MOTORRAD Best Brand 2015 Die Qualität zählt

Im Rahmen der Motorrad des Jahres-Leserwahl 2015 wurden zum zehnten Mal auch die Best Brands gewählt. Wie das Barometer unter den beliebtesten Marken im Bereich Motorradbekleidung- und Zubehör ausgeschlagen hat und wer Grund zum Feiern hatte, präsentieren wir Ihnen auf den nächsten Seiten.

Die Leser haben wieder die „Best Brands“ gewählt, und zwar fleißiger als im vergangenen Jahr. Um genau zu sein, gab es 48 118 Stimmen aus Deutschland. Die Stimmen haben Gewicht, spiegeln sie doch die aktuelle Beliebtheit der jeweiligen Marke im potenziellen Kundenkreis wider. Die preisgekrönten Herrschaften empfingen ihre Trophäen, die Ausdruck wohlwollender Gunst Tausender Motorradfahrer sind, im feinsten Zwirn in Stuttgarts Renitenztheater.

Die „Best Brand Awards“ sind ein wichtiger Gradmesser in der Branche. An ihnen lässt sich erkennen, bei wem es hoch- oder runtergeht und was überhaupt angesagt ist. Die Platzhirsche sind geblieben: Akrapovič (Auspuff), Brembo (Bremssysteme), Dr. Wack (Kettenspray/Reinigungs- und Pflegemittel), Dainese (Protektoren), Louis (Filialisten), Castrol (Öle/Schmiermittel), Schuberth (Helme), Daytona (Stiefel), Held (Handschuhe) und Öhlins (Fahrwerks-Tuning) sind seit Beginn der Leserwahl oder zumindest seit der Einführung ihrer Kategorie wie in Stein auf dem ersten Platz eingemeißelt. Den Firmen Held und Touratech ist es mit „Authentizität und Kundenorientierung“ gelungen, sogar zweimal den ersten Platz abzuräumen.

So sehen Sieger aus:
1. Yvonne Hertler (MOTORRAD)
2. Michael Pfeiffer (MOTORRAD)
3. Marcus Schardt (MOTORRAD)
4. Wolfgang Bagusch (Hazet)
5. Chris Witter (Öhlins) 
6. Uros Rosa (Akrapovič)
7. Federico Minoli (Dainese) 
8. Paolo Magri (Brembo)
9. Kay Blanke (Louis)
10. Peter Fiekens (Castrol)  
11. Karine Seyfert (Schuberth)
12. Stefan Held (Held)
13. Markus Held (Held) 
14. Paul Erhardt (Hepco & Becker)
15. Stefan Wind (Dr. Wack)
16. Robin Stängle (Schwabenleder)
17. Michael Müller (Pirelli)
18. Jochen Schanz (Touratech)
19. Herbert Schwarz (Touratech)
20. Reinhard Frey (Daytona)

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Qualität muss sein

Wer im Trend liegt, hat auch bei den Verkäufen die Nase vorn. Dass die Spitzenreiter unserer Leserwahl oft auch führend beim Preis sind, spielt keine Rolle. Motorradfahren war schließlich noch nie ein günstiges Hobby. Und wenn investiert wird, dann wenigstens in Qualität. Die Motorradfahrer haben sich im Rückblick auf die letzten zehn Jahre der Leserwahl als durchaus loyale, aber auch anspruchsvolle Kunden erwiesen.

 

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Foto: Hersteller
Auspuff: Dicke Endrohre, fetter Sound – bei einem Akrapovič-Auspuff klingelt es in der Ohrmuschel in den feinsten Tönen.
Auspuff: Dicke Endrohre, fetter Sound – bei einem Akrapovič-Auspuff klingelt es in der Ohrmuschel in den feinsten Tönen.

Auspuff

Dicke Endrohre, fetter Sound – bei einem Akrapovič-Auspuff klingelt es in der Ohrmuschel in den feinsten Tönen. Wenig Gewicht, dafür mehr Leistung, mit dieser Devise hat sich Ex-Rennfahrer Igor Akrapovič sein eigenes Auspuff-Mekka in Slowenien geschaffen. Mit eigener Titan-Gießerei und allem, was dazugehört. Titan ist als Werkstoff zwar zehnmal so teuer wie Edelstahl, aber um die Hälfte leichter. Und die Kunden wissen vor allem Letzteres zu schätzen. Überall, wo Hochleistung gefordert wird, geht kein Weg an Akrapovič ­vorbei, sei es in der MotoGP, bei den Superbikes, Supersportlern, beim Supermotofahren oder im Motocross. Es ist äußerst clever, dass die angebotenen Hightech-Rohre nicht nur für den Einsatz auf der Piste, sondern auch für die Offroad-Fraktion gebaut werden. Die MOTORRAD-Leser wählten Akrapovič deshalb zum zehnten Mal in Folge zu ihrem absoluten Favoriten in der Kategorie Auspuff. Mehr geht nicht – bis auf einen Rekord. Für Akropovic sind die 77,6 Prozent der Stimmen das beste Ergebnis seit Bestehen der Leserwahl überhaupt. ­Akrapovič wurde fast viermal so oft angekreuzt wie die zweitplatzierte Marke Termignoni, die sich als Sieger des weitaus engeren Feldes im Windschatten von Akrapovič glücklich schätzen darf. Nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen mit BOS wurde der Vorjahres-Platz haarscharf verteidigt. Die Positionen dahinter sind hart umkämpft, wobei sich Leovince und Remus einen Schlagabtausch liefern. Arrow schob sich im Vergleich zum Vorjahr drei Plätze nach vorn und steht so gut da wie noch nie.

