Im Test: Piaggio X10 Großroller für den Stadtdschungel

Vor ein paar Jahren war man froh um ein Handy-Fach. Piaggio ist einige Schritte weitergegangen.

Der Piaggio X10 500 Executive ist ein Sofaroller mit 15-
Zoll-Rad vorn, einem 13-Zöller hinten, elektronisch verstellbarem
Federbein, Antiblockiersystem, Kombibremse und Traktionskontrolle. Geräumig, umfangreiches Cockpit, stellenweise blitzt in der Verarbeitung ein bisschen südländische Lässigkeit durch. Trotzdem
genügt der Wetterschutz sogar für regengewöhnte Eifler, die weich gepolsterte Sitzbank stellt auch zart besaitete Kölner zufrieden. Der 41 PS starke Einzylinder huldigt dem Prinzip des Reisesofas; ein Sprintkönig ist er nicht. Im Handling ist er genau da,
wo man ihn angesichts seines Mittelwegs zwischen kleinen und großen Rädern vermutet: Agil, aber nicht nervös; stabil, aber nicht wie hingenagelt. So weit also keine Überraschungen. Die hingegen verbergen sich in der Aufpreisliste hinter der dürren Bezeichnung "Multimedia-Plattform" für 189 Euro. Sie nimmt ein iPhone auf (versprochen ist, dass demnächst auch andere Smartphones mitspielen dürfen) und stellt mithilfe einer Gratis-App auf seinem Display eine ganze Palette mehr oder weniger nützlicher Zusatzinfos dar, die sie direkt aus der Bordelektronik abzapft: Momentanverbrauch, derzeit genutzte PS und Newtonmeter sowie den Benzinstand, um nur einige zu nennen. Wird der Sprit knapp, lotst einen das System zur nächsten Tankstelle. Und es merkt
sich, wo der Roller geparkt wurde:
In fremden Städten kann so eine Orientierungshilfe Gold wert sein. Falls die Eifler mal zum Shoppen nach Köln rollern wollen. (mf)
? Super Serienausstattung? iPhone-Einbindung als nettes Zubehör-Gadget? Elektrisch verstellbare
Federbasis am Heck? Kombibremse mit ABS? abschaltbare Traktionskontrolle
? Motor wirkt etwas müde? Abbocken vom Hauptständer umständlich und kraftaufwendig? enger Durchstieg
7900
760 mm
1640 mm
15,5 Liter
ca. 240 kg

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