Ducati 939 Supersport: Optisch an die Panigale angelehnt, technisch ein Mix aus Monster und Hypermotard.

Neuheit: Ducati 939 Supersport Volks-Ducati

Ducati 939 Supersport. Ducati erinnert sich, dass es neben Hightech-­Sportlern wie der Panigale auch einen zivileren Sportler-Markt gibt. Jetzt kommt ein Heizeisen mit klassischer italienischer Optik und schlanker Gestalt – wie in den 90er-Jahren.

Seit einiger Zeit nutzt Ducati die eigene Veranstaltung World Ducati Week, um neue Maschinen zu präsentieren. Vor einem Container dürfen dann Geduldige unter Abgabe ihrer Handys oder anderer Fotoapparate stundenlang anstehen, um einen Blick auf die Zukunft von Ducati zu erhaschen. Dieses Mal gab es eine neue Supersport-Maschine zu bestaunen. Und natürlich gelangten trotz allem irgendwelche unscharfen Handyfotos ins World Wide Web. Virales Marketing nennt man so eine Strategie, die die Neugier der Menschen nutzt, um Botschaften ganz kostenlos durch die sozialen Medien weitertragen zu lassen.

Die Botschaft hinter der aufgesetzten Geheimniskrämerei lautet: Ducati erhört endlich nach vielen Jahren all jene Sportfahrer, denen ein auch im Alltag bequem fahrbarer Supersportler am Herzen liegt. Einer, der zudem auch noch finanziell erreichbar und so gewissermaßen massenkompatibel ist. Genau so eigentlich, wie es die Supersport-Baureihe in den 90er-Jahren des letzten Jahrhunders war, die zahlreiche Fans bis heute begeistert.

Wie sah das Rezept damals aus? Mit dem luftgekühlten Zweiventiler, einer luftigen Sportmotorradoptik und geringem Gewicht schuf Ducati eine einzigartige Kombination. Die 900 Supersport war einfach schön, schlank und wendig. Die Stärkste war sie nie und verzichtete auch ganz bewusst auf jeglichen Hightech-Schnickschnack. Aber mit ihrem Gitterrohrfahrwerk und der an das Superbike 851 angelehnten Optik fuhr sich die Ducati in die Herzen aller Italo-Fans. Jedenfalls die ab 1991 gebaute Version. Die zweite konnte an die Erfolge nicht anknüpfen, was hauptsächlich optische Gründe hatte.

Wie stehen die Chancen der Neuen? Schau’n wir mal. Immerhin scheint die Basis der Maschine auf vorhandenen Komponenten aus dem Ducati-Regal aufzubauen. Das Fahrwerk sieht schwer nach Ducati Monster aus. Eine Einarmschwinge und der charakteristische, an den Zylinderköpfen befestigte dicke rote Rahmen sprechen dafür. Motorisch nutzen die Ducati-Ingenieure offensichtlich den ausgewogenen wassergekühlten V2 der Hypermotard 939, haben nach eigenen Angaben jedoch 80 Prozent der Teile überarbeitet. Dieser kurzhubige, in der Hypermotard gut 110 PS starke Motor läuft vibrationsarm und vergleichsweise weich.

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Optisch wiederum lehnt sich die neue Supersport ganz deutlich an die aktuelle Panigale an. Was natürlich Sinn macht, denn das Ducati-Topmodell gilt nach wie vor als außergewöhnlich attraktiv gestaltetes Motorrad. Solchermaßen abgemixt, dürfte ein recht leichtes, durchaus agiles Sportmotorrad entstehen, das sich wieder in die Herzen aller Italo-Fans fährt. Interessant wird sein, zu beobachten, wie Ducati mit der kleinen Panigale, der 959, verfahren wird. Denn diese dürfte zumindest optisch nicht weit von der Neuen positioniert sein. Durch die Euro 4-Regularien muss sie nämlich einen nicht gerade ansehnlichen Doppelrohrauspuff mit sich herumtragen, der entschieden die Linie stört.

Für die Neue hatten die Ducati-Designer freie Hand, alle Lärm- und Abgasbestimmungen in eine deutlich schickere Form zu verpacken. Und so dürfen sich alle Alltagssportfahrer auf die nächsten Monate freuen, denn bald werden sicherlich die ersten Fotos der echten Maschine auftauchen.

Preislich soll die neue Supersport durchaus attraktiv gestaltet werden. Gerüchte sagen, dass zumindest die Basisversion unter 13000 Euro zu haben sein wird. Eine besser ausgestattete S-Version soll in jedem Fall folgen.

So mancher Fan wird sich fragen, warum denn nicht der recht spritzige luftgekühlte 1100er-Zweiventiler zum Einsatz kommen wird. Eine gute Frage, die nur Ducati selbst beantworten kann.

Daten: Zweizylinder-90-Grad-V-Motor, 936 cm³, zirka 88 kW (120 PS) bei 10 000/min, Stahl-Gitterrohrrahmen, Telegabel, Doppelscheibenbremse vorn, Scheibenbremse hinten, Ø 300/245 mm, Sitzhöhe ca. 820 mm

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Foto: Ducati
Ducati 900 Supersport Bj. 1991: Schlankes Design und solide Technik begeisterten sofort.
Ducati 900 Supersport Bj. 1991: Schlankes Design und solide Technik begeisterten sofort.

Rückblick: Ducati Supersport

Ducati 900 Supersport Bj. 1991: Die beliebte luftgekühlte Sportlerin erblickte 1991 das Licht der Welt. Auf Anhieb begeisterten das schlanke Design und die endlich solide Technik. Denn statt auf italienische Zulieferer zu setzen, verbaute Ducati Mikuni-Vergaser und Showa-Federelemente. Später gab es die 900er auch mit Halbverkleidung und als Superlight mit Einmannhöcker und Magnesiumteilen.

Ducati 900 Supersport Bj. 1998: Mit komplett neuem Design und überarbeiteter Technik schickt Ducati die letzte Version der Supersport ins Rennen. Das ungewöhnliche Styling gefiel weniger. Dabei hatte die Maschine durch eine Einspritzung deutlich an Kultur und dank verbessertem Fahrwerk deutlich an Fahrbarkeit gewonnen. Der Gummi am Tank galt jedoch als Designsünde, genauso wie der Scheinwerfer.

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