Ganz neu auf dem Wahlschein zu den Best Brands befand sich AC Schnitzer, der im Aachen ansässige Fahrzeugtuner für BMW-Fahrzeuge. Der macht sein Ding nicht nur mit dem Aufrüsten von Autos, sondern hat auch Sportauspuffe für Motorräder zu bieten. Der Stealth-Schalldämpfer mit mattschwarzer Hülle und gebürsteter Edelstahl-Endkappe bringt rund drei Kilogramm Gewichtsvorteil, 2 PS Mehrleistung und dumpfen Boxer-Sound.

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Bremssysteme: In dieser Kategorie gab es eine Veränderung. Bis zum vergangenen Jahr konzen­trierten wir uns in der Wahl ausschließlich auf die Bremsbeläge, jetzt auf die kompletten Systeme.
Bremssysteme: In dieser Kategorie gab es eine Veränderung. Bis zum vergangenen Jahr konzen­trierten wir uns in der Wahl ausschließlich auf die Bremsbeläge, jetzt auf die kompletten Systeme.

Bremssysteme

In dieser Kategorie gab es eine Veränderung. Bis zum vergangenen Jahr konzen­trierten wir uns in der Wahl ausschließlich auf die Bremsbeläge, jetzt auf die kompletten Systeme. Brembo liegt unverändert an der Spitze, mit noch mehr Zuspruch als bisher. Was in der MotoGP viel hermacht, kann für die Straße nur gut genug sein. Bei Harley-Davidson, Ducati, BMW und KTM ist Brembo Erstausrüster. Übers Internet lassen sich die Systeme auf der Brembo-Website auch für andere Motorräder konfigurieren. Hinter dem Marktführer hat es in der Wertung richtig gerappelt. Lucas/TRW ist auf dem zweiten Platz nicht mehr ganz so einsam wie bisher, sondern kriegt Magura auf die Pelle. Spiegler ist auf dem vierten Platz über die 20-Prozent-Hürde gesprungen. Alpha Technik stieg dafür trotz gestiegener Beliebtheit um zwei Positionen auf den fünften Platz im Gesamtranking ab. 

Fahrwerks-Tuning

Öhlins-Federelemente haben den ersten Platz abgeräumt. Daran haben wir uns gewöhnt. Die goldeloxierten Bauteile aus Schweden sind ein elementarer Bestandteil des Motorsports. Über 200 Weltmeistertitel haben die Skandinavier mittlerweile abgeräumt. In die brandneue Yamaha YZF-R1M hat das Öhlins-Fahrwerk sogar serienmäßig Einzug gehalten. Auf dem zweiten Platz der Beliebtheitsskala rangiert unverändert Wilbers. Der charismatische Inhaber Benny Wilbers hat sich in den letzten zehn Jahren samt Höhen und Tiefen um insgesamt 12,4 Prozentpunkte gesteigert. Als eingefleischter Rennsport-Fan schickt er auch wieder ein Team in der Superbike-IDM an den Start. Auf Platz drei voteten unsere Leser die österreichischen Kollegen von WP-Suspension. Beachtliches tut sich dahinter: Touratech kletterte binnen zwei Jahren von null auf den vierten Platz und hat nochmals über fünf Prozentpunkte zugelegt.

Filialisten

Biker kaufen am liebsten bei Louis ein. Das ist seit nunmehr zehn Jahren unverändert, war aber noch nie so deutlich. Im Mega- oder Giga-Store zu shoppen, ist eine Wochenendbeschäftigung. Vor allem lassen sich Sachen finden, von denen man vorher gar nichts wusste, aber die man einfach haben könnte. Lange Wintermonate mit chronischen Motorradentzugserscheinungen lassen sich herrlich auf der warmen Couch mit dem Louis-Katalog überbrücken. In dem dicken Wälzer kann auf über 1000 Seiten gecheckt werden, was als nächste Anschaffung herhalten könnte. Am zweitliebsten geben die Biker ihr Geld in einem der vielen Polo-Shops aus. Das Ergebnis ist seit Jahren wie in Stein gemeißelt. Louis wie auch Polo räuberten aber auch wieder in der Hein Gericke-Kundschaft, die ein paar Prozentpunkte abgeben musste, aber immer noch die 20-Prozent-Hürde übersprungen hat, wenn auch knapp. Dass sich auch kleine, aber feine Anbieter, die alles andere als flächendeckend agieren, halten können, beweist die Motorrad-Ecke. Mit 13 Filialen und fünf Spezialshops, vorwiegend in Süddeutschland, liegt der Fokus der Firma auf dem Vertrieb von Markenlabels. 

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Gepäcksysteme/Koffer: Das war knapp. Zum zweiten Mal in Folge ist Hepco & Becker als Spitzenreiter auserwählt. Verfolger Touratech fehlte nur ein Hauch zu.
Gepäcksysteme/Koffer: Das war knapp. Zum zweiten Mal in Folge ist Hepco & Becker als Spitzenreiter auserwählt. Verfolger Touratech fehlte nur ein Hauch zu.

