So geht's: Auspuff Zubehörauspuff selbst montieren

Der erste größere Umbau am eigenen Bike gilt oft dem Auspufftopf. Ob er mehr leisten, weniger wiegen, kerniger klingen oder besser aussehen soll, ist für den Ablauf der Arbeitsschritte unerheblich.

Fotos: mps-Studio

Der Tisch ist reich gedeckt. Von Akrapovic und BOS bis Yoshimura und Zard reicht die Bandbreite der Anbieter, und für fast jedes Motorrad ist ein TÜV-tauglicher Alternativ-Endtopf verfügbar. Ob der Zahn der Zeit das Serienteil kaputtgenagt hat, ob das Auge sich sattgesehen oder das Ohr sich sattgehört hat - egal. Hier geht‘s nicht um grundsätzliche Geschmacksfragen, sondern um den handwerklichen Teil: Wie kommt die neue Tüte ans Motorrad.

Werkzeug
Wir gehen davon aus, dass das Motorrad standfest, trocken und mit genügend Arbeitsraum abgestellt ist. Der neue Endtopf liegt griffbereit, und das Werkzeugsortiment umfasst mindestens die folgenden Elemente: Ring- und Gabelschlüssel in den Größen 8 bis 17; Steckschlüssel mit T-Griff in 12, 13 und 14 oder eine Knarre mit Verlängerung und entsprechenden Stecknüssen; Drehmomentschlüssel, Drahtbürste, Schmirgelpapier, Kupferpaste, Sprühöl/Rostlöser, eine kleine Metallsäge für alle Fälle, Schraubendreher sowie einen Federhaken, um die Zugfedern verletzungsfrei demontieren und wieder montieren zu können.

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Foto: Archiv

Dichtungen prüfen
Wo Sie gerade am Hantieren sind: Ist Ihr alter Auspuff denn noch dicht? Lassen Sie den Motor laufen und prüfen Sie - Vorsicht, heiß! - alle Dichtungen im System mit der Hand, die Sie in zwei Zentimetern Abstand davorhalten. Wenn etwas durchbläst, merken Sie es sofort. Wo überall Dichtungen undicht werden können, zeigt die Skizze unten rechts. Wenn Sie ein Leck bemerken, bloß nicht einfach die Schrauben außenrum fester ziehen! Das verformt nur die Rohre und macht sie erst recht undicht. Defekte Dichtungen müssen getauscht werden, Ende der Durchsage.

 

Alten Topf abbauen

Nähern wir uns dem Kern: Den alten Topf abbauen, damit der neue dranpasst:

1. Klemmschraube der Auspuffschelle an der Verbindung von Auspufftopf zu Auspuffkrümmer lösen. Die Schraube ist meistens so schmutzig wie rostig, deswegen zuerst mit einer Drahtbürste den gröbsten Dreck entfernen, mit Rostlöser einsprühen, einige Minuten wirken lassen. Schraube mit einer exakt passenden Sechskantnuss öffnen.

2. Mutter und Schraube am Auspufftopf (oft an der Soziusfußraste) mit Rostlöser einsprühen. Mutter mit Schlüssel öffnen, Schraubenkopf mit Nuss gegenhalten.

3. Auspufftopf abbauen. Wenn die Paketdichtung zerbröselt ist, lässt sich der Auspufftopf meist relativ leicht abziehen. Ist die Dichtung älter, klebt sie gern in ihrem Sitz. Mit Rostlöser einsprühen, Topf mit beiden Händen packen und mit leichten Drehbewegungen abziehen.

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Foto: Archiv

Neuen Topf anbauen

1. Neue Auspuffdichtung besorgen. Diese silbrig-schwarz glänzende Hülse ist
ähnlich einer Mullbinde aufgebaut und vorsichtig zu behandeln.

2. Alte Paketdichtung abbauen, notfalls mit einer Säge nachhelfen. Kontaktstellen
der Auspuffdichtung außen am Auspuffkrümmerrohr und in der Klemmstelle
des Auspufftopfs gut reinigen. Rost und Reste der Dichtung mit Stahlbürste und Schmirgelpapier gründlich entfernen.

3. Neue Auspuffdichtung innen und außen mit Kupferpaste einschmieren und in ihren Sitz in die Klemmstelle des Anschlussrohrs am Auspufftopf ganz nach unten an den Anschlag einschieben. Dies muss leicht gehen, nichts darf klemmen - ansonsten: Dichtung wieder herausziehen und Öffnung leicht weiten, bis sich das Rohr ohne Kraft satt aufschieben lässt.

4. Auspufftopf in Linie zum Krümmerrohr aufschieben, nicht verkanten (sonst wird die Dichtung beschädigt), mit leichten Drehbewegungen den Topf so weit aufschieben, dass die hintere Halteöse zur Anlage auf der Haltebohrung kommt.

5. Klemmschelle so ansetzen, dass der Haken in den Ausschnitt eingreift und die Klemmstelle nach hinten/unten zum Reifen weist. Schraube eindrehen und mit zirka 20 Nm festziehen.

6. Scheibe auf Schraube aufschieben, Schraube durch Bohrung in Halterung stecken, weitere Scheibe aufschieben, Mutter aufdrehen und mit zirka 25 Nm festziehen.

Kontrolle - nicht nur jetzt

1. Sichtprüfung: Sind alle Schweißnähte dicht, alle Nieten vollzählig? Oberfläche ohne Dellen, Löcher und Rost?

2. Auspufftopf schütteln und mit dem Handballen locker dagegenschlagen: Es darf nichts klappern. Wenn doch, hat sich innen ein Prallblech gelöst. Dann muss ein neuer Topf her - zum Glück ist der Tisch reich gedeckt.

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