Nach 50.000 Kilometern wird die MT-07 genau unter die Lupe genommen.

Dauertest-Abschluss Yamaha MT-07 Bilanz nach 50.000 Testkilometern

Die bestverkaufte Yamaha ist sie bereits, Testsieger sowieso. Und während des Dauertests war sie auch ein wenig Queen of Hearts. Nun stellt sich die Frage, was von der Yamaha MT-07 nach 50.000 Kilometern Dauertest bleibt.

Es gibt Motorräder, die können einem schon den Nerv rauben. Aber nicht durch Zicken und Allüren. Sondern durch schlichtes Funktionieren. Bestes Beispiel: die Yamaha MT-07. Marschiert einfach so durch den Dauertest, als wäre nichts gewesen. Da sitzt du dann als Redakteur da und fragst dich, worüber soll ich denn jetzt mäkeln, was berichten? Da hilft nur, auf das Zerlegen zu warten, ob da interessante Erkenntnisse zutage treten. Denn zu erzählen gibt es von den 50.000 Kilometern eigentlich nur, dass die MT die Distanz so mir nichts, dir nichts abgespult hat. Spektakuläre Zwischenfälle? Hat sie mit vornehmer Zurückhaltung anderen überlassen. Defekte oder Auffälligkeiten während der zweieinhalb Jahre, die sie im Dauertest-Fuhrpark verbracht hat? Kaum. Aber irgendwie war das ja abzusehen.

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75 PS sind durchaus aus­reichend

Bereits bei der Halbzeitbilanz (MOTORRAD 23/2015) war nur wenig zu vermelden. Aufsehenerregendstes Vorkommnis bis dahin: Die Ganganzeige der Yamaha MT-07 weigerte sich, den sechsten Gang anzuzeigen, und im Rahmen einer Rückrufaktion wurde bei der 20.000er-Inspektion das Batterie­kabel des Pluspols getauscht. Der Rest war beflissenes Kilometersammeln.

Und logischerweise sammelte die Yamaha MT-07 auch noch Lob aus allen Richtungen. Für ihre Zuverlässigkeit, den quirligen Motor und das Fehlen jeglicher Allüren. Und dass sie einem manchmal auch vor Augen führt, dass für den Alltag 75 PS durchaus aus­reichend sind. Klar, für die schnelle Auto­bahn­etappe oder wenn’s vollgepackt und zügig über längere Distanzen in den Urlaub gehen soll, da wäre etwas mehr ­Power willkommen. Aber das ist ja auch gar nicht der Anspruch der MT-07.

Video zur Yamaha MT-07 im Dauertest

 

Yamaha MT-07: die bestverkaufte Yamaha ist sie bereits, Testsieger sowieso. Und während des Dauertests war sie auch ein wenig Queen of Hearts. Nun stellt sich die Frage, was davon nach 50.000 Kilometern bleibt. Erklimmt sie auch hier den Gipfel?

Lieblos abgestimmten Federelemente

Dennoch absolvierte die Yamaha MT-07 im Dauertest auch längere Reisen, zwei Herbstausfahrten dazu. Packtaschen und Gepäckbrücke für ein Topcase aus dem hauseigenen Zubehör­programm adelten sie mit einem Schuss Reisetauglichkeit, die auch der Autor bei einem Trip in die Tauern zu schätzen wusste. Mit einer bequemeren Sitzbank ließe sich die ansonsten entspannte Haltung im Sattel auch über längere Distanzen besser genießen. Den Gutteil ihrer Kilometer absolvierte sie dennoch auf kurzweiligen Wochenendtrips und als braves Lasttier zwischen Redaktion und Wohnort.

Und dabei erntete die Yamaha MT-07 haufenweise Sympathien. Einfach, weil sie mit ihrem wendigen Fahrwerk, der entspannten Sitzposition und dem lebendigen Motor so ein Gute-Laune-Typ war, dem man nun wirklich nichts krummnehmen konnte. Nicht mal die lieblos abgestimmten Federelemente. Eine Kritik, die hauptsächlich das Federbein betrifft, welches das bisschen an Dämpfung, das ihm mit auf den Weg gegeben ward, im Laufe der Kilometer weitestgehend ablegte.

Die Dauertest-Zwischenbilanz zeigte dann auch recht deutlich, dass die Investition in ein Zubehör-Federbein eine äußerst lohnende ist. Hilft sie doch dem Fahrverhalten der Yamaha MT-07 enorm auf die Sprünge.