Gepäcksysteme/Koffer

Das war knapp. Zum zweiten Mal in Folge ist Hepco & Becker als Spitzenreiter auserwählt. Verfolger Touratech fehlte nur ein Hauch zum Comeback, nachdem man zuvor vier Jahre lang dominierte. Beide wissen längst, dass sich persönliche Utensilien von Tourenfahrern am besten in langlebigen Koffern transportieren lassen. Wahlsieger Hepco & Becker bietet Lösungen aus zahlreichen Materialien und Trägersysteme für mehr als 700 Motorradmodelle an. Selbst für Oldies und Youngtimer werden Kleinserien gebaut. Mit der Aluminium-Kollektion schuf die Truppe aus Pirmasens Modelle, die auch unter Extrembedingungen funktionieren. Die Koffer haben durch ihre rechtwinklige Form einen großen Stauraum ohne Ecken und Kanten. Eine aufgeschäumte Deckeldichtung hält den Inhalt trocken. Klar, dass hinter den Entwicklungen jede Menge Motorradbegeisterung und Erfahrungen stecken. Auch Touratech schwört auf die leichten, aufbruchsicheren Alukoffer, deren Konstruktionspläne zu Beginn genauso heiß gehandelt wurden wie Motorradrouten durch die Zentral-Sahara. Heutzutage erwarten Globetrotter Tragegriffe aus robustem Gurtband und Belüftungssysteme. Givi, SW Motech/Bags Connection, Held und Krauser halten Respektabstand und bilden ein geschlossenes Verfolgerfeld.

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Man kann den Schwaben Geiz nachsagen, aber die Firma Held ist die berühmte Ausnahme. In deren Handschuhen ist ­alles drin und alles dran.
Man kann den Schwaben Geiz nachsagen, aber die Firma Held ist die berühmte Ausnahme. In deren Handschuhen ist ­alles drin und alles dran.

Handschuhe

Man kann man den Schwaben Geiz nachsagen, aber die Firma Held ist die berühmte Ausnahme. In deren Handschuhen ist ­alles drin und alles dran. So viele Leser können sich nicht irren. Sie voteten die Überzieher klar zu ihrer Nummer eins und kreuzten sie mehr als doppelt so oft wie den Zweitplatzierten, Alpinestars, auf dem Wahlzettel an. Mit 65,4 ­Prozent erzielte die Familienfirma ihr bestes Ergebnis seit Bestehen der Best Brand-Wahl überhaupt. Held ist das Eldorado für Motorradfahrer schlechthin. Weil Standards nicht immer alle Größen abdecken können und mancher Finger irgendwie anders geschützt sein muss, wird bei Held auf Wunsch auch auf Maß und nach individuellen Dekorwünschen gefertigt. Alles ­geschieht in Handarbeit. Passform, Wetterschutz, Abriebsfestigkeit, Protektoren und ­Sicherheit haben Priorität. Mit dem Handschuh „quattrotempi“ hat Held im Bereich Bekleidungstechnologie und erstklassiger Verarbeitungsqualität einen Bestseller im Programm. Erhard Held, einer der letzten Handschuhmacher-Meister in Deutschland, pflegt die Tradition und versucht mit seinem Museum über dem Shop zu Hause im oberallgäuischen Burgberg-Erzflöße den Beruf des Handschuhmachers auch für die nächsten Generationen darzustellen. Ein Exponat ist der größte Handschuh der Welt, eingetragen ins „Guinness-Buch der Rekorde“. Alpinestars und Dainese lieferten sich ein Duell um die Plätze hinter Held, das bis auf die erste Stelle hinter dem Komma gleich ausging. Beide italienische Marken teilen sich den zweiten Platz. Auf dem vierten Platz hat sich mit Reusch wieder ein deutsches Unternehmen platzieren können, das über die Jahre hinweg mit einzigartiger Konstanz auf gleichem Niveau punktet. Vanucci musste dagegen im Vorjahr einen Rückgang verkraften, hat sich nun aber wieder bestens erholt.

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Helme: Zehnte Wahl, zum zehnten Mal Sieger. Schuberth kann sich nur noch selbst schlagen.
Helme: Zehnte Wahl, zum zehnten Mal Sieger. Schuberth kann sich nur noch selbst schlagen.

Helme

Zehnte Wahl, zum zehnten Mal Sieger. Schuberth kann sich nur noch selbst schlagen. Der Vorsprung zu Shoei ist zwar etwas geschrumpft, aber immer noch komfortabel. Und pünktlich zum Frühlingsanfang, wenn alle wieder ihre Roller und Motorräder aktivieren, gibt es auch wieder einen neuen Helm aus Magdeburg, nämlich das Jet-Modell Metropolitan 1 mit voll integriertem Kommunikationssystem. Schuberth widmet sich dem Kopfschutz schon seit 1922 und die Helme gelten als Inbegriff ausgereifter Premiumprodukte. 1982 wurde in einen eigenen Windkanal investiert und nur kurz später der erste nach aerodynamischen Kriterien designte Helm vorgestellt. Die besten Gene aus der Vergangenheit stecken in der heutigen Kollektion. Shoei legte um viereinhalb auf 56,5 Prozent der Stimmen bei der Leserwahl zu. Der Abstand zum Branchen-Primus Schuberth war schon knapper. Im Zehn-Jahres-Rückblick bietet sich aber eine harmonische Linie. Genau 5,1 Prozent trennten die Spitzenreiter beim ersten Duell voneinander, heute ist es ein glattes Prozent weniger. Die Marke Arai konnte sich zum wiederholten Male auf dem dritten Rang vor BMW platzieren. Dahinter gibt es einige Wechsel. Insgesamt haben in den Top Ten alle Marken zugelegt. Dabei ist HJC eine Position nach vorn gerückt und hat Nolan überholt. Durch den Steilflug kratzt HJC fast schon am Sockel von BMW. Die Top Ten haben bis auf Caberg auch die Zehn-Prozent-Hürde übersprungen. Caberg ist neu unter die zehn am liebsten gekauften Marken gerutscht und war im vergangenen Jahr Elfter. Dafür ist Held raus.

