Auspuffentwicklung: Technikreport und Beratung (Archivversion)

Wir freuen uns auf die Zeit, in der es strenger wird!« Das Statement von Marko Adamic, rechte Hand von Igor Akrapovic, sorgt für Stirnrunzeln. Ein Auspuffbauer, der sich über immer schärfere Vorschriften freut? Klar, setzt der Verkaufschef des slowenischen Herstellers nach, denn dann werde sich die Spreu vom
Weizen trennen.
Beispiel Geräuschemission. Zurzeit, da ist sich Adamic mit seinen Mitbewerbern einig, werde viel an Auspuffanlagen manipuliert: »Stichwort dB-Killer. Die Gesetzgeber werden diesen einfachen Weg der Manipulation zukünftig stärker reglementieren.« Und das hieße, dass mögli-
cherweise Reflexionsdämpfer anstatt der weit verbreiteten Absorptionsdämpfer gebaut werden müssten. Vorteil für Akrapovic, ist sich Adamic sicher: »Reflexionsschalldämpfer sind nicht nur komplizierter zu fertigen, auch die Entwicklung ist aufwendiger. Aber wir haben reichlich Erfahrung auf diesem Gebiet sammeln können.«
Ohnehin legt das Unternehmen viel Wert auf Forschung und Entwicklung. Gerade ist ein neues Prüfzentrum in Betrieb
genommen
worden. »Die Arbeit wird durch immer schärfere An-
forderungen immer komplexer«, begründet der Firmensprecher die Millioneninvestition. Pro Jahr sind es etwa 20 bis 30 Prozent des Umsatzes, die in die Entwicklungsabteilung fließen: »Die Serienanlagen sind, anders als noch vor zehn Jahren, auf einem hohen Niveau angelangt. Wer auf dem Zubehörmarkt bestehen will, muss immer wieder nach neuen technischen Lösungen suchen.« In Zukunft werde man auch über elektronische Eingriffe verstärkt nachdenken müssen. 277 Menschen arbeiten derzeit
für Igor Akrapovic, der sein Unternehmen 1990 gegründet hat. Zuvor hatte er als aktiver Rennfahrer zunächst sich selbst und dann die Kollegen in der Boxengasse mit hochfunktionellen Auspuffanlagen versorgt. Die Fertigungstiefe
im Werk nahe von Ljubljana ist enorm.
Es reicht vom Formen der edlen Titanrohre bis hin zum Drehen von Schrauben und Muttern. Mittlerweile setzt Akrapovic 60000 Anlagen pro Jahr ab, dazu ist die Firma vom MotoGP bis zum Motocross in nahezu allen Rennklassen als Ausrüster vertreten. Doch eines hat sich in den Jahren nicht verändert: Bis zum Schluss wirft der Selfmade-Mann einen kontrollierenden Blick auf seine Produkte. Denn Igor Akrapovic gibt nichts gerne aus der Hand.

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