Nachrüst-Auspuffanlagen für Suzuki VS 1400 Hören und Sehen

Mehr Sound und eine individuelle Optik stehen ganz oben auf der Wunschliste vieler Intruder-Fahrer. Fünf legale Nachrüst-Auspuffanlagen für die Suzuki VS 1400 mussten im MOTORRAD-Vergleichstest zeigen, dass sie diese Forderungen erfüllen.

Seit nunmehr 13 Jahren ist die Suzuki VS 1400 der vitale Beweis, dass Motorradfahren auch diesseits des Grenzbereichs eine Menge Fahrspaß birgt. Relaxt auf der Drehmomentwoge gleitend, ignorieren die zahlreichen Intruder-Fans ganz einfach die letzte Rille und treffen sich lieber auf der Show-Meile. Dort gibt es einiges zu sehen und zu hören, denn die VS hat sich zu einem beliebten Umbau-Objekt gemausert, für das die Zubehörindustrie ein riesiges Angebot bereithält. Zu den gefragtesten Individualisierungsmaßnahmen zählt auch in der Chopperszene der Anbau einer Nachrüst-Auspuffanlage.
Ob sich ein solcher Umbau bei der großen Suzuki lohnt, testete MOTORRAD anhand von fünf legalen Zubehör-Anlagen mit EG-Betriebserlaubnis oder TÜV-Gutachten (Kess-Tech). Vor dem Hör-Vergnügen ist jedoch erst einmal Arbeit angesagt. Und die gestaltet sich selbst mit einem Helfer bei allen Kandidaten relativ zeitaufwendig, obwohl bei Bos, Eagle, Kess-Tech und Thunderbike lediglich die beiden Schalldämpfer ersetzt werden. Grund ist das auf engem Raum zwischen Schwingenlager und Batteriekasten platzierte Interferenzrohr, welches die beiden Schalldämpfer wie siamesische Zwillinge verbindet. Wegen des geringen Spielraums müssen erst die beiden Krümmer gelöst und nach vorn herausgezogen werden, bevor sich die Serien-Töpfe voneinander trennen lassen und die Nachrüstteile angebracht werden können.
Bei Kess-Tech und Thunderbike erschweren zudem sehr enge Passungen am Übergang der Adapter zum Krümmer die Montage. Kritik verdient ebenfalls L & W, die ihrer Komplettanlage weder eine Anbauanleitung noch die zur Befestigung der Krümmerflansche notwendigen, rund 15 Millimeter kürzeren Schrauben beifügen. Vorbildlich dagegen ist der Lieferumfang bei Kess-Tech, der neben der sehr guten Anbauanleitung sogar noch zwei qualitativ gute Werkzeuge umfasst.
Auch auf dem Leistungsprüfstand konnten sich die eintragungspflichtigen Kess-Tech-Dämpfer mit einem leichten Kraftzuwachs sowie dem absoluten Drehmoment-Bestwert ordentlich in Szene setzen. Den auffälligen Leistungseinbruch der serienmäßigen Intruder im Bereich der Nenndrehzahl von 5000/min kann die Kess-Tech-Anlage allerdings ebenso wenig kompensieren wie die anderen Testteilnehmer. Mit jeweils 57 PS und schönen Kurvenverläufen markieren Bos und Eagle gemeinsam die Spitze, während die Thunderbike und insbesondere die L & W der Suzuki deutliche Verluste bescheren.
Beim Soundcheck hingegen gibt es nur Gewinner. Alle fünf Zubehör-Auspuffanlagen klingen deutlich kerniger als das stark gedämpfte Pötteln, das den voluminösen Serientöpfen entweicht. Vor allem die Eagle Sidewinder begeisterte die Ohren der Tester, knapp gefolgt von den dumpf klingenden Dämpfern von Bos und Kess-Tech (siehe nebenstehenden Kasten). Bei den Fahrgeräuschmessungen liegen allerdings die Eagle sowie die Kess-Tech über dem im Fahrzeugschein vorgegebenen Grenzwert von 80 dB (A). Im Gegensatz zu früheren Tests tönte diesmal jedoch kein Auspuff so extrem, dass lärmgeplagten Mitbürgern hören und sehen vergehen könnte.

Artikel teilen

Anzeige

Aktuelle Gebrauchtangebote