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Kettensprays/Reinigungs-/Pflegemittel: Zum fünften Mal in Folge darf sich S 100/Dr. Wack feiern lassen, auch wenn die Wahl dieses Jahr verändert wurde.
Kettensprays/Reinigungs-/Pflegemittel: Zum fünften Mal in Folge darf sich S 100/Dr. Wack feiern lassen, auch wenn die Wahl dieses Jahr verändert wurde.

Kettensprays/Reinigungs-/Pflegemittel

Zum fünften Mal in Folge darf sich S 100/Dr. Wack feiern lassen, auch wenn die Wahl dieses Jahr verändert wurde. Kettensprays und Reinigungs-/Pflegemittel waren bisher zwei Kategorien und wurden separat abgefragt, diesmal stecken sie erstmals gemeinsam unter einer Decke. Für den Spitzenreiter S 100/Dr. Wack ändert das nichts. Der Teuerste bleibt auch der Beste, und davon sind immer mehr Biker überzeugt. Außerdem gibt es genügend Testberichte, welche die Reinigungsleistung und das Haften des Kettensprays eindeutig belegen. WD40, der bisherige Zweite in der Reinigungs-/Pflegemittelkategorie, schaffte es auch in der gemischten Gruppe wieder auf den zweiten Platz. Auf den dritten Platz schob sich Castrol. Einen Energieschub ­bekam Liqui Moly und schob sich relativ locker an Caramba vorbei. Aus sechs Prozenten Rückstand wurden zwei Prozent Vorsprung. In den Reinigern stecken bis zu 94 Prozent Wasser. Das klingt, also ob der Kunde übers Ohr gehauen werden würde, doch weit gefehlt. Die Höhe des Wasseranteils muss überhaupt nichts aussagen. Wesentlich ist dafür die Qualität der noch verbleibenden Wirkstoffe. Reiniger sollen möglichst schnell den Dreck vom Motorrad beseitigen, andererseits keine Kollateralschäden an empfindlichen Flächen wie Aluminium oder Kunststoffen anrichten.

Kommunikationssysteme

Hier handelt es sich um einen echten Neuling in der Wertung, den die Firma Baehr auf Anhieb für sich entschieden hat. Am Stammsitz Pirmasens werden die Gegensprechanlagen per Hand montiert. Vor 20 Jahren hätte noch niemand daran gedacht, sich auf dem Motorrad mit dem Sozius oder dem Kumpel hinter der nächsten ­Kurve per Funk während der Fahrt zu unterhalten. Heutzutage ist das pure Selbstverständlichkeit. Genauso wie das Telefonieren, Musikhören über den MP3-Player, GPS-Daten, das Wetter oder den Verkehrsfunk abrufen. Immer mehr Hightech ist rund um die Ohrmuschel in die Helme eingezogen. Baehrs neuestes Headset mit Interkom reicht bis zu zwei Kilometer und hat einen Klang in HD-Qualität. Konferenzgespräche mit bis zu acht Anschlüssen sind möglich.

Konnten Bluetooth-Systeme anfangs mit geringer Reichweite und mäßiger Akustik kaum überzeugen, hat die Kommunikation riesige Fortschritte gemacht. Am komfortabelsten sind Systeme, die schon im Helm eingebaut sind und wo man gleich drauflosplaudern kann. Allerdings ist man da an einen bestimmten Helm oder eine Marke gebunden. Zum Glück gibt es wie bei Baehr auch Nachrüstsysteme, die sich unabhängig von der Helmmarke mit nur wenig Aufwand anbringen lassen. Cardo, zweitplatzierter Spezialist in der Leserwertung, hat solche Angebote auch im Programm und der Beliebtheit nach fast doppelt so viele Stimmen wie die drittplatzierten Unternehmen Midland und N-com.

Kraftstoffe

Jährlich schafft sich Aral nun ein kleines, aber feines Polster vor Shell. Schließlich hat sich die Situation zugunsten von Aral noch nicht lange geändert. Die blau-weiße Marke liegt erst zum zweiten Mal in Führung in der Gunst unserer Leser. Das Blau leuchtet von Weitem und signalisiert, dass hier nicht nur eine Anlaufstelle fürs Tanken ist, sondern wo in gemütlichen Sitzecken auch Hunger und Durst gestillt werden können. Und es lassen sich auch immer ein paar Schnäppchen machen, ist man im Besitz einer Payback-Karte. Es gibt öfters mal ein Vielfaches an Punkten beim Einkauf, der sich bei Aral im Shop-Bereich von der Ersatzbirne bis zum Rasierschaum erledigen lässt. Für Barzahler besteht an vielen Aral-Tankstellen auch die Möglichkeit, an einem Automaten Geld abzuheben. Schon gewusst, weshalb das Aral-Zeichen eigentlich blau-weiß ist? Es war früher nämlich schwarz-gelb. Aber 1927 wurden in Deutschland neue Verkehrszeichen eingeführt, ebenfalls in den Farben Schwarz und Gelb. Aufgrund der Verwechslungsgefahr stellte der damalige Benzolverband deshalb sein Markenzeichen auf die Stadtfarben von Bochum – Blau und Weiß – um. Aral und Shell spielen in unserer Auswertung in einer eigenen Liga. Auf dem dritten Platz bleibt unangefochten Jet. Esso ist ebenso unangetastet. Nur dahinter gibt es einen Wechsel. Total hat Agip den Rang abgelaufen und 3,1 Prozentpunkte zugelegt.

