Im Test: BMW C 650 GT Abschluss-Zeugnis BMW C 650 GT

Der Gran-Turismo-Roller von BMW, der C 650 GT, soll für die Bayern ganz neue Kunden erschließen.

? Großer Fahrkomfort? Brillante Bremsen? Reichlich Stauraum? Umfangreiche Ausstattung? Seitenständer = Feststellbremse? Stabiles Kurvenverhalten? Gut abgestimmte Variomatik
? Spiegel vibrieren bei
Autobahntempo stark? Schwer aufzubocken
und zu rangieren? Ganz schön teuer
11 450
815 mm
1591 mm
16 Liter
268 kg
Kein Motorrad-
Ersatz! Was nach einem vernichtenden Urteil klingt, ist eine gesunde Selbsteinschätzung der BMW-ler: Bestensfalls sehr wenige Menschen werden den C 650 GT als Alternative zu einem Motorrad, egal
welcher Marke, begreifen. Genauso, wie ein Füllfederhalter kein tauglicher Ersatz für einen Textmarker ist. Mal will oder braucht man das eine, mal das andere. Der C 650 GT verwöhnt seinen Fahrer vom ersten Meter an mit einer bequemen und - in der Highline-Ausstattung - beheizbaren Sitzbank. Sie
moderiert die lässige Haltung, und hinter der elektrisch verstellbaren Scheibe herrscht kaum mehr Windzug als in einem Mittelklasse-Cabrio. Der Motor agiert äußerst geschmeidig, das stufenlose Riemengetriebe sorgt auch hier für den rollertypischen Gedenkmoment zwischen Gasbefehl und Gasgehorsam. Danach allerdings lässt der C 650 GT so ziemlich alle Vierrädrigen hinter sich. Erst bei Tempo 175 ist Schluss. Das Fahrwerk, welches sich in seinen Eckdaten an guten Beispielen aus der Motorradfraktion orientiert, nimmt solche Geschwindigkeiten gelassen zur Kenntnis und führt den 650er über alle Widrigkeiten stabil hinweg. Sogar vor Schräglagen hat der Touri-Roller überraschend wenig Respekt: Bis die Angstnippel des Hauptständers kratzen, muss man schon ganz schön zügig durch
Kurven ballern. Insgesamt drei ABS-bewehrte Scheibenbremsen fangen den Brocken zuverlässig wieder ein, wenn sie sollen. Kein Ersatz nötig. (mf)
Die Schräglagentaster oder, im Jargon, Angstnippel, sind idealerweise so montiert, dass sie bei großer Schräglage zuerst Bodenkontakt bekommen. Sie abzuschleifen, hat keine Auswirkung auf die Funktion des Fahrzeugs.
Silber
Rot
Schwarz
Aprilia SRV 850
Der Italiener lockt mit sportlichen
Werten wie einem starken 76-PS-Motor, einem stabilen Chassis und einem
straffen Fahrwerk. Preis: 10 169 Euro
Kymco MyRoad 700i
Der fast 300 kg schwere ABS-Taiwanese fährt die Luxus-Schiene. Das markante Design ist Geschmackssache, der Preis höchstinteressant. Preis: 8 499 Euro
Suzuki Burgman 650
Der Fahrer kann zwischen zwei Automatik-Programmen und einer Tiptronic wählen. Luxuriöse Ausstattung, ABS, viel Stauraum. Preis: 10 290 Euro
Motor
Der Zweizylinder reißt keine Bäume aus, aber dank gut abgestimmter
Variomatik ist man flink unterwegs.
Hohes Tempo kostet deutlich Sprit!
Fahrwerk
Die Federwege sind beinahe auf
Motorrad-Niveau, die Dämpfung bietet viel Komfort. Dennoch fährt der
C 650 GT höchst stabil um Kurven.
Bremsen
Super Druckpunkt, klasse Bremsleistung, serienmäßiges ABS - wunderbar. Außerdem bleibt der Rolle dank seiner Länge auch beim Bremsen in der Spur.
Ausstattung
LED-Tagfahrlicht, Sitz- und Griffheizung sowie eine elektronische Reifendruckkontrolle kosten Aufpreis. Sonst ist alles da, was man sich wünscht.
Komfort
Die üppig gepolsterte Sitzbank bettet Fahrer und Sozius höchst bequem,
die Haltung zwischen Lenker, Bank und Trittbrett ist sehr entspannend.
Einsteigertauglichkeit
Schwer ist er, und schwer zu rangieren. Auch die sehr passive Haltung erfordert Gewöhnung. Kein explizites
Einsteiger-Bike, aber auch kein No-go.

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