Tune-up, Suzuki Bandit 1200 S, Teil 1 Schalldämpfer und Bremsbeläge

Als Suzuki 2007 die luftgekühlte Bandit 1200 durch die 1250 ersetzte, starb eine Ära. PS wollte wissen, wieviel Potenzial in der Alten noch steckt und rüstete sie mit aktuellem Zubehör auf. Im ersten Teil des Tune-up: Endtöpfe und Bremsbeläge.

Foto: Lang

Nachgeladen

Manchmal geht es in der Motorradszene zu wie im wahren Leben. Während die einen rundum zufrieden mit ihrem Liebling alt werden, tauschen andere ihre Partnerin nach einigen Jahren gegen ein jüngeres, schlankeres oder spaßigeres Modell um. Wieder andere bleiben ihrer Alten zwar treu, versuchen diese aber durch allerlei Verjüngungsmaßnahmen konkurrenzfähig zu halten. Diese Gruppe hat es allerdings nicht ganz einfach. Denn wer auf der Suche nach Tuning-Tipps für seine Gebrauchte die PS-Heftsammlungen der letzten Jahre durchforstet, wird in den meisten Fällen nicht wirklich glücklich. Die empfohlenen Zubehörteile sind in der Regel veraltet, technisch überholt oder nicht mehr zu bekommen. Ärgerlich, gerade für Besitzer beliebter Dauerbrenner wie der Suzuki GSF 1200 Bandit.

PS nahm sich des Problems an und gründete die Initiative „Pimp my Bandit“. Die Idee dahinter: Eine etwas in die Jahre gekommene Banditendame soll durch aktuelles Zubehör optisch und technisch auf den Stand der Zeit gebracht werden und sich verjüngt wieder unters Volk mischen. Schnell fand sich eine Testkandidatin: Eine schwarze 2001er-Bandit 1200 S mit gut 50000 km Erfahrung auf dem Buckel. Hauptproblemzonen der Patientin: Vorderbremse, Schalldämpfer sowie das etwas labberige Serienfahrwerk. Fürs Finish dürfte es zudem noch etwas aus dem Bereich Fußrasten, Lenker und Lackierung sein. Schraubenschlüssel wetzen und ran an den OP-Tisch.
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Foto: Bilski

Endtöpfe

Der effektivste Weg, einer Bandit auf die Sprünge zu verhelfen, führt durch den Endtopf. Das wuchtige Serienteil ist als Leistungsschlucker bekannt und steht deshalb ganz oben auf der Tuning-Liste. Umso erstaunlicher, dass unsere Testkandidatin schon mit dem Serientopf satte 116 PS und 107 Nm auf die Prüfstandsrolle drückt – und damit alle bislang von PS getesteten Banditen übertrifft. Spekulationen über mögliche Leistungssteigerungen durch andere Nockenwellen oder einen Vergaserkit weist der Vorbesitzer empört von sich. Angeblich alles serienmäßig. Trotzdem kann diese Leistung zu bürokratischen Problemen führen. Nach EG-Richtlinien darf ein Motorrad bei der Konformitätsprüfung der Serienleistung maximal 10 Prozent vom in den Papieren angegebenen Wert abweichen. Im Fall einer 98-PS-Bandit wären das knapp 108 PS – 8 weniger als bei unserem Testmotorrad. Böse Bandit! Streng genommen müsste der gesetzestreue Bandit-Fahrer sein Motorrad deshalb einer Leistungsprüfung unterziehen und die Fahrzeugpapiere korrigieren lassen.