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Lederkleidung: Zum siebten Mal in Folge ging der erste Platz an Schwabenleder. Es dürfte eine nochmalige Hommage an den verstorbenen Firmengründer Claus Hämmer sein.
Lederkleidung: Zum siebten Mal in Folge ging der erste Platz an Schwabenleder. Es dürfte eine nochmalige Hommage an den verstorbenen Firmengründer Claus Hämmer sein.

Lederkleidung

Zum siebten Mal in Folge ging der erste Platz an Schwabenleder. Es dürfte eine nochmalige Hommage an den verstorbenen Firmengründer Claus Hämmer sein. Ein Erfolg, den seine Familie weiterträgt. Noch vor den smarten Italienern von Dainese, die sich allerdings um fast fünf Prozent steigerten und selbst Schwabenleder mit der Produktion „made in Germany“ Punkte abknapsten. Bis zu 140 Teile werden bei einer Schwabenleder-Kombi verarbeitet. Maß genommen wird direkt auf dem Motorrad, damit es später nicht irgendwo drückt und kneift. Am Grundschnitt werden die Änderungen besprochen, die bei der individuellen Anfertigung berücksichtigt werden müssen. Die zweite Haut soll nach der Verarbeitung immerhin so sitzen, dass sie echten Rennfahrern in nichts nach steht. Jedes vorgesehene Leder wird auch vor der Produktion noch einmal genau gesichtet.

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Die Schwabenleder-Kombis sind aus feinsten Materialien, sogar die Vision eines Rennanzugs aus Känguru-Leder erfüllte sich der ehemalige Boss noch zu Lebzeiten. Billigheimer sind sie aber auch nicht. Zu haben als Ein- und Zweiteiler. Auch von der Stange. Von Dainese pustet ein schneidiger Wind ins Gesicht, doch das war fast immer so. Alpinestars ist als einziger Hersteller
in der 30-Prozent-Zone vertreten. Auf dem vierten Platz befindet sich mit Held der zweite deutsche Hersteller.

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Öle/Schmiermittel: Bei Castrol flutscht es richtig. Zum Jubiläum der Leserwahl gab es auch den zehnten Sieg.
Öle/Schmiermittel: Bei Castrol flutscht es richtig. Zum Jubiläum der Leserwahl gab es auch den zehnten Sieg.

Öle/Schmiermittel

Bei Castrol flutscht es richtig. Zum Jubiläum der Leserwahl gab es auch den zehnten Sieg. Der Ölriese ist auch im Motorrad-Rennsport ganz vorn unterwegs. Das beweisen allein mehr als 500 Siege mit Honda. ­Liqui Moly machte dieses Jahr erneut den zweiten Platz in unserer Leserumfrage klar, sprang 9,1 Prozentpunkte nach oben und hat damit über das Doppelte an Vorsprung vor der drittplatzierten Marke Motul. Das Thema Öl ist immer noch eine heiße Angelegenheit. Was auch immer aber für Marketing betrieben wird: Selbst das synthetischste aller Synthetiköle hat als Basis immer ­Erdöl. Ganz tief drinnen sind eben doch alle gleich. Und die Aufgaben eines Motorenöls sind auch immer dieselben: Es muss schmieren, Kräfte übertragen, kühlen, abdichten. Ganz nebenbei soll es bei der Verbrennung anfallende ölunlösliche Stoffe bis zum nächsten Ölwechsel in der Schwebe halten. Säuren werden neutralisiert, Wasser wird aufgenommen. Das Öl muss vor Korrosion schützen. Und dann muss es auch bei allen Temperaturen fließfähig sein. Anders gesagt: So ein Öl ist ein echter Allrounder und hat einen ziemlich anstrengenden Job. Zu Hilfe kommen die sogenannten Additive aus der Chemieküche, die bis zu 25 Prozent ausmachen können. Sie bestehen aus bis zu 15 Stoffen, die wunderbar aufeinander abgestimmt sind. Die von den Motorradherstellern am häufigsten vorgeschlagene Kategorie für ein Öl ist immer noch eines mit der Viskosität SAE 10W-40. Es gibt auch andere. Das heißt: Vor dem Kauf bitte die Betriebsanleitung des Motorrads lesen.

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Protektoren: Rekordweltmeister Valentino Rossi hat einen und Tausende andere Motorradfahrer auch: einen Rückenprotektor von Dainese.
Protektoren: Rekordweltmeister Valentino Rossi hat einen und Tausende andere Motorradfahrer auch: einen Rückenprotektor von Dainese.