Yamaha MT-07 auf Platz 2 der Zulassungsstatistik

Dass unsere Dauertest-Yamaha MT-07 kein Einzelfall ist, zeigen auch die zahlreichen Leserzuschriften. Unisono berichten sie von der fabelhaften Wendigkeit, dem spritzigen Twin, dem – abgesehen vom Langstreckenkomfort – angenehmen Sitzplatz. Vor allem aber von unbedingter Zuverlässigkeit. Der Primärtugend, die japanischen Herstellern zu ihrem Erfolg verholfen hat.

Diese Qualitäten haben sich natürlich rasch herumgesprochen. Längst hat sich die Yamaha MT-07 mit deutlichem Vorsprung zur bestverkauften Yamaha gemausert. Sie rangiert in der Zulassungsstatistik 2016 insgesamt sogar auf Rang zwei hinter der BMW GS.

Es waren in den Zuschriften eher Kleinigkeiten in der Peripherie, die auf sich aufmerksam machten und die sich zum Teil mit den Erfahrungen der Redaktion deckten. Häufig fand die Ganganzeige Erwähnung, die wie bei unserer Test-Yamaha MT-07 nicht zuverlässig arbeitete. Ein Pro­blem, das bei Yamaha bekannt ist und mit einem zuverlässigeren Sensor aus der Welt geräumt sein soll (siehe "Yamaha nimmt Stellung").

Geduld an der Zapfsäule

Dass an der Zapfsäule Geduld gefragt ist, wenn der Tank randvoll gemacht und das knappe Tankvolumen ausgenutzt werden soll, fand sich in den Leserzuschriften ebenso wieder wie die recht pessimistische Tankanzeige der Yamaha MT-07. Ansonsten monierten die Leser häufig die auf Dauer ­unbequeme Sitzbank, den eher verhaltenen Sound, das weiche Fahrwerk sowie die Erstbereifung in Form der Bridgestone BT 023 M.

Im Grunde bestätigt damit auch die kleine Yamaha einen Trend, der sich bei den letzten Dauertests schon abzeichnete: Die Mechanik scheint inzwischen ausgereift, Probleme mit dem Antrieb sind in der ab­so­luten Minderzahl und auf dem Rückzug. Wenn, dann fällt das Drumherum auf. Hin und wieder muckt die Elektronik. Wobei unsere Yamaha MT-07 gegen Testende doch auch antriebsseitig dem Dauertest-Stra­pazen Tribut zu zollen schien. Die Schalt­arbeit bekam zunehmend eine hakelige Note. Auch schien vermehrt Spiel im ­Antriebsstrang den Lastwechseln die Geschmeidigkeit zu nehmen.

„Fühlt sich ganz schön ausgelutscht an“, stand prompt im Fahrtenbuch zu lesen. Ging dem Sorglos-Paket Yamaha MT-07 am Ende doch noch die Luft aus? Das heizte die Spekulationen vor dem Zerlegen in der Werkstatt an. Zumal sie auch ein klitzekleines bisschen an Leistung eingebüßt hatte. Geht der günstige Einstandspreis zu guter Letzt doch zulasten der Haltbarkeit?

Um es vorwegzunehmen: Die Yamaha MT-07 mag günstig sein, anfällig oder gar un­solide ist sie nicht. Trotz leicht hakeliger Schaltvorgänge hatten sich Schaltklauen und Zahnflanken der Getriebezahnräder schadlos gehalten. Und bis auf leichte Anlaufspuren an einer Schaltgabel gibt es in Sachen Getriebe nichts zu vermelden.

erfreuliche Bilanz

Wacker geschlagen hat sich auch der gesamte Kurbeltrieb. Das etwas ungleich­mäßige Tragbild der Kurbelwellenlager ist nicht weiter bedenklich. Die Lager befinden sich noch innerhalb der Einbautoleranz. Eine Betriebstoleranz gibt Yamaha, wie auch bei den Pleuellagern, nicht an. Deren Laufspuren dürfen angesichts der Laufzeit als normal betrachtet werden.

Weil sie sich aber außerhalb der Einbautoleranz befinden, ist ihr Austausch fällig (siehe "Yamaha nimmt Stellung"). Daneben zeigen ein Kolbenbolzen und das dazugehörige Pleuelauge etwas stärkere Laufspuren. Doch selbst die stuft Yamaha als unbedenklich ein.

Weiter oben im Motor der Yamaha MT-07 geht die erfreuliche Bilanz weiter. Der Zustand von Kolben und Zylindern ist ausgezeichnet. Größere Laufspuren sucht man vergebens. Nennenswerte Verbrennungsrückstände auf den Kolbenböden in Form von Ölkohle ebenso.

