alle 6000 kmFarbe SchwarzPreis 13 590 EuroNebenkosten 190 Euro

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