Protektoren

Rekordweltmeister Valentino Rossi hat einen und Tausende andere Motorradfahrer auch: einen Rückenprotektor von Dainese.
Die Marke mit dem Teufel ist überall und auch bei uns zum zehnten Mal die Nummer eins. Wer von Dainese spricht, meint im gleichen Augenblick auch Sicherheit. Angefangen vom Nacken- über den Rücken- bis hin zum Steißbeinprotektor. Dabei folgt selbst die Hartschalen-Schildkröte ganz ­dynamisch sämtlichen Bewegungen des Oberkörpers. Heutzutage ist auch eine Belüftung der Protektoren Standard. Dainese macht das vorbildlich und profitiert vom hohen Image auch in den Bereichen Radsport, Skisport und Reitsport. Dass die Italiener dazu ein gutes Händchen für entsprechendes Styling haben, macht den Erfolg komplett. Im Entwicklungslabor ist Dainese sogar für die NASA beschäftigt und forscht an einem Biosuit, der die ziemlich unbewegliche Bekleidung der Astronauten bequemer macht. Vielleicht trägt ja der erste Mensch auf dem Mars Dainese? Auf Platz zwei wählten die MOTORRAD-Leser Alpinestars, die Marke, der im MotoGP Überflieger Marc Márquez, Dani Pedrosa oder Jorge Lorenzo vertrauen. Die schnellen Jungs sind unmittelbar an der Entwicklung beteiligt, und das spürt man auch. Motocrossfahrer, Enduristen und Rallyeteilnehmer zählen ebenso zu den Fans. Die Zuwachsrate in den Leserstimmen liegt bei 4,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr und glatten 15 Prozent in den letzten zehn Jahren. In der aktuellen Frühjahrskollektion bietet Alpinestars wieder die komplette Bandbreite vom Brustpanzer bis zum Lendenwirbelschutz an. Platz drei geht an BMW. Logischerweise votet der BMW-Kombi-Träger für seine Marke, und von den Herrschaften gibt es ziemlich viele.

Reifen

Das war die Retourkutsche im Kopf-an-Kopf-Rennen. Metzeler holte sich 2015 die Spitzenposition zurück. Innerhalb der letzten zehn Jahre bedeutet das Ergebnis Gleichstand im Verhältnis zu Michelin. Pirelli spielt in einer anderen Liga und hat in Bridgestone seinen Gegenspieler, dem er sich in der Vergangenheit schon öfter geschlagen geben musste. Diesmal gewann Pirelli das Rennen um den dritten Platz zum zweiten Mal in Folge, und die Italiener genießen den 1,4-Prozent-Vorsprung. Klassensieger Metzeler hat mit dem neuen Modell Racetec RR wieder schwarzes Gold für die Straße geliefert. Der Reifen wurde gemeinsam mit dem Road Racing Team der deutschen Traditionsmarke entwickelt, und die Jungs aus dem Wettbewerb wissen genau, was sie tun. Herausgekommen ist höchste Performance für Amateure und Profis. Pünktlich zum Saisonbeginn sind über 180 Freigaben verfügbar – für viele Bikes ist damit auch das Upgrade des Hinterradreifens von 190/50 auf 190/55 möglich. Die Rennsportgeschichte von Metzeler reicht bis in die frühen 20er-Jahre des vergangenen Jahrtausends zurück. Legendär: Zwischen 1929 und 1937 fuhr Ernst Henne 76 Hochgeschwindigkeits-Weltrekorde ein, den letzten am 28. November 1937 mit 279,5 km/h. Im neuen Jahrtausend feierte Mika Ahola 2011 seinen unglaublichen sechsten Enduro-WM-Titel in Serie auf Metzeler-Reifen. Michelin kann mithalten, denn die Franzosen sind nicht nur als Sieger der legendären Paris-Dakar-Rallye in die Geschichte eingegangen, sondern auch als Gewinner in der Motorrad-Langstrecken-Meisterschaft. Pirelli wiederum ist Einheitslieferant für die Superbike-WM und hat auch bei nationalen Serien wie in Deutschland mit dem Engagement in der Superbike-IDM zugelegt.

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Stiefel: Daytona-Stiefel und dann eine Weile nichts. Die Leserwahl 2015 war wieder ­eine der schönsten Bestätigungen für die Gebrüder Frey aus dem niederbayerischen Eggenfelden.
Stiefel: Daytona-Stiefel und dann eine Weile nichts. Die Leserwahl 2015 war wieder ­eine der schönsten Bestätigungen für die Gebrüder Frey aus dem niederbayerischen Eggenfelden.

Stiefel

Daytona-Stiefel und dann eine Weile nichts. Die Leserwahl 2015 war wieder ­eine der schönsten Bestätigungen für die Gebrüder Frey aus dem niederbayerischen Eggenfelden. Zum zehnten Mal in Folge, also seit Beginn der Leserwahl, kommt dem abstimmenden Publikum nichts lieber an die Füße. Daytona-Stiefel sind zwar etwas teurer als die Konkurrenzmodelle, aber jeden Cent wert. Es scheint von Vorteil zu sein, dass sich die Geschwister um nichts anderes kümmern als um Schuhe, in denen dann geballte Kompetenz steckt. Die handgefertigten Tourenstiefel gehen am besten über den Ladentisch, aber auch im Rennsport reißen sich die Fahrer um die Exemplare. Es hat schon Fahrer gegeben, die im Sponsoring eine Saison mit Daytona einem besser dotierten Vertrag vorgezogen haben. Vielleicht liegt es auch daran, dass sich die Geschäftsführer auch persönlich um ihre Klienten kümmern. Sie werden regelmäßig im Laden und auf der Rennstrecke gesichtet, wo sie Füße vermessen oder Schuhe anprobieren lassen. Aus diesem Grund verfügt Daytona auch über ein gewaltiges Insiderwissen. Der erste Platz in der MOTORRAD-Leserwahl ist ein erneuter Ritterschlag. Vom Zweitplatzierten, Alpinestars, konnte sich Daytona um weitere 1,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr absetzen. Unangefochten auf dem dritten Platz rangiert Dainese. Innerhalb der Top Ten haben alle Marken ihre Werte verbessert. Die Positionen zwischen vier und sechs sind immer heiß umstritten. Diesmal musste BMW den Vanucci-Stiefeln den Vortritt lassen.

