Im Test: E-Sprit Fury 100 Stromhengst

Der Fury ist wahrlich kein Herdentier, sondern ein Zugpferd mit entzückend wilden Eigenarten.

hoch das bein! Sportlich wie aufs Motorrad schwingt sich der Fury-Bändiger; der hohe Mitteltunnel verlangt’s. Derselbe Mitteltunnel bietet, ebenfalls in bester Reitermanier, so etwas wie Schenkelschluss; das fühlt sich eher nach Motorrad als nach Roller an.Und Vorsicht: Wenn der Hauptschalter unter der Sitzbank umgelegt und der Schlüssel gedreht ist, scharrt Fury still mit den Hufen. Kein Leerlauftuckern warnt vor dem mächtigen Antritt, den ein Dreh am Gasgriff hervorruft. Die ausladenden Dimensionen und
das hohe Gewicht, lassen zwar eher an ein Brauereipferd denken, nicht so sehr an einen Galopper. Das Fahrwerk fühlt sich hart an, obwohl die auffälligen, einstellbaren Federbeine hinten mehr Komfort erwarten lassen. Die üppige Sitzpolsterung fängt Stöße jedoch verlässlich ab. Auf der opulenten Bank sitzen Fahrer und Sozius auch mit breiten Hüften bequem, große Füße fühlen sich im Fußraum gleichwohl beengt. Apropos: Ein ebenfalls karges Raumangebot bietet das Helmfach, ein Integralhelm passt nur in Ausnahmefällen hinein. Immerhin ist ein langes Ladekabel integriert. Der Hersteller verspricht, dass Fury bis zu 100 km/h schnell oder bis zu 90 Kilometer weit fährt. Für die Praxis außerhalb
der Prüfstände und Labore scheinen 80 km/h und 70 km realistisch. LED auf dem Mitteltunnel zeigen den Ladestand an. Bis 20 km/h will Fury nur spielen. Hat er aber Fahrt auf-
genommen, braust er an jedem Ackergaul und Schlachthof vorbei, traut sich gar an steilste Steigungen. Auf der Abfahrt läd der Gescheckte beim Bremsen die Akkus auf. Fury will nicht an der Longe geführt werden, er verlangt Sporen! (mk)
5 750
? Läd beim Bremsen? Reagiert sensibel auf den Dreh am Gasgriff? Gute Beschleunigung? Saubere Verarbeitung? Ladegerät integriert? Zubehör erhältlich
? Relativ schwer? Sehr hoher Mitteltunnel? Ins Helmfach passt allenfalls
ein Jethelm, kein Integralhelm? Geringe Reichweite? Ordentliche Beschleunigung
erst ab 20 km/h
1430 mm
820 mm
40 Ah
133 kg
Motor
Aller Anfang ist schwer: Erst jenseits der 20 km/h zeigt Fury Biss - dann zieht er ordentlich an, das Gas
ist dabei angenehm zu dosieren.
Fahrwerk
Trotz weicher Sitzpolsterung lässt es sich nicht leugnen: Das Fahrwerk wirkt überdämpft. Wendemanöver bereiten dem dicken Pferdchen aber Freude.
Bremsen
Huch, die Bremshebel haben ganz schön viel Spiel - beim Bremsen schaltet sich die Energierückgewinnung ein. Na dann: in die Eisen!
Ausstattung
Nach hinten wie nach vorne gute Sicht - volle Punktzahl für die Rückspiegel, das Licht überzeugt. Der Hauptständer ist schwerfällig, das Helmfach klein.
Komfort
Behaglich wie im Fernsehsessel fühlt man sich auf der ordentlich gepolsterten Sitzbank. Hinfläzen geht zwar nicht, dafür aufrecht entspannen.
Einsteigertauglichkeit
Fury ist kinderleicht zu fahren, nur vielleicht etwas schwer. Wer nicht schneller als 54 km/h fahren will, der schaltet in den sparsamen L-Modus.

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