Verdächtig ist auch, dass die Bandit auf dem Prüfstand im fünften Gang erst bei echten 290 km/h in den Begrenzer dreht. Bandit-Papst Rainer Vater beschwichtigt, spricht von Serienübersetzung und empfiehlt Freunden flotten Antritts ein kleineres Kettenritzel. Allerdings dreht sich die ohnehin schon recht optimistische Tachonadel dadurch noch schneller im Kreis – serienmäßig übersetzt erreicht die Anzeige bereits bei 260 km/h den Anschlag. Alternativ zur Übersetzung verhilft auch die Montage eines Zubehörendtopfs unserer Banditin zu neuen Lebensgeistern. Nahezu alle getesteten Schalldämpfer überbieten bereits in der straßenzulässigen Variante mit dB-Killer die 120-PS-Latte. Devil bleibt zwar auf Serienniveau hängen, liegt damit aber noch vor dem Serienersatzdämpfer von Yoshimura. Dafür jagt dieser die Abgase durch einen Kat und beruhigt so das Umweltgewissen klimabewusster Banditisten.

Auch Österreich reitet auf der grünen Welle: Sebring und Remus bieten ergänzend zum offenen Standardzwischenrohr auch eine Kat-Version an. Auf dem Prüfstand verschlingt der Abgasreiniger ungefähr eine halbe Pferdestärke, aus Gründen der Vergleichbarkeit mit den anderen, ungereinigten Abgasführungen durften die beiden Österreicher für den Test auf das Kat-Rohr verzichten. Ohne Lärmreduktion legen die meisten Testendtöpfe nochmals nach, allen voran Devil, der sich um 7 PS und 7 dB (A) steigert und den Sprung ins Mittelfeld schafft. Der SR hat das nicht nötig. Er liegt bereits in der straßenzugelassenen Variante mit 126 PS über der Konkurrenz und kann es sich leisten, ohne dB-Eater ein Pferd im Stall zu lassen. Die Montage eines Zubehördämpfers birgt neben Leistungsvorteilen auch Vorteile im Gewicht. Interessanterweise ist im Fall der Bandit Titan nicht unbedingt leichter als Alu und dieses wiederum nicht zwangsweise leichter als Stahl. Der schwerste Endtopf im Feld, der Holeshot Master, hat eine Alu-Ummantelung, wogegen der 300 g leichtere SR-Racing aus Edelstahl besteht.
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Foto: Bilski

Schalldämpfer: BOS bis Remus

Suzuki Serie

Kontakt: Suzuki Vertragshändler, www.suzuki.de
Preis: 559,23 Euro
Werkstoff/Gewicht: Alu/5,9 kg
Standgeräusch: 90/- dB (A)

Performance ABE: *
Performance Racing: *
(* 119 PS und weniger: 1 Stern; 120–121 PS: 2 Sterne;
122–123 PS: 3 Sterne; 124–125 PS: 4 Sterne; 126 PS: 5 Sterne)

Fazit
Der Seriendämpfer ist in Banditfahrer-Kreisen als Leistungsfresser bekannt. Entsprechend verliert der Endtopf im direkten Vergleich kräftig Punkte auf die Zubehör-Konkurrenz. Nur der exklusiv über Suzuki vertriebene Yoshimura Dual Oval liegt mit 114 PS nochmal 2 PS unter der Leistung des schweren Serienteils. Punkte: 2


BOS Performance

Kontakt: BOS Auspuff GmbH, 49828 Neuenhaus, Tel.05941/4793, www.bosauspuff.de
Preis: 399 Euro
Werkstoff/Gewicht: Alu/3,5 kg
Standgeräusch: 89/91 dB (A)

Performance ABE: **
Performance Racing: ****

Fazit
Der Endtopf aus dem Hause BOS landet mit 121 PS im Straßentrimm im Testmittelfeld. Ohne dB-Eater legt der Performance dann nochmal 4 PS nach und gehört damit in der Racing-Variante zu den stärksten Testteilnehmern. Umso erfreulicher, dass die Lautstärke sich durch das Entfernen des Lärmkillers nur um 2 dB (A) erhöht. Punkte: 6


Devil Magnum

Kontakt: Devil S.A.S., F-74800 Saint-Pierre-en-Faucigny, Tel. 0033-45003/7879, www.devil.fr
Preis: 573,12 Euro
Werkstoff/Gewicht: Titan/ 3,4 kg
Standgeräusch: 90/97 dB (A)

