Neuheiten: Ducati Multistrada 1200 DVT Eiskalt erwischt

Eigentlich wollte Ducati auf der EICMA im November eine riesige Überraschung landen. Die komplett überarbeitete Multistrada sollte die Konkurrenz von BMW und KTM so richtig schocken. MOTORRAD-Leser erfahren schon heute, womit Ducati in Mailand glänzen wird.

Da flatterte gerade die Pressemitteilung über das neue Ventilsteuerungssystem DVT (Desmodromic Variable Timing) ins Haus, schon lieferte der MOTORRAD-Erlkönigfotograf die passenden Fotos. Direkt vor dem Ducati-Werk erwischte er einen Testpiloten der Italiener auf einer noch ziemlich getarn­ten neuen Multistrada. Der Vergleich mit dem Pressematerial brachte schnell ans Licht: In dieser Maschine arbeitet der neue 1200-cm³-Desmo, dessen Ventile nicht nur desmodromisch gesteuert werden, sondern über verdrehbare Nockenwellenräder auch noch variable Steuerzeiten möglich machen.

Satte 160 PS bei gleichzeitig acht Prozent geringerem Verbrauch gibt Ducati an. Dazu soll die Kurbelwelle noch einen Maximalwert von 136 Nm Drehmoment wuchten. Erzielt werden diese Fabelwerte durch Verdrehelemente in den Zahnriemenrädern der Nockenwellen. Durch Öldruck moduliert, verringern oder vergrößern sie die Ventilüberschneidung. Dabei werden Drehzahl und Last als Kenngrößen herangezogen, eine Technik, die direkt aus dem Automobilbau stammt und mit DVT erstmalig in Großserie im Motorrad auftaucht.

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Eine starke Konkurrenz für KTM und BMW

Sicher konnte Ducati hier auf Teile aus dem Audi-Regal zurückgreifen. Der Vorteil des Systems: Bei niedrigen Drehzahlen kann so mit geringer Überschneidung gefahren werden, was für sparsamen und ruhigen Motorlauf sorgt. Je höher der Motor dreht, des­to größer kann die Überschneidung aus­fallen. Mit den dann scharfen Steu­erzeiten erzielt der Motor höhere Leis­tung. Dank Doppelzündung, Klopfsensor und Sekundärluftsystem erfüllt der neue Testastretta DVT bereits die Abgasnormen nach Euro 4.

Aber nicht nur der Motor der Multistrada wurde überarbeitet, auch Fahrwerk und Design bekommen ein deutliches Facelift.Das Rahmenheck wird nun gänzlich aus Aluminium-Guss gefertigt, der Stahl-Gitterrohr-Hauptrahmen wird weiter nach hinten geführt. Einarmschwinge und Gabel wurden ebenfalls neu gestaltet und wirken üppiger dimensioniert.
Optisch wurde der Multistrada der wenig schöne Schnabel gekürzt. Dazu kommen neue Scheinwerfer in LED-Technik. Die ­Verkleidung wirkt breiter und verspricht so einen verbesserten Wetterschutz. Auch scheint die Multistrada einen weiter nach vorne gezogenen Tank zu haben, was die Fahrstabilität durchaus positiv beeinflussen könnte. Auch die Auspuffanlage mussten die Ducati-Techniker neu gestalten. Geblieben sind die beiden kurzen Endstücke rechts, die aber nun etwas dicker ausfallen.

So gerüstet, bleibt die Multistrada eine starke Konkurrenz für KTM und BMW, die sich mit der 1290er-Super Duke und der ebenfalls neuen S 1000 XR messen muss.

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Foto:

Leistung und Drehmoment

Sicher konnte Ducati hier auf Teile aus dem Audi-Regal zurückgreifen. Der Vorteil des Systems: Bei niedrigen Drehzahlen kann so mit geringer Überschneidung gefahren werden, was für sparsamen und ruhigen Motorlauf sorgt. Je höher der Motor dreht, des­to größer kann die Überschneidung aus­fallen. Mit den dann scharfen Steu­erzeiten erzielt der Motor höhere Leis­tung. Dank Doppelzündung, Klopfsensor und Sekundärluftsystem erfüllt der neue Testastretta DVT bereits die Abgasnormen nach Euro 4.

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