Im Test: Honda CBR 250 R Eine Klasse für sich

Bei den Kleinen tut sich was! Hier eine Dicht-an-dicht-Übersicht über den aktuellen Stand der Viertelliter-Klasse. Und bald wird es noch enger: Wann Suzuki endlich einsteigt und vor allem KTM uns eine 250er-Duke vor die Nase setzt, ist nur noch eine Frage der Zeit - hoffentlich.

? Gelungene Ergonomie? Gute Sicht nach hinten? Klasse Bremsen mit ausge-zeichnetem Antiblockiersystem? Leicht zu fahren? Überraschend fahrstabil? Lange Wartungsintervalle
? Klobiger Endtopf? Softes Fahrwerk? Serienreifen rutschen bei
Nässe hinterhältig weg? Mehr Drehfreude wäre schön
4490
Jung und knackig wollen wir sie. Mit schlankem Heck und einem Schalldämpfer, der seinen Namen nicht verdient. 180 PS aus einem Liter Hubraum müssen ebenso sein wie regelmäßige Imponierfahrten entlang der Shoppingmeilen großer Städte. Schwachsinn. Den Profil- neurotiker mag das erbauen, den Motorradfahrer indes nicht. Der will fahren. Zum Beispiel mit der CBR 250 R von Honda. Einem Motorrad, das dem Fahrer die Kontrolle gibt. Überholen, Kurvenfahren, Tempo machen - alles echtes Verdienst des Piloten, der sich drauf einlässt. Darauf, vor - notfalls auch in - der Kurve die Gänge zu sortieren, um am Ausgang nicht zu verhungern. Darauf, den optimalen Schaltpunkt zu treffen, wenn’s ums freche Angasen mit den Kumpels geht. Darauf, endlich mal wieder richtig Motorrad zu fahren. Hier ist kein Hubraum, der mangelndes Fahrkönnen ersetzt. Das heißt nicht, dass CBR-Fahren schwierig wäre - im Gegenteil. Easy klappt die Kleine in Schräg-lage, zirkelt zielgenau über winkelige Strecken. Mit rund 5000/min lässt sich im Verkehr mitschwimmen, darüber legt der Einzylinder ordentlich zu. Armaturen, Sitzposition, Spiegel: alles vorbildlich. Nur das Polster dürfte gern ein bisschen weniger straff sein. Umgekehrt gilt
das für die Telegabel, die nur wenig gedämpft ist und beim harten Bremsen schnell auf Block geht. Kinkerlitzchen, die sich mit Zubehör
für wenig Geld aus der Welt schaffen lassen. Beim Thema Verzögerung brilliert die 250er:
die effektiven Stopper stehen ihr verdammt gut, ganz genauso das fein regelnde Combined ABS. Tja, also doch ein Punkt, wo man auf der Honda die Kontrolle abgeben muss? Dass man sich im öffentlichen Verkehr bei Schreckbremsungen nicht zwangsweise auf den Pinsel packt, ist wohl eher Vor- als Nachteil. Und diese Art Kontrollverlust tut jedem gut. (co)
Beim Combined ABS wird mit einer sogenannten Verbundbremse ver-zögert: Bei der CBR 250 R betätigt der Bremshebel nur zwei Kolben des Dreikolbensattels, die hintere Bremse steuert stets einen Kolben vorne mit.
784 mm
1370 mm
166 kg
13 Liter
Rumprollen geht mit der kleinen Japanerin gar nicht. Locker-flockig durch den Rush-Hour-Slalom wuseln allerdings schon. Leichtfüßig witscht man von einer Lücke zur nächsten und hat den rückwärtigen Verkehr dabei prima im Blick. Die butterweiche Kupplung ist klasse, das hakelige Getriebe jedoch nicht.
Hossa, hier geht es rund! Allerdings nur, solange die Straßenbeschaffenheit das weiche Honda-Fahrwerk in nicht zu große Aufregung versetzt. Sonst aber pfeilt das Pseudo-Rennerle handlich und überaus präzise durch Kurven, die nicht eng genug sein können. So macht Landstraßenwetzen richtig Laune.
Reingefallen! Sieht es wie ein Autobahnrenner, ist es aber gar nicht. Und trotzdem: Wenn sie gefordert wird, gibt sich die Honda auch hier halbwegs souverän. Passabel der Windschutz, okay die Sitzposition. Allerdings sollte man weder Hochgeschwindigkeitsrausch noch große Drehfreude erwarten.
Motor
Ein für den alltäglichen Gebrauch
klasse abgestimmter Einzylinder mit geringem Verbrauch. Das hakelige Getriebe müsste allerdings nicht sein.
Fahrwerk
Übervorsichtig weich geriet die
Abstimmung der Gabel - straffer wäre besser und sicherer. Dem Komfort ist die Auslegung sehr zuträglich.
Bremsen
Glanzleistung! So viel Technik
(Combined ABS) an einer günstigen 250er, Respekt. Gute Bremswirkung trifft auf erstklassiges Regelverhalten.
Ausstattung
Ihr großer Trumpf ist nun mal das
serienmäßige Antiblockiersystem.
Im Übrigen glänzt sie mehr durch Verarbeitungsqualität als mit Extras.
Komfort
Unbequem ist anders: Höchstens als semisportlich geht die Sitzposition durch, die Federung gefällt. Für lange Touren taugt das straffe Polster nicht.
Einsteigertauglichkeit
Konto leerräumen! Wer dieses Motorrad nicht fahren kann, der bekommt’s auch sonst nicht gebacken. Leichter wird der Einstieg nicht mehr.
Kawasaki KLX 250
Kawasaki Ninja 250 R
Hyosung GT 250i R
Hyosung GV 250i Classic
Yamaha WR 250 X
Rieju Tango
* Preis ohne Nebenkosten

Artikel teilen

Aktuelle Gebrauchtangebote

Alle Artikel