Performance ABE: *
Performance Racing: ***

Fazit
Die schlechte Vorstellung in der Straßenversion verhagelt dem Devil das Ergebnis. 115 PS sind knapp unter Serienniveau, aufgrund der starken Konkurrenz reicht diese Leistung nur für einen Stern. Dafür legt er ohne dB-Killer um satte 7 PS und 7 dB (A) zu. Der Devil ist nach Yoshimura der zweitteuerste Endtopf des Testfelds. Punkte: 4


Giannelli Slipon

Kontakt: MAS Motorradzubehör GmbH, 90768 Fürth,
Tel. 0911/7530245, www.mas-motorrad.com
Preis: 419 Euro
Werkstoff/Gewicht: Titan/3,2 kg
Standgeräusch: 90/93 dB (A)

Performance ABE: **
Performance Racing: ****

Fazit
Auch der leichte Slipon von Giannelli verringert über den dB-Eater Lärm und Leistung. 5 PS stehen zwischen der straßenzulässigen und der Racing-Variante. Mit 120 und 125 PS ähnelt der italienische Slipon dem BOS: zurückhaltende Leistungsentfaltung im Straßentrimm und ordentlich Zulage für die Rennstrecke. Punkte: 6


Holeshot Master

Kontakt: Mizu Vertriebs GmbH, 78247 Hilzingen,
Tel. 07731/9067-0, www.mizu.de
Preis: 416 Euro
Werkstoff/Gewicht: Alu/4,3 kg
Standgeräusch: 93/95 dB (A)

Performance ABE: ***
Performance Racing: ***

Fazit
Wie der Giannelli schafft es auch der Holeshot Master auf insgesamt sechs Sterne, allerdings auf völlig andere Weise: Ihm ist es egal, ob er auf der Straße oder
auf der Rennstrecke bewegt wird, für beide Terrains hält er 122 PS bereit. Auch die Lautstärke bleibt ähnlich, liegt aber etwas über dem Serienniveau. Punkte: 6


Hurric Slipon

Kontakt: Fechter Drive Motorsport GmbH, 73235 Weilheim/Teck, Tel. 07023/95230, www.fechter.de
Preis: 279 Euro
Werkstoff/Gewicht: Alu/4,1 kg
Standgeräusch: 94/97 dB (A)

Performance ABE: **
Performance Racing: **

Fazit
Ein PS schwächer und gleich zwei Sterne weniger. Der Hurric Slipon ist auf dem Papier nur wenig schlechter als der Holeshot, aufgrund des engen Testfelds kostet ihn dieses PS dennoch kräftig Punkte. Dafür lockt der Hurric mit einem ansprechenden Preis. Mit 279 Euro ist er der günstigste Dämpfer im Test. Punkte: 4


Laser Duo-Tech

Kontakt: SO Products GmbH, 48455 Bad Bentheim/Gildehaus, Tel. 05924/78360, www.so-products.com
Preis: 359 Euro
Werkstoff/Gewicht: Edelstahl/4,2 kg
Standgeräusch: 91/97 dB (A)

Performance ABE: ***
Performance Racing: ****

Fazit
In der Racing-Variante ist der Duo-Tech ganz vorne mit dabei – sowohl bei der Leistungs- als auch bei der Schallmessung. 125 PS schaffen sonst nur noch SR, Giannelli und BOS, 97 dB (A) nur der Hurric. Auch im Straßentrimm macht der Laser eine gute Figur. Drei Sterne und 122 PS reichen für den zweiten Gesamtplatz. Punkte: 7


Leovince SBK

Kontakt: MCA Service, 30938 Burgwedel,
Tel. 05139/894906, www.leovince.de
Preis: 449 Euro
Werkstoff/Gewicht: Titan/3,8 kg
Standgeräusch: 92/94 dB (A)

