Sport: Die Zukunft von Stefan Bradl Wohin Stefan?

Stefan Bradl führt die Moto2-WM an, könnte der erste deutsche Weltmeister seit fast 20 Jahren werden und 2012 wahrscheinlich im MotoGP angreifen. Wird Bradl das wirklich? Und was wird ihn dort erwarten?

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Kevin Schwantz über Stefan Bradls Chancen

Stefan ist anders als die Konkurrenten nie in Eile. Er wirkt immer bedächtig, weich. Meiner Meinung nach kannst du auf einer 125er- oder einer Moto2-
Maschine stark werden, du kannst
sie niederkämpfen. Es gibt Jungs,
die sehr schnell fahren können.
Aber das Motorrad bäumt sich auf, wackelt und schlingert, alles ist außer
Kontrolle. In der Moto2-Klasse gibt
es Situationen, wo du mit dieser
Fahrweise durchkommst. Doch im MotoGP geht mit Gewalt gar nichts. Wenn du den nächsten Schritt in
die MotoGP unternimmst, zählt nur noch Finesse. Diese Finesse hat Bradl auf der Moto2-Maschine schon oft gezeigt. Die MotoGP-Bikes haben
so viel Power, so viel Grip, brauchen so viel Schräglage, dass du sie nicht durch Kampf unterwerfen und auf die richtige Linie zwingen kannst. Es würde dich physisch zermürben.
Ich habe Stefan schon letztes Jahr beobachtet. Es kommt mir vor, als habe er über Winter einen Schalter umgelegt. Er ist wie ausgewechselt - manchmal denke ich, da steht ein anderer in seinem Leder da. So gut und konstant wie er
in dieser Saison gefahren ist, traue ich ihm den Wechsel zu. Wenn es Leute in der Moto2 gibt, die bereit sind für die MotoGP, dann gehört er dazu. Trotzdem ist der nächste Schritt immer noch sehr schwierig. Er wird zunächst Mühe haben, unter die ersten zehn zu fahren, was sehr entmutigend für ihn sein wird. Gleich-
zeitig musst du dir die Fahrer anschauen,
die in dieser Klasse antreten. Das Equip-
ment, das in den Boxen steht, um das Maximum herauszuholen, und wie stark die Werke sich ins Zeug legen, nach vorn zu kommen. Wenn du dann auf einer Leasingmaschine antrittst, ist das
nun mal ein Motorrad für zehnte oder zwölfte Plätze. Und wenn er sie unter den ersten zehn platzieren kann, wird das schon fast wie ein Sieg für ihn sein. Ihm steht auf jeden Fall eine steile Lernkurve bevor. An eines sollte er sich dabei immer erinnern: An seinen flüssigen, sanften Fahrstil von der Moto2. Wenn er auch im MotoGP versucht, flüssig und sanft zu fahren, dann platzt der Knoten.

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