Im Test: Ducati Monster 696 Goldene Seiten

Eine Ducati hat gefälligst rot zu sein? Der Gedanke ist so konservativ - er passt nicht zur Monster.

? Gutmütiger V2-Motor
mit tollem Sound? Lange Wartungsintervalle? Immens niedriger Verbrauch? Serienmäßiges ABS regelt prima? Gemäßigte Sitzhöhe? Handliches Fahrverhalten
? Ruppige Lastwechsel? Rückspiegel sind klein und vibrieren stark? Knappe Schräglagenfreiheit? Fahrwerk unharmonisch
Lastwechsel geschehen immer dann, wenn
der Fahrer das Gas öffnet oder schließt. Motorräder können darauf sehr weich oder schlagartig reagieren. Sehr harte Reaktionen wirken besonders in
Kurven äußerst störend.
780 mm
1452 mm
15 Liter
185 kg
Wer es nicht auf den ersten Blick sieht, merkt es nach einem Kilometer: Die Ducati braucht Auslauf. Sie durch die Stadt zu quälen fällt nicht unter "artgerechte Haltung". Die Kupplungshand dürfte sich spätestens nach 5 Minuten Stop-and-Go beschweren. Ein Pluspunkt: die halbwegs aufrechte Sitzhaltung.
Wie mehr als angedeutet: Für freie Landstraßen ist die Monster gemacht. Dort spielt sie ihre Handlichkeit am besten aus, die sie vor allem ihrem schmalen 160er-Hinterreifen verdankt. Das Fahrwerk ist froh, wenn es wenig zu tun bekommt: Die Front benimmt sich etwas zu weich, das Heck etwas zu hart.
Die kleine Lampenmaske nimmt in Verbindung mit dem sportlichen Einschlag der Sitzhaltung Speed-Etappen etwas von ihrem Schrecken. Dennoch bleibt die Monster ein Naked Bike, will sagen: Sie absolviert Autobahnfahrten zwar anstandslos, aber auch ohne besondere Ambitionen.
Motor
Der Motor selbst ist ein Musterknabe an Laufruhe, leider mit einem zarten Leistungsloch um 4500/min. Kupplung und Endantrieb agieren ruppig.
Fahrwerk
Man weiß nicht genau, wer "vorne weich, hinten hart" zur italienischen Mode erklärt hat. Es verbindet "wenig Komfort" mit "wenig Rückmeldung".
Bremsen
Neben ihrem Charme die größte Stärke der Monster. Die beiden Festsättel vorn machen aus wenig Handkraft große Bremsleistung. ABS ist Serie.
Ausstattung
An der puristischen Fahrmaschine
ist wenig dran, okay. Warum aber
dieses LCD-Kino als Cockpit? Analoge Runduhren wären viel schöner.
Komfort
Die Sitzhaltung verlangt eine zarte Ahnung von Sportsgeist, und das Heck kann mitunter ganz schön hart von unten nachtreten. Insgesamt mäßig.
Einsteigertauglichkeit
Die Monster 696 hat ihre Eigenheiten, aber keine bösartigen. Wer sich damit arrangiert, genießt ein charismatisches, unkompliziertes Naked Bike.

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