Performance ABE: **
Performance Racing: ***

Fazit
Der in schickes Titan gehüllte Leovince fällt
in erster Linie durch sein Äußeres auf. Die Leistungs- und Lärmwerte sind eher unauf-fällig. Für die Rennstrecke schiebt der Edelitaliener gegenüber der 120-PS Straßenvariante nochmal 2 PS und 2 dB (A) nach, landet aber auf beiden Terrains nur im Mittelfeld. Punkte: 5


Remus Revolution

Kontakt: Phönix Motorrad-Tuning, 52078 Aachen,
Tel. 0241/5688222, www.phoenix-motorrad.de
Preis: 344,50 Euro
Werkstoff/Gewicht: Alu/3,4 kg
Standgeräusch: 91/92 dB (A)´

Performance ABE: **
Performance Racing: ***

Fazit
Der Alu-Endtopf von Remus glänzt mit seinem geringen Gewicht: 3,4 kg. Nur der Giannelli ist noch leichter. Leistungsmäßig fehlt dem Österreicher zu seinem Landsmann von Sebring im Straßentrimm ein knappes PS und damit ein Stern. Mit 92 dB (A) ist der Dämpfer in der Racingvariante kaum lauter als die Serie. Punkte: 5
Foto: Bilski

Schalldämpfer: Sebring bis Yoshimura

Sebring Twister

Kontakt: Mizu Vertriebs GmbH, 78247 Hilzingen,
Tel. 07731/9067-0, www.mizu.de
Preis: 344,50 Euro
Werkstoff/Gewicht: Alu/3,5 kg
Standgeräusch: 91/93 dB (A)

Performance ABE: ***
Performance Racing: ***
(* 119 PS und weniger: 1 Stern; 120–121 PS: 2 Sterne;
122–123 PS: 3 Sterne; 124–125 PS: 4 Sterne; 126 PS: 5 Sterne)

Fazit
Der Twister verfolgt dasselbe Konzept wie der Holeshot: gleiche Leistung auf Landstraße und Rennstrecke. Auch in Sachen Lautstärke liegen nur 2 dB (A) zwischen Racing- und ABE-Version. Mit je drei Sternen pro Kategorie liegt der Sebring punktemäßig im Mittelfeld; beim Preis ebenfalls. Punkte: 6


SR-Racing 3D

Kontakt: SR-Racing GmbH & Co. KG, 86529 Schrobenhausen, Tel. 08252/905540, www.sr-racing.de
Preis: 443,74 Euro
Werkstoff/Gewicht: Edelstahl/4,0 kg
Standgeräusch: 90/94 dB (A)

Performance ABE: *****
Performance Racing: ****

Fazit
126 PS bringen dem SR-Racing als einzigem Endtopf im Feld volle fünf Sterne ein – und das im Straßentrimm. Da kann er es sich sogar leisten, für die Rennstrecke das Lautstärkeplus von 4 dB (A) mit einem Leistungsminus von
1 PS zu verbinden. Im Gesamtergebnis hängt er die Konkurrenz trotzdem um zwei Sterne ab. Punkte: 9


Yoshimura Dual Oval

Kontakt: Suzuki Vertragshändler, www.suzuki.de
Preis: 632,81 Euro
Werkstoff/Gewicht: Edelstahl/3,8 kg
Standgeräusch: 91/- dB (A)

Performance ABE: *
Performance Racing: *

Fazit
Obs am Kat liegt? Der Yoshimura hinkt mit 114 PS der Serienleistung etwas hinterher und landet auf dem letzten Platz. Wer einen optisch ansprechenden Ersatz für das rustikale Serienteil sucht, sollte dennoch mal einen Blick auf den schicken Japaner werfen. Verar-beitung, Lautstärke und Gewicht gehen in Ordnung, der Preis ist aber heftig. Punkte 2



