Heute fahren und sehen die Bikes von Zero aus wie richtige Motorräder: Zero FXS ZF 6.5.

Zero FXS ZF 6.5 im Test Zero, wir fahr’n nach Lodz

Okay, wir fahren ein Stückchen in die Richtung. Denn das Hauptproblem von Elektrofahrzeugen, die Reichweite, löst auch diese Zero nicht.

Unglaublich, aber wahr: Bereits seit zehn Jahren ist die Marke Zero auf dem Zweiradmarkt vertreten. Die Anfänge in Deutschland waren mehr als holperig. So endete die erste Präsentation der noch mit vielen Mountainbike-Komponenten zusammengesteckten damaligen Enduro bereits, bevor sie begonnen hatte. Schon nach dem ersten zaghaften Hüpfer auf einer Crossstrecke brachen bei der Landung beide Bolzen der Schwingenlagerung, einzig die Bremsleitung sorgte noch für eine Verbindung von Vorder- und Hinterrad. Mangels Ersatzteilen und -bikes war die Veranstaltung damit beendet. Heute ist die Angelegenheit längst verjährt und vergeben, zeigt aber auch, mit welchen Schwierigkeiten die damalige Truppe zu kämpfen hatte.

Derlei Ungemach ist längst nicht mehr zu befürchten. Sämtliche Fahrwerks-, Rahmen- und Bremskomponenten entsprechen in Dimensionierung, Verarbeitung und letztlich auch der Funktion den Vorstellungen, die man gemeinhin bei ausgewachsenen Motorrädern hat. Und zweifellos ist die in ein Supermoto-Gewand ­gehüllte FXS ein solches. Der wartungsfreie E-Motor liefert eine Leistung von 33 kW, entsprechend 44 PS, kupplungs- und nahezu spielfrei via Zahnriemen ans Hinterrad. Beeindruckender als die Leistung ist jedoch das Drehmoment von 95 Nm, das über den kompletten Drehzahl- und Geschwindigkeitsbereich anliegt.

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Um ungewollte Wheelies zu vermeiden, gibt die Elektronik den gesamten Schub erst kurz nach dem Anrollen frei. Dann aber reißt die FXS am Riemen, dass es die wahre Freude ist. 3,8 Sekunden im Sportmodus werden für den Standard-Sprint von null auf 100 km/h versprochen. Ein Wert, der durchaus glaubhaft erscheint. Die Vmax liegt bei 130 km/h. Leider sehr wahrhaftig, wenn auch kaum zu glauben, ist der dann rapide Schwund der Restreichweite. Grob gesagt ein Prozent Ladung geht pro gefahrenem Kilometer drauf. Selbst für die kürzeste Strecke (400 km) von Deutschland in die oben erwähnte polnische Stadt würden dann drei Ladepausen fällig. Mit dem bordeigenen Ladegerät dauert die Füllung der Akkus rund neun Stunden, ein externer Schnelllader für 653 Euro halbiert die Zeitspanne. Überhaupt darf der Zero-Interessent in monetären Dingen nicht kleinlich sein. Zum Grundpreis von 10.130 Euro kommen neben dem Schnelllader noch einmal 2360 Euro für den unbedingt empfehlenswerten zweiten Akku. Damit der Weg nach Lodz keine Woche dauert.

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Daten Zero FXS ZF 6.5

Motor

Passiv luftgekühlter, bürstenloser Permanentmagnetmotor, 420-A-Drei-Phasen-Controller mit regenerativem Bremssystem, Batterien: Lithium-Ionen, max. Leistung 6,5 kWh, kupplungsfreier Direktantrieb, Zahnriemen, Sekundärübersetzung 5,28.

  • Max. Leistung 33 kW (44 PS) bei 3700/min
  • Max. Drehmoment 95 Nm

Fahrwerk

Brückenrahmen aus Aluminium, Upside-down-Gabel, Ø 41 mm, verstellbare Federbasis, Zug- und Druckstufendämpfung, Zweiarmschwinge aus Aluminium, Zentralfederbein, direkt angelenkt, verstellbare Federbasis und Zugstufendämpfung, Scheibenbremse vorn, Ø 320 mm, Doppelkolben-Schwimmsattel, Scheibenbremse hinten, Ø 240 mm, Einkolben-Schwimmsattel, ABS.

  • Alu-Gussräder 3.00 x 17; 3.50 x 17
  • Reifen Pirelli Diablo Rosso II 110/70 ZR 17; 140/70 ZR 17

Maße + Gewichte

Radstand 1422 mm, Lenkkopfwinkel 65,6 Grad, Nachlauf 71 mm, Federweg v/h 178/227 mm, Sitzhöhe 836 mm, Leergewicht 133 kg, zulässiges Gesamtgewicht 286 kg.

  • Garantie zwei Jahre
  • Akku-Garantie fünf Jahre/160 000 km
  • Integriertes Ladegerät 650 W
  • Ladezeit 8,9 Stunden voll
  • Mit zusätzlichem Ladegerät 3,8 Stunden voll
  • Ladespannung 230 Volt
  • Reichweite kombiniert ca. 100 km
  • Preis ab 10.130 Euro

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