Alex Hofmann im Blickpunkt: Vom MotoGP-Fahrer zum TV-Kommentator.

Spotlight Unsere Helden Alex Hofmann

Der bisher letzte deutsche MotoGP-Fahrer wechselte vor zwei Jahren die Seiten und beeindruckt seitdem als kompetenter TV-Kommentator.

Grand-Prix-Reporter beim Fernsehsender Sport 1, Testfahrer von Max Biaggis Weltmeister-Superbike bei Aprilia, seit vier Monaten auch noch glücklicher Familienvater: Die Welt ist in Ordnung für Alex Hofmann. "Jetzt ist Payback-Time. Denn meine Zeit als MotoGP-Rennfahrer war ja nicht ganz so glücklich", grinst der 29-jährige Ex-Rennfahrer.
Drei Jahre hatte Hofmann auf der unterlegenen Kawasaki, zwei weitere im Pramac-Ducati-Satellitenteam vergeblich auf den Durchbruch in der Königsklasse gewartet: "Ich habe zwar noch mit mir gerungen, 2008 in die Superbike-WM zu wechseln, bis mir klar war: Das ist nicht mein Traum." Stattdessen bot sich der Job als Testfahrer für die Aprilia RSV4, und dann rief TV-Kommentator Edgar Mielke an, ob er als Experte für Sport 1, damals noch DSF, zu den GP mitreisen wolle.
Dieser Job war Hofmann wie auf den Leib geschneidert. Nicht nur, dass er fünf Sprachen spricht, er kennt die Herren Rossi oder Stoner noch als Fahrerlager-Freunde und weniger als Stars: "Die Akzeptanz
ist riesig. Wir kommen verdammt nah ran, und entsprechend locker und lustig sind die Kollegen vor der Kamera. Die Rennfahrer haben Spaß dran, weil ein Ex-Racer auch aus Fahrersicht sinnvolle Fragen stellt."
Aufgrund seines Aprilia-Testjobs ist Alex up to date geblieben, was moderne Motor-Elektronik ebenso betrifft wie Rundenzeiten. Als Testpilot hat Hofmann maßgeblich zum Superbike-WM-Titel Max Biaggis beigetragen. "Was wir vor Saisonbeginn ausgearbeitet haben, steckte dann fast zu 100 Prozent auch an den Rennstrecken drin. Darauf bin ich stolz", erklärt Hofmann.
Weil die Piaggio-Gruppe über einen Ausstieg aus dem Straßenrennsport nachdenkt, könnte
für Hofmann im nächsten Jahr "die Reise woandershin" gehen. Womöglich zu BMW, von wo
er bereits mit Autos versorgt wird. "Es gäbe schlimmere Jobs als mit einem deutschen Hersteller ein MotoGP-Bike zu entwickeln", lächelt der Bayer mit ägyptisch-stämmigem Vater.
Wenn es im Leben des ehemaligen 250er-Europameisters überhaupt Dinge gibt, die ihn reuen, dann vielleicht, dass er "nicht mal ein Jahr unter perfekten Voraussetzungen" bekommen hat in der MotoGP-Klasse, mit einem guten Team, einem konkurrenzfähigen Motorrad und echten Chancen, sich dort zu beweisen.

Anzeige
Anzeige

Geboren: 25. Mai 1980Wohnort: Richterswil/SchweizHomepage: www.alex66.comHobbys: Musik, Apple-Computer, Sprachen, E-Gitarre 1984 bis 1994: Mehrere Jugend-Motocross-DM-Titel1998: 250-cm³-Deutscher- und Europameister,
WM-29. auf Honda1999: 250-cm³-WM-16. auf TSR-Honda2000: 250-cm³-WM-25. auf Aprilia2001: 250-cm³-WM-12. auf Aprilia2002: MotoGP-WM-22. auf Honda und Yamaha2003: MotoGP-WM-23. auf Kawasaki2004: MotoGP-WM-15. auf Kawasaki 2005: MotoGP-WM-19. auf Kawasaki2006: MotoGP-WM-17. auf Pramac-Ducati2007: MotoGP-WM-13. auf Pramac-DucatiSeit 2008: Aprilia-Superbike-WM-TestfahrerSeit 2009: Sport 1-MotoGP-TV-Kommentator

Artikel teilen

Aktuelle Gebrauchtangebote

Alle Artikel