Foto: Bilski

Bremsbeläge + Fazit

Aus Edelstahl sind auch die Bremsscheiben, die unter der Belastung des Bremsbelagstests schwer ins Schwitzen kommen. Testkriterien sind dabei Einbremszeit, Bremsdosierung und Bremswirkung. Erfreulicherweise gibt es unter den Testteilnehmern kaum negative Überraschungen. Nur der einzige organische Belag im Testfeld, der Newfren Racing, hinterlässt mit extrem langer Einbremszeit, mauer Wirkung und mäßiger Dosierung keinen guten Eindruck. Die Serienbeläge funktionieren gut, neigen bei langen Bremsmanövern aber dazu, nach etwa zwei Sekunden plötzlich zuzulegen. Während des Testprozederes fiel außerdem auf, dass die Gabel hartem Ankern nicht gewachsen ist, in die Knie geht und Unruhe ins Motorrad bringt. Darum wird sich PS im nächsten Teil des Tune-ups kümmern. Dann sind Gabelfedern und Federbein an der Reihe.

Fazit:
Wenn man sie gezielt aufwertet, kann unsere Tune-up-Bandit getrost gegen die jüngere Konkurrenz antreten: Alleine der Endtopf von SR-Racing bringt ihr zusätzliche 10 PS – mit Straßenzulassung; wer aufs Gewicht achtet, ist mit einem Zubehördämpfer ebenfalls gut bedient. Die Originalbremsbeläge funktionieren zwar ganz gut, speziell die Klötze von EBC und Carbone Lorraine verzögern die Bandit aber noch besser.
Foto: Bilski

Bremsbeläge: Alphatechnik bis Ferodo

Suzuki Serie

Kontakt: Suzuki Vertragshändler, www.suzuki.de
Preis (pro Scheibe): 41,36 Euro

Einbremszeit: ****
Bremsdosierung: **
Bremswirkung: ***

Fazit
Die Serienbeläge der Bandit liefern satte Verzögerung, ohne
übermäßig bissig zu wirken. Die kurze Einbremszeit ist erfreulich. Bei harten und langen Bremsmanövern neigen die Suzuki-Stopper aber dazu, nach etwa zwei Sekunden unkontrolliert an Verzögerung nachzulegen, was zu Abzügen bei der Bremsdosierung führt. Punkte: 9


Alphatechnik AB12

Kontakt: Alpha Technik, 83071 Stephanskirchen,
Tel. 0 80 36/30 07-20, www.alphatechnik.de
Preis (pro Scheibe): 31,00 Euro

Einbremszeit: ***
Bremsdosierung: *****
Bremswirkung: *****

Fazit
In Sachen Bremswirkungund Bremsdosierung macht den Alphatechnik-Belägen keiner was vor. Der Druckpunkt ist fest und bleibt auch bei großer Belastung stabil, die
Verzögerung ist auf sehr hohem Niveau. Lediglich die Einbremszeit liegt etwas oberhalb der Serie und kostet die
recht günstigen AB12 den Sieg. Punkte: 13


Brembo Sinter

Kontakt: Brune GmbH, 48291 Telgte, Tel. 025 04/7 34 40, www.brunegmbh.com
Preis (pro Scheibe): 43,60 Euro

Einbremszeit: *****
Bremsdosierung: ***
Bremswirkung: **

Fazit
Die Einbremszeit der Brembo ist top, auch bei Vollbremsungen
aus hoher Geschwindigkeit machen die roten Beläge eine gute
Figur. Bei langsamer Geschwindigkeit verloren die Brembos in
heißem Zustand allerdings erheblich an Biss und ließen sich auch durch Nachfassen nicht zu besserer Verzögerung bewegen. Punkte: 10


Carbone Lorraine SBK5

Kontakt: K-F-Z GmbH, 89231 Neu-Ulm, Tel. 07 31/9 70 90 50, www.carbone-lorraine.de
Preis (pro Scheibe): 45,70 Euro

Einbremszeit: *****
Bremsdosierung: *****
Bremswirkung: ****

Fazit
Biss ab der ersten Bremsung, dazu ein sauberer Druckpunkt
und gute Verzögerung. So sehen Sieger aus. Einziger Kritikpunkt an den Belägen von Carbone Lorraine ist die im Vergleich zu Alphatechnik etwas höhere benötigte Handkraft. Dann verzögern die SBK5 vehement und lassen auch unter Dauerstress nicht nach. Punkte 14, PS-Testsieger


