Im Test: Victory Vegas 8-ball Abschluss-Zeugnis Victory vegas 8-ball

Selbst ohne Ticket bleibt man auf der Vegas 8-Ball gelassen - das ist legal und sogar erwünscht.

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? Sieht ungemein cool aus? Akzeptabler Verbrauch? Perfekt für gelassenes Cruisen über Landstraßen? Letzter Gang als Overdrive? Sauberer Zahnriemenantrieb? Wartungsarme Hydrostößel
? Nur Platz für einen? Wenig Bodenfreiheit? Ziemlich schwer? Minimalistisches Cockpit? Magerer Sound
Nicht Bahnfahren - surfen. Auf der Drehmomentwelle natürlich. Auf dem fetten Wert von fast 140 Newtonmetern, die die Kurbelwelle ab etwa 2500 Touren die Minute bereitstellt. Ach was, schon knapp über Standgas macht die pechschwarze Ami-Fuhre Spaß. Nicht von einem Harley-45-Grad-V2 werden einem hier die Arme gelängt, sondern vom im 50-Grad-Winkel gespreizten Victory-Freiheitsaggregat. Dieses ist deutlich moderner aufgebaut als die pröttelnden Stoßstangen-Motoren der inländischen Konkurrenz. Apropos prötteln: Sound? Eigentlich sollte das bei mehr als anderthalb Litern
Hubraum keine Frage sein. Doch nahmen
die Victorianer
die Geräuschnorm
etwas zu ernst, aus den Endrohren darf es gerne kräftiger Bollern - sonst kann man die Coolness
ja gar nicht hören. Zu hören gibt es die Gangwechsel, die laute Klongs aus dem Getriebe akustisch bestätigen; sein letzter Gang ist als Overdrive ausgelegt. Bei zu schräger Fahrweise ziehen Fußrasten der Vegas Furchen in den Teer, rechts herum zerfurcht dieser wiederum die Schalldämpfer. Wer sie artgerecht (das heißt möglichst aufrecht) bewegt, erfreut sich am über-
raschend präzisen und neutralen Handling der Victory. Man darf es eigentlich nicht
sagen, aber hier stimmt’s nun mal: Schwarzfahren lohnt sich doch. (co)
Ist der letzte Gang extra lang übersetzt, spricht
man von einem Overdrive. Bei langen und schnellen Fahrten senkt
die niedrigere Drehzahl Verschleiß und Verbrauch. Oft an Tourern und
Cruisern zu finden.
640 mm
1684 mm
305 kg
17 Liter
Motor
Souveränität gehört zum Cruisen,
und dieser V2 ist souverän. Liefert ordentlich Drehmoment ab Standgas und verbraucht nicht zu viel Sprit.
Fahrwerk
Ist vorhanden - viel mehr lässt sich bei Cruisern im Allgemeinen und im Speziellen bei lediglich 130 mm Federweg vorn und derer 76 hinten nicht sagen.
Bremsen
Zwar kostet die Vegas vergleichsweise wenig, doch wäre eine zweite
Scheibe vorn nicht schlecht. ABS
gibt’s nicht mal gegen Aufpreis.
Einsteigertauglichkeit
In puncto Beherrschbarkeit sicher eine gute Wahl. Doch (Wieder-)Einsteiger sollten lieber zu etwas fahraktiverem greifen - möglichst mit ABS.
Komfort
Für eine noch entspanntere Sitzhaltung wären weiter vorverlegte Rasten hilfreich. Komfort gibt’s vorrangig bei Sonnenschein auf ebenen Straßen.
Ausstattung
Zählen Motor, Räder und Lenker auch als Ausstattung? Nicht mal einen Sitz für einen Beifahrer hält das US-Eisentrumm parat. Aber hübsch ist es.

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