Auspuffanlagen für Kawasaki Z 750: Test So wurde getestet

Erstmals beurteilt MOTORRAD Auspuffanlagen nach einem Punktesystem. Neben objektiven Kriterien werden auch die subjektiven Eindrücke des Sound-Checks bewertet. Das Gewicht spielt diesmal keine Rolle, da den Herstellern der Werkstoff des Test-Schalldämpfers freigestellt war.
Die Kriterien Verarbeitung, Passform und Montagefreundlichkeit sind ein erfreuliches Kapitel für die meisten Teilnehmer. Punktabzug gibt es lediglich für jene Produkte, die statt eines passgenauen Halters mit einer fummelig anzubringenden, zumeist sehr scharfkantigen Universalschelle ausgerüstet sind.
Bei den Leistungsmessungen wurde jeweils der
beste von drei Prüfstandsläufen gewertet. Weil bei
der Spitzenleistung erfahrungsgemäß keine großen Differenzen zu erwarten sind, kommt der Leistungsentfaltung eine größere Bedeutung zu. So können
einige Dämpfer trotz des Verlusts an Spitzenleistung mit einer guten Leistungsentfaltung im mittleren Drehzahlbereich wieder Boden gut machen.
Für den Sound-Check begaben sich die Tester auf eine ruhige Landstraße. Der Klang der Töpfe wurde sowohl vom Fahrer als auch von einem am Straßenrand stehenden »Horch-Posten« getrennt bewertet.
Im Fall der Z 750 ist der individuelle Klangcharakter eines Auspuffs bei einer beschleunigenden Vorbeifahrt im dritten Gang bei Drehzahlen von 1500/min bis rund 7000/min gut herauszuhören. Darüber
mischen sich Auspuffsound und mechanische Ge-
räusche zu einer hochfrequent-kreischenden Melange.
Für die Geräuschmessungen bekam MOTORRAD Unterstützung von der Bundesanstalt für Straßen-
wesen (BASt) in Bergisch-Gladbach. Die BASt verfügt über den für Geräuschmessungen vorgeschriebenen Norm-Asphalt (absorbiert maximal zehn Prozent des Schalls) sowie über eine beeindruckende technische Ausstattung, die Fehlmessungen praktisch ausschließt. So absolviert der Pilot die Fahrgeräuschmessungen mit einer GPS-Sender- und Empfangseinheit, die er
in einem Rucksack mit sich führt . Neben dem zurückgelegten Weg und der jeweiligen Geschwindigkeit wird per Funksignal zusätzlich noch die Drehzahl übermittelt. Vor jeder Messfahrt werden die Temperatur sowie die Windgeschwindigkeit akribisch aufgezeichnet .
Dann fährt der Pilot mit exakt 50 km/h, zunächst im zweiten Gang, an die 20 Meter lange Messstrecke heran. An deren Beginn beschleunigt er mit Vollgas. Zwei in der Mitte der Messstrecke positionierte Mikrofone messen gleichzeitig den Schalldruckpegel zu beiden Seiten und übermitteln die Daten an den zentralen Rechner . Dort laufen auch die per Funk übermittelten Werte ein. So lassen sich auf dem Bildschirm auf einen Blick die Einfahrgeschwindigkeit, die Schalldruckpegel für links und rechts, der Drehzahlanstieg, die Geschwindigkeit, der zurückgelegte Weg sowie die gemittelte Beschleunigung exakt ablesen .
War die Einfahrgeschwindigkeit korrekt, wird die Messung im zweiten Gang wiederholt, danach folgen zwei Messfahrten im dritten. Aus dem Mittel der
insgesamt vier Messungen, jeweils reduziert um
ein dB (A) (Dezibel), errechnet sich dann der Fahr-
geräuschwert.
Für die Standgeräuschmessungen wird das Mess-Mikrofon in einem Winkel von 45 Grad zur Austrittsmündung positioniert . Da der Drehzahlmesser
eines Motorrads mehr oder weniger stark vorauseilt, messen die Profis von der BASt mit einem Klopf-
sensor , der per Körperschall die exakte Drehzahl an das digitale Messgerät weiterleitet , das in
absehbarer Zeit wohl auch bei Verkehrskontrollen zum Einsatz kommt.

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