Rallyesport: Dakar-Vorschau Privat Vergnügen

Umstrittene Regeländerungen, vor allem zum Vorteil der kleineren 450-cm³-Maschinen, führten zum Rückzug des im Rallyesport dominanten KTM-Werksteams. Die Fahrer bringen die Werks-KTM nun in Privatteams an den Start der Dakar 2010.

Foto: Hersteller
Warum einfach, wenn‘sauch kompliziert geht? Die neuen Regeln der Dakar-Rallye, vom 1. bis 17. Januar 2010 wieder in Argentinien und Chile, gestalten sich jedenfalls eher unübersichtlich. Zu-gelassen sind Motorräder bis 450 cm?. Maschinen mit mehr Hubraum wie die bisher vorherrschenden KTM 690 müssen einen Einlassluftmengenbegrenzer tragen, der die Motorleistung von gut 80 auf etwa 60 PS reduziert, also in den 450er-Bereich.
Dies gilt allerdings nur für die 37 Fahrer auf der von Dakar-Veranstalter ASO veröffentlichten Liste der "Elite-Piloten". Alle nicht genannten dürfen im Rahmen einer bis 2012 wirkenden Übergangsregelung vorerst weiter mit unbegrenzten Einzylinder-Maschinen antreten. Erreichen wollte die ASO damit auch ein Ende der KTM-Monokultur, also die Teilnahme zusätzlicher Hersteller, die über taugliche 450er-Motoren ver-fügen. "Aber keine nennenswerte Marke ist dazu gekommen", ärgert sich KTM-Motorsportberater Heinz Kinigadner. Und hält die weitere Begründung für den kleinen Hubraum, Sicherheit der Fahrer, für vorgeschoben. "Wir haben bei der Pharaonen-Rallye im Oktober ausgetestet, dass sich unsere KTM 690 Rally mit oder ohne Restrictor in der Praxis kaum unterscheidet", erklärt der zweifache Moto-Cross-Weltmeister, "und auch mit einer guten 450er wie der Aprilia-Zweizylinder bist du kaum langsamer. Allerdings würden Topfahrer wie unsere Werks-piloten Marco Coma oder Cyril Despres die kleinen Maschinen weit mehr ausquetschen, was zu mehr Motorschäden führt und damit die Kosten hoch treibt."
Auch ohne Werkseinsatz bleibt KTM-Orange bei der Dakar 2010 allgegenwärtig. Coma und Despres starten zwar in selbst organisierten Privatteams, aber auf ihren bewährten Werks-690ern - mit Restrictor -, gelten weiterhin als Top-Favoriten und werden wie alle KTM-Fahrer vom Kunden-service-Truck betreut. Die trotz allem nicht sehr zahlreichen KTM-Gegner sind vor allem, wie schon 2009, David Fretigné auf Yamaha 450 sowie die Aprilia-Werksfahrer Francisco Lopez und Gerrad Farres. Zum großen Außenseiter könnte Rallye-Vizewelt-meister und Dakar-Elfter 2009 Jakub Przygonski werden. Der Pole steht unverständlicherweise nicht auf der ASO-Elite-Liste und darf daher mit der offenen KTM 690 antreten.
Nur ums Ankommen nach 15 Etappen und 8937 Kilometern geht es den Deutschen Tina Meier aus Hamburg auf Yamaha und KTM-Fahrer Ingo Zahn aus Bayern, die beim Service zusammenspannen.
Auch die Dakar 2010 wird wieder ausführlich von Eurosport übertragen. Unter dem Sendetitel "Destination Dakar" laufen drei Vorschau-Sendungen, am 8. Dezember um 20.00 Uhr, am 15. Dezember um 19.00 Uhr und am 22. Dezember um 17.45 Uhr. Während der Rallye vom 1. bis 17. Januar 2010 gibt es täglich um 23.00 Uhr eine Live-Schaltung ins jeweilige Etappenziel in Verbindung mit einer Tageszusammenfassung. Kommentator ist Eurosports Motorsport-Allzweckwaffe Norbert Ockenga.

Artikel teilen

Aktuelle Gebrauchtangebote