EBC FA 188 HH

Kontakt: EBC Brakes Germany e. K., 28307 Bremen,
Tel. 04 21/8 72 55-44, www.ebc-brankes.de
Preis (pro Scheibe): 45,70 Euro

Einbremszeit: ****
Bremsdosierung: *****
Bremswirkung: *****

Fazit
Die Beläge von EBC bremsen auf Niveau der AB12. Bremswirkung
und Dosierung sind vorbildlich und bleiben auch nach mehreren harten Testbremsungen stabil. Dazu ist die Handkraft erfreulich gering. Die Einbremszeit ist ebenfalls auf hohem Niveau, reicht jedoch nicht an die Beläge von Carbone Lorraine heran. Punkte 14, PS-Testsieger


Ferodo FDB 873 ST

Kontakt: Paaschburg und Wunderlich GmbH, 20537
Hamburg, Tel. 040/2 48 27 70, www.pwonline.de
Preis (pro Scheibe): 29,50 Euro

Einbremszeit: ****
Bremsdosierung: *****
Bremswirkung: ****

Fazit
Die Ferodo-Beläge bieten das beste Preis-Leistungs Verhältnis des Tests. Tolle Dosierbarkeit, ein konstanter Druckpunkt und Verzögerung nahezu auf dem Niveau der EBC sowie die angenehm kurze Einbremszeit bescheren den Ferodo-Stoppern den zweiten Platz. Der Preis ist unschlagbar: 29,50 Euro pro Scheibe. Punkte: 13
Foto: Bilski

Bremsbeläge: Lucas bis SBS

Lucas MCB 659 SV

Kontakt: TRW KFZ-Ausrüstung GmbH, 56566 Neuwied,
Tel. 0 26 31/91 20, www.lucas-bikersworld.com
Preis (pro Scheibe): 47,95 Euro

Einbremszeit: *****
Bremsdosierung: ****
Bremswirkung: **

Fazit
Die Lucas-Beläge leiden unter der starken Konkurrenz. Während sie bei Einbremszeit, Druckpunkt und Bremsdosierung
durchaus mit den anderen mithalten können, geht ihnen bei der Bremswirkung etwas die Puste aus. Die Beläge wirken stumpf, benötigen viel Handkraft und verzögern etwas schlechter als die Serie. Punkte: 11


Newfren Racing

Kontakt: MAS Motorradzubehör GmbH, 90768 Fürth,
Tel. 0 911/753 02 45, www.mas-motorrad.com
Preis (pro Scheibe): 53,05 Euro

Einbremszeit: *
Bremsdosierung: ***
Bremswirkung: *

Fazit
Die organischen Beläge von Newfren haben mit Racing, abgesehen vom Namen, nichts am Hut. Die Einbremszeit ist extrem lang und mit keinem der Sinterbeläge vergleichbar. Die Beläge zeigen keinerlei Biss und verzögern nur unter großer Handkraft wirksam. Die Dosierung geht in Ordnung, ist aber auch nicht auf Top-Niveau. Punkte: 5


Newfren Sinter

Kontakt: MAS Motorradzubehör GmbH, 90768 Fürth,
Tel. 0911/7 53 02 45, www.mas-motorrad.com
Preis (pro Scheibe): 47,40 Euro

Einbremszeit: ****
Bremsdosierung: ****
Bremswirkung: ****

Fazit
Die Einbremszeit der Sinter-Beläge von Newfren liegt in etwa auf Serienniveau. Bezüglich der Bremswirkung sind die Newfren der Serie voraus. Die Verzögerung ist satt, der Druckpunkt stabil und gut spürbar. Auch die Dosierung geht in Ordnung. Die Bremse legt linear zur Handkraft an Bremsleistung zu. Punkte: 12


Premier PH 122

Kontakt: Motorrad Beck, 72250 Freudenstadt, Tel.
074 41/27 75, www.motorrad-beck.de
Preis (pro Scheibe): 41,70 Euro

