Im Test: BMW F 800 R Gut gemacht!

BMWs punkten normalerweise mit Ausstattung und Komfort. Die F 800 R hingegen ist in erster Linie cool.

? Starker Zweizylinder? Verbraucht wenig Sprit? Gut abgestimmte Federelemente vorn wie hinten? Recht handlich? Klasse Bremsen? Auch zu zweit bequem
? Kein Hauptständer? ABS nicht serienmäßig? Vibriert bei mittlerer Drehzahl? Lenkungsdämpfer bei langsamer Fahrt etwas zu stramm
Motorräder mit geringer Vorderradlast und steilem Lenkkopfwinkel neigen zum Lenkerschlagen ("Kickback"), besonders beim Beschleunigen über Bodenwellen. Ein Lenkungsdämpfer fängt dieses Schlagen ab.
Verlangsamt sich der Verkehrsfluss zu sehr, bringt sich der Lenkungsdämpfer in Erinnerung. Bei geringem Tempo dämpft er zu stark und macht das Lenken schwerer. Ansonsten alles paletti? Die Übersicht ist gut, das optionale ABS regelt klasse, und der Motor nimmt sauber Gas an. Lässigkeit kommt von selbst.
Hier haben die BMW und ihr Fahrer den größten Spaß! Der Mix aus aktiver Sitzposition, gelungenem Fahrwerk und antrittsstarkem Motor macht die Landstraßenhatz besonders vergnüglich. Dank der bissigen Stopper lässt sich die F 800 R punktgenau abbremsen - zur Not auch an der Tanke, zu der sie selten muss.
Manchmal lässt sich der Part auf der Schnellstraße nicht vermeiden, zum Glück macht die BMW auch hier eine gute Figur. Den Windschutz ein wenig mit zusätzlichem Schild und Tankrucksack aufgepeppt, schon pfeilt es sich nicht nur stabil, sondern auch halbwegs kommod über die Autobahn.
800 mm
1520 mm
16 Liter
205 kg
Motor
Ein super Kumpel, dieser Twin. Schiebt von unten raus, dreht energisch hoch und zieht sich wenig Sprit rein. Die Drehmomentdelle spürt man kaum.
Fahrwerk
Trotz weniger Einstellmöglichkeiten gibt’s nix zu kritteln: weich genug, um komfortabel zu sein und trotzdem ausreichend stabil für flotte Touren.
Bremsen
Tatsächlich wäre hier weniger mehr: Ein bisschen weniger Bissigkeit zugunsten besserer Dosierung täte gut. Sportbremsern gefällt’s womöglich.
Ausstattung
Feine Verarbeitung, Lenkungsdämpfer, Stahlflexleitungen und einstellbare Hebel kommen nicht schlecht. ABS und Hauptständer kosten leider extra.
Komfort
Selbst auf langen Fahrten wird es weder Fahrer noch Sozius zu bunt. Der Komfort gefällt, große Biker wählen am besten die höchste Sitzbank.
Einsteigertauglichkeit
Niedrige Sitzbank und 34-PS-Drosselung gibt’s ohne Aufpreis ab Werk - ein klasse Motorrad für Alt und Jung. Die Empfehlung lautet: kaufen!

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