Anschaffung und Unterhalt sind günstig

Entsprechend sauber sehen auch die Brennräume aus. Zu monieren wären bestenfalls die Brandspuren auf den leicht verbreiterten Auslass-Ventilsitzen, in denen wohl auch die Ursache für die geringfügig niedrigere Kompression zu Testende zu suchen ist. Einmal Ventile einschleifen, und der Kopf ist wieder fit für viele weitere Kilometer. Denn auch das Ventilschaftspiel befindet sich im grünen Bereich. Entwarnung kann auch für die Nockenwellen gegeben werden: die Nocken maßhaltig, ihre Laufflächen unbeschadet.

Wenn es Auffälligkeiten gibt, dann ­betrifft das eher das Drumherum. Rostige Schraubenköpfe oder auch die Lack­abplatzer an der Schwinge, die von eher mäßiger Oberflächengüte herrühren, dürften letztlich auch dem günstigen Einstandspreis geschuldet sein. Denn eines steht auch außer Zweifel: Wohl kaum eine andere Maschine bietet derzeit so viel Motorrad fürs Geld. Und der Spaß mit der Yamaha MT-07 ist nicht nur bei der Anschaffung ein günstiger, sondern auch im Unterhalt. Der Verbrauch von 4,4 Litern im Schnitt ist der zweitniedrigste unter sämtlichen Dauertestern. Und damit genauso erfreulich wie der sparsame Umgang mit den günstigen Verschleißteilen. Da fügen sich auch die niedrigen Inspektionskosten ins Bild, die sich ohne Verschleißteile zwischen 187 und 260 Euro bewegten. Lediglich die 40.000er-Wartung, bei der erstmals die Kontrolle des Ventilspiels – ein Nachstellen war nicht erforderlich – auf dem Plan stand, bildet mit 608 Euro einen Ausreißer nach oben.

So kommt, was kommen muss: Die BMW R 1200 R konnte sich nur kurz über ihren Platz an der Sonne in der Dauertest-Statistik neben der Honda CBR 600 F freuen. Den nimmt nun die Yamaha MT-07 ein.

Bilanz nach 50.000 Kilometern

  • Zylinderkopf: Ein Auslassventil ist geringfügig undicht, die Auslassventilsitze sind nur leicht verbreitert mit Brandspuren, die Einlassventilsitze und das Ventilschaftspiel sind in Ordnung.
  • Zylinder/Kolben: Die Zylinder zeigen keine Auffälligkeiten, auch das Laufbild der Kolben ist in Ordnung, an den Kolbenböden hat sich nur wenig Ölkohle abgelagert.
  • Kurbeltrieb: Ein Kolbenbolzen sowie das zugehörige Kolbenbolzen­auge zeigen stärkere Laufspuren. Das Tragbild der Kurbelwellen­lager ist etwas ungleichmäßig. Die Pleuellager weisen normale Laufspuren auf, sollten aber nach Werksvorgaben erneuert werden, da das Radialspiel außerhalb der Einbautoleranz liegt.
  • Kraftübertragung: Eine Schaltgabel hat diskrete Anlaufspuren, die Getrieberäder sowie Schaltklauen zeigen keine Auffälligkeiten. Die Kupplung weist kaum Verschleißspuren auf.
  • Rahmen/Fahrwerk: Die Beschichtung des Rahmens und der Schwin­ge zeigt einige Ablösungen, leichte Korrosionsspuren finden sich an einigen Schraubverbindungen. Schwingen- und Lenkkopflager sind in Ordnung.

 

Lesererfahrungen

Habe vollkommen problemlose 26.200 km auf dem Tacho stehen, ich nutze die Yamaha MT-07 hauptsächlich für große Urlaubstouren (2014 Korsika zirka 4.400 km, 2015 Norwegen zirka 6.200 km und 2016 Bretagne zirka 4000 km), aber auch viel im Schwarzwald (wohne in Simmersfeld). Sie fährt sich schlicht wunderbar, man kann schön bummeln, aber auch mal fegen. Wobei manchmal schon ein kernigerer Sound fehlt. Auch hakt manchmal der kombinierte Start-/Notausschalter, man muss ihn dann aktiv zurückstellen, geht aber problemlos. Also bisher null Ausfälle, null unplanmäßige Werkstattbesuche. Markus Bittes