Einbremszeit: ***
Bremsdosierung: *****
Bremswirkung: *****

Fazit
Die schottischen Premier verhalten sich ähnlich wie die Beläge von Alphatechnik. Beim Einbremsen lassen sie sich relativ viel Zeit und wirken anfangs stumpf. Eingefahren legen die Schotten kräftig zu und verzögern auf dem Niveau von EBC, zudem ist die Bremsleistung sehr gut dosierbar. Der Druckpunkt bleibt auch bei großer Belastung konstant. Punkte: 13


SBS 686 HS FR

Kontakt: Langenscheidt GmbH, 45711 Datteln,
Tel. 0 23 63/3 61 80, www.langenscheidt-gmbh.de
Preis (pro Scheibe): 45,95 Euro

Einbremszeit: *****
Bremsdosierung: ***
Bremswirkung: ***

Fazit
Die Stärke der SBS-Klötze ist ihre extrem kurze Einfahrzeit. Ab dem ersten Zug am Hebel verzögert die Bremse ordentlich und ist gut spürbar. Die Bremswirkung der SBS ähnelt der Serie und liegt damit im Mittelfeld. Auf Nachfassen reagieren die SBS zurückhaltend, die Verzögerung nimmt nicht linear zur Handkraft zu. Punkte 11
Foto: Bilski

Mehr Tuning: Vater-Bandit

Ein Zubehör-Endtopf verhilft der Bandit 1200 schon zu 4 bis 10 Mehr-PS. Wem das nicht reicht, dem kann Bandit-Papst Rainer Vater (www.motorrad-vater.de) weiterhelfen: Mit seinem „Tuning für jedermann“ schafft er es, die Leistungskurve des dicken Vierzylinders deutlich anzuheben, ohne die charakteristisch drehmomentstarke Kraftentfaltung zu verändern. Die Nockenwellen bleiben zugunsten der Standfestigkeit dabei original, die Tuningmaßnahmen beschränken sich auf einen speziellen SR-Racing Endtopf, eine geänderte Vergaserbedüsung, größeren Luftdurchsatz und einen überarbeiteten Zylinderkopf.

Mit diesen Änderungen drückt Vaters rote Bandit selbst im direkten Vergleich mit unserem außergewöhnlich starken Testmotorrad nochmal 18 PS zusätzlich auf die Prüfstandsrolle. Das spürt man beim Fahren. Wer einmal eine Bandit mit 134 PS und 119 Nm gefahren ist, möchte sich nicht mehr auf die Serienvariante setzen. Nach einer leichten Warmlaufschwäche wetzt die Rote extrem druckvoll nach vorne, hebt im zweiten Gang sanft das Vorderrad; einfach toll! Kosten des Tunings: 2500 Euro.
Foto: Bilski

Das Projekt: "Aus alt mach frisch"

"Pimp my Bandit" heißt die Initiative, mit der PS eine alte Suzuki GSF 1200 Bandit durch aktuelles Zubehör wieder konkurrenzfähig und ansehnlich machen und dann unter die Leute bringen möchte. Kandidatin ist eine 2001er-Bandit in Schwarz; Kilometerstand: ca. 50000. Ihr Zustand war, als sie in der Redaktion eintraf, mäßig, aber dem Alter entsprechend: durchhängende Kette, matter Lack, verbeulter Endtopf, schlappes Fahrwerk. Bandits werden eben nicht in Watte gepackt, sondern gefahren.

Der Plan sieht folgende Maßnahmen vor: Montieren eines leichteren, stärkeren und schöneren Endtopfs, Ersetzen der Serienbremsbeläge durch bessere Zubehörteile, Überarbeiten des deutlich zu weichen Serienfahrwerks. Für mehr Komfort und eine andere Optik wurden zudem ein anderer Lenker, eine geänderte Lackierung sowie eine Fußrastenadapterplatte in Betracht gezogen. Über den Stand der Umbauaktion wird PS in den kommennden Ausgaben weiter berichten.

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