Pitlane Langstrecken-WM in Oschersleben Wieder premium

Die legendäre German Speedweek in Oschersleben ist zurück im Kalender der FIM-Endurance-Weltmeisterschaft. Vom 9. bis 12. August feierte man die spektakuläre Wiedergeburt mit einem Mega-Event beim Acht-Stunden- WM-Lauf in der Motorsport Arena.

Endlich hat Oschersleben seinen hochkarätig besetzten internationalen Langstrecken-WM-Lauf zurück! Mitte August war es so weit, die besten Endurance-Racer dieses Planeten zogen wieder bei einem Lauf der Langstrecken-WM wie irre am Kabel. Es mag vielleicht in der MotoGP noch schnellere Fahrer geben, aber ganz sicher keine härteren. Schon nach den Trainings war klar, dass sich die Topteams auf dem 3,6 Kilometer langen, anspruchsvollen Kurs ein achtstündiges Sprintrennen liefern würden. Die amtierenden Weltmeister und Führenden in der WM 2012, das Suzuki Endurance Racing Team (S. E. R. T.), stand mit den Piloten Philippe/Delhalle/Kagayama auf der Pole, knapp vor dem BMW-France-Werksteam mit Cudlin/Gimbert/Nigon und dem Monster Energy Yamaha Austria Racing Team (YART) mit dem Trio Jerman/Martin/Nakasuga. Nakasuga war es auch, der im Qualifying mit einer unglaublichen 1:26,397 die schnellste Trainingsrunde fuhr.
Am Samstag um 14 Uhr wurden die
30 Teams von Rennleiter Ottmar Bange per Le-Mans-Start losgelassen. Knapp eine Runde später brannte nach einem Sturz bereits ein Motorrad, was zur ersten Safety-Car-Phase führte.
Philippe hatte sich auf der Suzuki von Anfang an die Spitzenposition gesichert, aber Nakasuga auf der YART-R1, Cudlin auf der BMW und der britische Isle-of-Man-Hero John McGuinness auf der TT-Legends-Fireblade lauerten direkt dahinter. Nach einer halben Stunde kam Nakasuga durch einen Fahrfehler von Philippe zu Fall, und das Team um Mandy Kainz fiel weit zurück. In Stunde zwei hatte sich das Team Yamaha France GMT 94 mit Checa/Foray/Giabbani auf den dritten Platz nach vorne gearbeitet und die TT-Legends auf Rang vier verdrängt.
Das Bolliger Kawasaki Team aus der Schweiz wurde gleich zu Beginn weit zurückgeworfen, als Stamm von West, der als Teamkollege von Nina Prinz beim Qatar Endurance Racing Team (QERT) engagiert worden war, gerammt wurde
- und beide stürzten. Prinz überzeugte mit schnellen Zeiten, die selbst John McGuinness mit offenem Mund vor der Zeitenliste erstarren ließen. Zitat: "Ich kann nicht fassen, dass eine Frau so schnell sein kann - und das auf einer Suzuki!"
Pech hatte das deutsche Penz13-Team von Rico Penzkofer, das aktuell das Superstock-Klassement anführt. Nach zwei Stürzen und einem defekten Schräglagensensor konnte man nicht mehr um einen Podiumsplatz streiten. Penz hat aber bereits Plan B parat: "Wir gewinnen jetzt einfach in vier Wochen in Le Mans, dann sind wir Meister."
Die Superstock-Klasse in der Oschersleben-Wertung machten die französischen Teams Motors Events auf Rang eins und 3D Endurance auf Rang zwei unter sich aus. Nina Prinz und ihr Team kämpften sich nach Sturz noch auf den letzten Podiumsplatz nach vorne.
In der Open-Kategorie siegte das deutsche Team RS Speedbikes Racing mit den Fahrern Albrecht/Hanke/Kollan (im Gesamtklassement 13.) knapp vor den Lokalmatadoren vom TSV-Völpke-Team (beide BMW) und der KTM Endurance Battle Crew 53 von Konrad Schittko. RS-Teamchef Karsten Wolf saß nach dem Rennen in der Box und weinte vor Glück. Seine Mannschaft hatte sogar das beste deutsche Team in der EWC-WM-Wertung - das Team Motobox Kremer - um 16 Sekunden geschlagen.
Ganz vorne tobte bis zum Schluss der Dreikampf S. E. R. T vs. BMW 99 vs. GMT 94, der in dieser Reihenfolge um 22 Uhr im Dunkeln sein Ende fand. S. E. R. T. baute mit dem Sieg den Vorsprung in der WM aus, aber BMW France und die Honda TT Legends liegen punktgleich nur 19 Zähler zurück auf den Rängen zwei und drei. Wir dürfen uns, bei noch 40 zu vergebenden Punkten für einen Sieg, auf ein Krimifinale am 8./9. September bei den 24 Stunden von Le Mans freuen.
Schlusswort von Damian Cudlin (BMW France 99): "Wir sind ein fehler-loses und perfektes Rennen gefahren. Wir hatten nur ein Problem: Die S. E. R. T.-Jungs waren heute noch fehlerloser und noch perfekter. Es ist wunderbar, dass wir wieder in Oschersleben fahren. Ich liebe die Leute und die Atmosphäre hier! Und wer weiß, vielleicht werden aus den acht Stunden ja bald wieder 24 …"
1 Tommy Hofmann - Sieger
der Classic Endurance

2 Racing-Graffiti - Felge des Teams Penz13.com 3 Begeisterte Fans schlagen kurz vor dem Le-Mans-Start Wellen 4 Pedro Vallcaneras (Penz13) surft durch die Nacht
5 RS Speedbikes Racing - Sieger der Open-Klasse

6 Kagayama (S. E. R. T.) auf dem Platz an der Sonne 7 S. E. R. T. am Gipfel: Delhalle, Teamchef Méliand, Philippe und Kagayama

EWC = Endurance World Championship, SST = Superstock-Klasse, Open = Open-Klasse

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