Neuheiten: Entwurf Kawasaki Z 1000 Z wie Zugpferd

Japanische Supersportler werden alle zwei Jahre überarbeitet. Deshalb erwartet alle Welt eine neue ZX-10R als Kawasaki-Flaggschiff. Wenn sich alle Welt da mal nicht täuscht. Denn es mehren sich die Anzeichen dafür, dass Kawa für 2010 auf ein ganz anderes Zugpferd setzt: eine neue Z 1000.

Was waren das für glorreiche Zeiten, 2003 und 2004, als Kawasaki die erste Z 1000 der Neuzeit präsentierte. Anknüpfend an eine in den 1970er Jahren begründete Legende, doch keinesfalls rückwärts gewandt, technisch und optisch im Heute, die Flamme weitertragend, nicht die Asche bewahrend. Das hatte gesessen; innerhalb von zwei Jahren verkaufte Kawasaki allein in Deutschland 5019 Exemplare. Dann sanken die Verkaufszahlen, und Ende 2006 war die Zeit für eine neue Z 1000 gekommen, das C-Modell mit durchzugstärkerem Motor und ABS, das heute noch im Angebot ist. Es lief selbst in seinem stärksten Jahr nicht so gut, wie die A-Variante in ihrer relativ schwachen dritten Saison. Offensichtlich konnte das kantig gestylte Motorrad weniger überzeugen als die puristische erste Ausführung, und die herannahende Krise mag die Zurückhaltung der Kunden noch verstärkt haben.

Designer und Ingenieure von Kawasaki müssen also einen starken Anreiz schaffen, wenn sie mit der dritten Generation Z 1000 auf die Erfolgsspur zurückfinden wollen. Auf technischem Gebiet könnte dieser An-reiz vom Motor ausgehen, denn Kawasaki wird wohl den leichten, modernen Vier-zylinder der ZX-10R für die Z 1000 wählen. Leistung wird mit dieser Basis kein Thema sein. Ob der Motor in Z-1000-Konfiguration den Zylinderkopf des 188 PS starken Supersportlers bekommt oder nach dem Vorbild von Honda CB 1000 R oder Yamaha FZ1 einen neuen Kopf mit kleineren Kanälen und Ventilen zur Steigerung der Durchzugskraft erhält, konnte MOTORRAD noch nicht herausfinden. Gegenüber dem alten Triebwerk, im Grunde ein aufgebohrter ZX-9R-Motor aus den 1990er-Jahren, dürfte der Neue etliche Kilogramm einsparen und dank seiner kompakten Bauweise die Silhouette schmaler machen.
Der Entwurf von Stefan Kraft basiert nicht nur auf dessen Phantasie und Krea-tivität, es sind auch ganz konkrete Hinweise darin verarbeitet, die aus Frankreich und Japan stammen. Sie gehen in dieselbe Richtung und legen nahe, dass der Raumgewinn durch den kleineren Motor auch im Erscheinungsbild umgesetzt wird. So wird zum Beispiel die Frontverkleidung noch knapper gehalten als beim aktuellen Motorrad, der flächige Scheinwerfer weicht kleineren Leuchteinheiten. Die Gestaltung der Auspuffanlage wird sich stärker an der kultigen Vier-in-vier-Konfiguration des A-Modells orientieren. Was bedeutet, dass zierlichere Schalldämpfer den Anschein von vier Endrohren erwecken. Die betont schlanke Taille des Kraftschen Entwurfs hat vor allem ergonomische Gründe. Mehr noch als die Sitzhöhe bestimmt die sogenannte Schrittbogenlänge wie sicher sich ein Motorrad im Stand halten lässt, und die lässt sich verringern wenn die Sitzbank im vorderen Teil sowie die Tankflanken schmal gehalten werden. So gelingt es, kleineren Fahrern selbst bei einer für die Fahrdynamik wichtigen Sitzhöhe von um die 800 Millimeter einen sicheren Stand zu verschaffen. Stärker und leichter wird sie also, die nächste Z 1000. Doch sie kann noch viel mehr schaffen: eine Aura von Leichtigkeit, Esprit und Spritzigkeit entfalten, die dem derzeitigen Motorrad etwas abgeht.

Artikel teilen

Aktuelle Gebrauchtangebote

Alle Artikel