Tankrucksäcke

So groß, wie Tankrucksäcke sich aufplustern können, da wird jeder Urlaubskoffer blass. Die Türme aus Stoff fassen all das, was man während der Fahrt braucht, allerdings nicht am Körper. Angefangen von der Regenkombi, über den Fotoapparat, das Handy, den Kamm, die Geldbörse. Je nachdem, wie groß der Mitnahmebedarf ist, das hängt ja nicht selten auch von der mitfahrenden Sozia ab, lassen sich die meisten Modelle über Reißverschlüsse im Volumen vergrößern. Am besten sind die stufenlos verstellbaren Exemplare, die prall gefüllt werden können, denn da rutscht und wackelt auch in Kurvenlagen später nichts. Ganz gleich, wie hoch der Rucksatzberg auch ist, auf dem Tank ist er am besten aufgehoben. Der Schwerpunkt ist einfach der beste. Alternativ können die meisten Modelle auch auf der Rückbank befestigt werden. Zum Thema Befestigung: Wer will schon Kratzer auf dem Lack? Die heutigen Befestigungsplatten sind rutschfest, und die Multitalente lassen sich per Magnet- oder Gurtbefestigung sicher anbringen. An Stahltanks können sie auch mit Permanentmagneten befestigt werden. Ein Tankrucksack gehört in den meisten Fällen zur Basisausstattung des Bikers. Und die ist in den allermeisten Fällen in sattem Schwarz. Im Kampf um die Gunst der Biker liefern sich Touratech und Held ein Pingpong-Spiel, und das schon seit Jahren. In den letzten vier Jahren führten beide immer abwechselnd die Leserwertung an. In diesem Jahr ist Touratech wieder vorn. Dahinter steckt eine sensationelle Leistung. Die Abenteurer-Marke übersprang zum ersten Mal die 30-Prozent-Grenze, an der sie vorher schon gekratzt hatte, und heimste 6,2 Prozent mehr Leserstimmen als im Vorjahr ein. Die Firma Held, die sich auf vielen Ebenen verwirklicht, musste sich exakt zwei Prozent Zuwachs geschlagen geben. Bei Wunderlich dreht sich alles um technisches BMW-Zubehör. Mit den Tankrucksäcken, die alle die gleiche Grundform, aber für jedes BMW-Modell eine spezifische Halteplatte haben, landete das Unternehmen aus Sinzig auf dem dritten Platz und überflügelte SW-Motech/Bags-Connection.

Foto: Hersteller
Textilkleidung: Auf diese Auszeichnung ist Held ganz besonders stolz. Zum ersten Mal ging der Best Brand-Sieg in der Textilkleidung an das Familienunternehmen, das sich als erfolgreicher Vollsortimenter in der Motorradbekleidung etabliert hat.
Textilkleidung: Auf diese Auszeichnung ist Held ganz besonders stolz. Zum ersten Mal ging der Best Brand-Sieg in der Textilkleidung an das Familienunternehmen, das sich als erfolgreicher Vollsortimenter in der Motorradbekleidung etabliert hat.

Textilkleidung

Auf diese Auszeichnung ist Held ganz besonders stolz. Zum ersten Mal ging der Best Brand-Sieg in der Textilkleidung an das Familienunternehmen, das sich als erfolgreicher Vollsortimenter in der Motorradbekleidung etabliert hat. Seit Bestehen der Umfrage hat sich Held immer wieder verbessert. Die abgegebenen Stimmen haben sich fast verdoppelt. Held war schon oft ganz nah am Sieg, jetzt durfte die Trophäe mit nach Hause genommen werden. Dainese ist geschlagen, lauert aber weiter im Windschatten. Nur 0,4 Prozentpunkte trennen die Italiener von den Deutschen. Den dritten Platz eroberte Rukka und löste BMW ab. Unter den ersten Vier geht es seit Jahren heiß her. Jeder, nun auch Held, hat mindestens einmal den Sieg bei den Best Brands von MOTORRAD abgeräumt. Alle vier sind Dauerbrenner. Bisher sind sie zwar immer unter sich geblieben, aber letztlich sind die Positionen unter den kompletten Top Ten hart umkämpft. Hier zählt jede einzelne Stimme. Was einen Vorteil hat: Konkurrenz belebt das Geschäft. Auf Textilkleidung fahren vorrangig Besitzer von Tourenmotorrädern ab. Sie können sich dank herausnehmbarer Innenjacken oder Membranen je nach Wetterlage entblättern. Textilkleidung ist ganzjahrestauglich, verfügt über dicke und sichere Nähte und vor allem eine wasserdichte oder zumindest wasserabweisende Außenhaut. Bei Helds neuer sportlicher Tourenjacke „Antaris“ sind die Außentaschen auch als Air-Vent benutzbar. Viele Annehmlichkeiten wie Handytasche, doppelte Armweitenverstellung, eine Hüftweitenverstellung, Belüftungsreißverschlüsse oder ein Softkragen geben Bikern am Körper genau das Gefühl von Freiheit, wonach sie auf der großen Reise suchen. Wie in Lederkleidung kommt auch bei der Textilfraktion die Schutzwirkung nicht zu kurz. Sie funktioniert zunächst durch abriebfeste Materialien, die an besonders gefährdeten Stellen verarbeitet werden. Zweitens sind in vielen Textilien Soft-Protektoren an den signifikanten Stellen wie Schulter, Ellbogen oder Rücken integriert. 

