Neuheiten 2014: Kawasaki, Yamaha, KTM & Co. Vor dem Stapellauf

Mehr und mehr sichert zum Jahresende durch, an welchen Neuheiten die Hersteller tüfteln, welche vor dem Stapellauf stehen und was die Gerüchteküche serviert.

 

Auf eine Patentschrift, die auf Entwickler von Kawasaki läuft, stützen sich die Vermutungen zur nächsten Z 1000, dem Power-Naked-Dauerbrenner von Kawasaki. Das bisherige Modell bedient sich beim Motor noch der Basis aus GPZ-Zeiten und dem eigenständigen Leichtmetall-Rückgrat-Rahmen. Das soll bald vorbei sein, eventuell sogar schon 2014 (siehe PS 9/2013), dann wird die „Zett“ nämlich den Rahmen der Superbike-ZX-10R bekommen, auf deren Basis auch der neue Z-Antrieb beruhen soll.

Wenn das stimmt, wird die brachiale Superbike-Leistung von 200 PS sicher
für kräftige Midrange-Power geopfert. Schwachbrüstig würde die Z 1000 dennoch nicht sein, sondern sicher
150 PS oder mehr haben (bisher 139 PS). Unser Retuscheur hat sich die Patentschrift mal genauer angesehen und festgestellt, dass auch kleine Halogen-Scheinwerfer mit Lampenmaske an den Rahmen der ZX-10R angepasst waren. Optisch dürfte sich gegenüber der Retusche freilich noch einiges tun.
Ob die Z 1000 schon 2014 zu kaufen sein wird, ist allerdings fraglich, aber vielleicht wird sie ein Highlight der Intermot im nächsten Jahr.

Richtig konkret sind dagegen die Neuerungen an der Z 1000 SX, die vom Grundkonzept unverändert bleibt. Warum auch nicht, denn sie ist weltweit eine der erfolgreichsten Kawasaki-Modelle. 2014 wird allerdings auch der Sport-Tourer Erbe der Superbike-Entwicklung und bekommt das Elektronikpaket mit der Traktionskontrolle. Das Ansprechverhalten des Motors soll außerdem verbessert worden sein, und das Fahrwerk wurde sowohl an der Gabel als auch am Federbein überarbeitet. Auffälligstes Merkmal ist das Handrad der Federvorspannung. Kawasaki legte außer-
dem an der Airbox und der Vorderradbremse moderat die Hand an.

Yamaha

Der Motor der MT-09 war bei der Präsentation (siehe S. 16) noch nicht kalt, da bohrte Kollege Robert Glück bei den Yamaha-Leuten wegen einem Sportler mit dem wunderbaren Dreizylindermotor nach.
Die Herren gaben sich sehr zugeknöpft, nickten aber auf die Frage nach weiteren Drillingen von Yamaha bereitwillig. Diskutiert wurde unter anderem ein Fun-
bike im Stil der Langbeiner wie Versys 1000 oder Multistrada, worauf das Gespräch bald verstummte – ein Indiz, das etwas dran sein muss. Ist der Sportler, wie ihn Computer-Spezialist Kar Lee oben zeigt, damit vom Tisch? Wir glauben nicht, denn mit dem Konzept müsste Yamaha zwar keine Rennserie bestücken, aber Sportfahrer auf der Landstraße beglücken. Auch wenn die immer weniger werden, könnte das Konzept aufgehen und genug Stückzahlen bringen – immer vorausgesetzt, der Preis stimmt. Und der könnte angesichts des MT-09-Preises recht niedrig sein, falls Yamaha mehr in Richtung Honda CBR 600 F statt der „echten“ Supersportler wie der R6 oder der nächsten R1 denkt. Aus der Ecke der treuen Yamaha-Händler hören wir jedenfalls schon, dass ein Sport-Triple im Entstehen sein soll.

Wie sich unser Retuschen-Fachmann die neue R1 vorstellt, wollten wir Ihnen, liebe Leser, an dieser Stelle auch nicht vor­enthalten. Zumindest als Diskussions­vorlage erfüllt die Grafik ihren Zweck. Wir wünschen uns jedenfalls bei einem Auspuff neben der Schwinge ein deutlich schlankeres Heck. Sicher ist, dass es vor Ende 2014 kein neues Superbike von Yamaha geben wird. Erhalten bleiben soll das Motor-Grundprinzip des „Crossplane“, dem Hubzapfenversatz an der Kurbelwelle, der sowohl der aktuellen R1 als auch der Grand Prix-Maschine M1 diesen charak­teristischen Sound beschert. Aus inter­nationalen Sportkreisen haben wir erfahren, dass die Entwickler bei deutlich über 200 PS stehen, damit aber noch Probleme haben. Längst kein Diskussionspunkt mehr ist das Elektronikpaket der nächsten R1. Dieses dürfte der S 1000 RR,
der Panigale oder der Aprilia RSV4 APRC
in nichts nachstehen.

KTM & Co.

Ähnlich komplex dürfte die Elektronik der KTM 1290 Superduke sein. Spätestens in ein paar Wochen werden wir hier Gewissheit haben, denn dann präsentieren die Mattighofener dieses radikale und so sehnlichst von vielen Fans der Marke erwartete Naked Bike.

Doch die Hinweise aus Österreich deuten auch darauf hin, dass man die Sparte unter 1000 Kubik, die gegenwärtig etwa die 990 Superduke R oder die 990 SMR besetzen, nicht brachliegen lassen will. Ob der potente 990er-Twin weiterleben oder
in anderer Konfiguration etwa wie bei Ducati oder jetzt Yamaha etwas weniger Kubik haben wird, ist reine Spekulation.

Keine Spekulation ist die nächste Mo-
dell-Vorstellung von BMW. Die wird wie bei der Superduke oder der Ducati 899 Panigale im Oktober sein und ein Boxermodell betreffen. Konkret das Retro-­Modell, ähnlich dem Roland Sands-Modell, das sowohl beim BMW-Festival in Garmisch, dem Goodwood-Festival als auch unlängst am Glemseck 101 unweit der PS-Redaktion live zu sehen war.

Dabei wird es BMW in diesem Jahr an interessanten, sportlichen Motorrädern aber nicht bewenden lassen. Es ist sicher: Die nackte S 1000 RR, wie auch immer sie dann heißen mag, wird in Mailand gezeigt und 2014 auf den Markt kommen. Näheres war dazu allerdings nicht zu erfahren.

Und so bleibt es bis zur Eicma vom
4. bis 10. November in Mailand und darüber hinaus weiter spannend, was uns 2014 noch so alles an sportlichen Neuheiten in Aufregung versetzen wird.

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