Im Test: Honda SW-T 600 Die sanfte Tour

Der Honda SW-T 600 tritt in die Fußstapfen des komfortablen Langstrecken-Reiserollers Silverwing.

? Große Schräglagenfreiheit ? Viel Platz für Fahrer,
Passagier und Gepäck? Viel Komfort? Sparsam im Verbrauch? Prima Windschutz? Gut platzierte Rückspiegel
? Fahrwerk sehr weich? Motor vibriert ein wenig? Hoher Preis? Windschild nicht verstellbar
Neues Modell oder Facelift? Eine müßige Diskussion. "Wichtich is auffer
Straße", würde Otto Rehhagel sagen. Dort lässt der SW-T 600 keinen Zweifel an seiner rundum komfortablen Auslegung: Die hohe Scheibe und die üppige Verkleidung bieten fantastischen Wetterschutz. Der Zweizylinder läuft weitgehend geschmeidig, lässt sich nur unter Last gelegentlich zu leichten Vibrationen hinreißen. Das Fahrwerk spricht sensibel an und filtert - trotz rollertypisch kurzer
Federwege - enorm gründlich Schlaglöcher und Bodenwellen heraus, bevor sie den
Steiß des Fahrers oder Beifahrers malträtieren. Kehrseite dieser Auslegung: Will jemand das sportliche Potenzial ausloten, welches
die ABS-bestücken Integralbremsen und die überraschend große Schräglagenfreiheit des SW-T 600 bieten, zeigen pumpende und rührende Bewegungen an Front und Heck schnell die Grenzen auf. Also wieder zurück zur Komfort-Tour, das Visier aufgeklappt und souverän über Land gebummelt. Kreuzt doch einmal unvermittelt eine Stadt den Weg, erleichtern die ausgewogene Balance und
die sehr tauglichen Rückspiegel die Pflichtübung zwischen Autokolonnen und Ampeln. Wer mit dem Helmfach nicht ausreichend bedient ist (es fasst immerhin zwei
Integralhelme), der kann für 391 Euro Aufpreis ein 40 Liter großes Topcase
erstehen. Da Rollerfahrer prinzipiell wetterharte Immerfahrer sind, dürften sich auch
die optionalen Heizgriffe für 239 Euro großer Nachfrage erfreuen. Positiver Abschluss:
4 Liter/100 km sind ein fairer Verbrauch. (mf)
755 mm
1600 mm
16 Liter
257 kg
Eine Integralbremse wirkt auf Vorder- und Hinterradbremse gleichzeitig, auch wenn der Fahrer nur eine davon betätigt. Am SW-T 600 arbeitet sie teilintegral: Der linke Hebel bremst vorn und hinten, der rechte nur vorn.
Motor
Kraftvoll tritt der Zweizylinder an und bietet bis Autobahntempo souveränen Vortrieb. Sensiblen Zeitgenossen klingt er vielleicht einen Hauch zu rauh.
Fahrwerk
Gemacht für alle, die nicht genug Komfort haben können: sensibel ansprechend und sänftenartig gefedert. Für scharfes Tempo zu weich.
Bremsen
Warum vorn nur eine Scheibe bremst? Weil das voll und ganz reicht, sie hat die Fuhre gut im Griff. Dank ABS verzögert der Roller außerdem stressfrei.
Einsteigertauglichkeit
Gutmütiger Motor; die Variomatik erspart dem Fahrer das Schalten.
Dennoch: 250 kg und 2,28 m Länge verlangen ein wenig Erfahrung.
Komfort
Entspanntes, windgeschütztes Reisen auf einer üppigen und angenehm
gepolsterten Sitzbank, dazu viel Platz für die Beine: Das grenzt an Luxus.
Ausstattung
Skandal: Nicht einmal gegen Aufpreis ist eine Espressomaschine fürs Helmfach erhältlich! Spaß beiseite: natürlich volle Punktzahl für den Tourer.
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