Versicherungen

Die HUK-Coburg machte in der neuen Kategorie das Rennen und setzte sich unter 46 zur Wahl stehenden Versicherungen mit 24,4 Prozent durch. Die HUK-Coburg kam als einziger Teilnehmer über 20 Prozent. Haarscharf um 0,1 Prozent scheiterte die HUK24 an der Marke. Hier handelt es sich um eine Tochtergesellschaft der HUK-Coburg-Versicherungsgruppe. Sie wirbt mit viel Sicherheit zum günstigen Beitrag, was ihr auch per „Finanztest“ im Dezember 2014 mit dem Urteil „sehr gut“ bestätigt wurde. Die HUK24 ist eine reine Onlineversicherung. Das bedeutet: Die Angebotserstellung und Beitrags­berechnung und die ganze Beratung passieren ausschließlich übers Internet. Nix Telefon, kein Außendienst, keine Geschäfts­stelle. Durch die schlanken Prozesse werden aber Kosten gespart, was sich wiederum in den Beiträgen bemerkbar macht. Wer also einen Hauch von Ahnung im Internet hat, kann hier sein persönliches Schnäppchen machen. Unsere Leser sehen das jedenfalls so. Und wenn im Schadensfall doch die Luft eng wird und man nicht weiterweiß, geht zur Not auch der Service der HUK-­Coburg an die Strippe, denn die ist der Regulierungspartner. HUK-Coburg und HUK24 hielten den ADAC in Schach. Die Affären, die den Allgemeinen Deutschen Automobilclub in den letzten Monaten in den Grundfesten erschütterten, ­haben sicherlich Spuren hinterlassen. Wie loyal Motorradfahrer sind, zeigt allerdings, dass es der ADAC immerhin noch auf den dritten Platz schaffte. 

Werkzeug

Das Schrauben ist nicht immer des Motorradfahrers Lust, es sei denn, das Bike befindet sich im Umbau. Was die Profis in der Werkstatt haben, gibt es auch für die Nutzung zu Hause. Dabei stehen die Produkte der Firma Hazet aus Remscheid am höchsten im Kurs. Dort geht der Biker sicher, sich kein Billigheimer-Werkzeug eingehandelt zu haben, bei dem der nächste Schraubenkopf den Geist aufgibt. Und wer nicht selbst schraubt, sorgt zumindest mit einem auffällig in der Garage platzierten Teil von Hazet für höchste Anerkennung unter Experten. 145 Jahre Erfahrung in Entwicklung und Produktion von Standard- und Spezialwerkzeugen und 75 Prozent Eigenanteil der „made in Germany“ gefertigten Produkte würdigen die Leser von MOTORRAD mit einem klaren Sieg bei den Best Brands – und das seit zehn Jahren. Hazet ist einer der Protagonisten unserer Umfrage. Bei Hazet lässt sich auch gut mit links zupacken. Eine neue Universalzange, die speziell für Leute abgestimmt ist, die mit links arbeiten, lässt Träume wahr werden. Die Firma ist immer nah am Kunden dran, was sich im Motorsport am besten bemerkbar macht. Heimspiel ist der Nürburgring. Dort klebt an jedem Boxentor auch das Firmenlogo in unübersehbarer Größe. Die feinen und präzisen Werkzeuge von Proxxon und Gedore honorierten die MOTORRAD-Leser mit den Plätzen zwei und drei. Beide liegen wie immer dicht beieinander, wobei Proxxon mit 1,8 Prozent Zuwachs abschnitt und sich Gedore exakt auf Vorjahresniveau einpegelte. Rothewald zog an Stahlwille vorbei. Wera verputzte mit Westfalia und Snap-on gleich zwei Konkurrenten.

Zubehör/Umbauten

Zum fünften Mal in Folge erklomm Reise-Spezialist Touratech die oberste Podeststufe und sahnte mit dem Erfolg bei den Tankrucksäcken gleich doppelt ab. Die ersten Ideen wurden am Wohnzimmertisch in Niedereschach geboren, der erste wasserdichte Motorradcomputer folgte 1990. Mit diesem fasste die GbR einst Fuß auf dem Markt. Viele Reisekilometer später gehört das Unternehmen zu den größten in der Zunft. Angeboten wird nur, was sich im Praxistest bewährt hat. Spezialteile und viel Zubehör gibt es vor allem für alle aktuellen BMW-Enduros, aber auch für Reiseenduros von anderen Marken. Wer möchte, kann sich im Schwarzwald auch das komplette Motorrad umbauen lassen. Im vergangenen Jahr vom Leserwahl-Podium gefallen war Wunderlich. Der BMW-Experte meldete sich jetzt eindrucksvoll auf dem zweiten Rang zurück. Dafür rutschte Kellermann auf den vierten Platz. Rizoma auf dem dritten Platz liegt weiterhin im Aufwärtstrend. Einen Namen mit ihren Umbauten hat sich die Edelschmiede LSL aus Krefeld gemacht. Sie schaffte auf Platz fünf auch noch den Sprung über 30 Prozent der Stimmen.

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