Seit Mai bin ich bis heute 12.000 Kilometer gefahren. Preis-/Leistungstechnisch gibt es nichts Besseres auf dem Markt. Der Motor ist ein Gedicht! Einen besseren Zweizylinder habe ich bis jetzt nicht gefunden. Das Handling des Motorrads ist sehr gut, wobei das Fahrwerk und die Ergonomie die Haupt-Gegenargumente sind. Klanglich ist das serienmäßig auch ziemlich mau – deshalb wurde gleich auf MiVV umgebaut, ein Wilbers Federbein hinten und Gabel-Cartridges von Matris verbaut. Das Serienfederbein wippt bei lang gezogenen Kurven nach, und die Gabel vorne ist deutlich zu weich. Mit der Wilbers/Matris-Kombination fährt sich die Yamaha MT-07 wie ein komplett anderes Motorrad. Fährt wie auf Schienen, liegt sehr satt auf der Straße. Meine persönliche Einschätzung des Motorrads: Es lässt sich leicht zügeln und überfordert Anfänger nicht. Erfahrene und routinierte Fahrer können nach einigen Up­grades genauso viel Spaß haben wie Anfänger. Kurzum: ein geniales Motorrad! In diesem Jahr hatte ich keinerlei Defekte oder irgendwelche Probleme. Erstbereifung waren die Bridgestone BT 023 M „Holz­edition“. Diese Reifen sind das Grottigste, was ich jemals gefahren bin! Der nächste Satz kommt aus dem Hause Continental – der Road Attack 2 Evo bzw. dessen Nachfolgemodell. Kevin Koch

15.000 Kilometer stehen seit April mit der Yamaha MT-07 zu Buche, und ich bereue es kein Stück, sie gekauft zu haben. Was gefällt mir besonders? Die Agilität und Wendigkeit, Durchzug, geringer Verbrauch, Fah­ren in allen Lebenslagen möglich. Was mir weniger gefällt: Schwam­miges Fahrwerk, Serienauspuff hat den Sound einer Nähmaschine, der Sattel wird auf Dauer unerträglich. Die Serienspiegel taugen nur mit Verlängerung, die Serienbereifung ist grauenhaft, das Licht zu dunkel. Defekte oder Probleme? Nichts gewesen, außer Spesen. Allgemein ist die MT-07 einfach eine Kurvensau, die man gut drücken kann. Ein Spaßmobil, wie es im Buche steht. Auf längeren Touren büßt sie ein, dennoch ein alltagstaugliches, geniales Spaß­gerät mit niedrigen Unterhaltskosten. Tim Kürzinger

Die Yamaha MT-07 ist ein prima Spaßmobil. Nicht-Motorradfahrern sage ich: Sie ist ein Slalom- und kein Abfahrtski. Das supereasy Handling und der tolle Motor machen Kurvenwetzen am Feierabend und auf der Wochenendtour zur wahren Freude. Da sehen auf kurvigen Strecken sogar Big Bikes meist nur die Rücklichter. Wie in vielen Tests beschrieben, empfinde auch ich das Federbein als eher komfortorientiert. Die Maschine beginnt in schnellen Kurven zu gautschen. Da kommt diesen Winter ein Öhlins hin. Der leise Standardauspuff bringt den imitierten V-Klang nicht rüber. Dank des Akra aus dem Yamaha-Zubehör stimmt nun die Geräuschkulisse. Meine Maschine läuft nach zwei Jahren und 20.000 km wie am ersten Tag. Kein noch so kleiner Defekt, keine ungewöhnlichen Geräusche – nichts. Der Spritverbrauch liegt auch bei flotter Fahrweise unter vier Litern pro 100 km. Meine Werkstatt sehe ich nur zu Kundendiensten. Bin gespannt, ob sie die BMW R 1200 R vom Thron stoßen kann. Markus Marschalek

27.000 Kilometer, keinerlei Ausfälle, dritter Satz Reifen, das war‘s. Freude pur. Ute Fehler

Bin seit Februar 10.500 Kilometer mit der Yamaha MT-07 gefahren, und die Bremse und der Motor sind der echte Wahnsinn. Auf kurvigen Landstraßen haben viele stärker motorisierte Kollegen echte Probleme mitzuhalten. Bis jetzt lief sie ohne jegliche Probleme. Ich bin bis auf das Fahrwerk, das noch ausgetauscht wird, mehr als zufrieden und kann nur jedem raten, das Motorrad zu kaufen. Christian Böse

Nach 25 Jahren Honda CX 500 fahre ich nun seit April eine Yamaha MT-07 und habe jetzt 10.000 km auf dem Tacho. Die MT-07 hat einen klasse Motor, und es macht total Spaß, mit diesem spritzigen Motorrad unterwegs zu sein. Es ist aber nicht alles besser als früher. Die CX-Sitzbank ist deutlich bequemer. Warum ist eine bequeme Sitzbank nicht serienmäßig vorhanden, sondern steht für ein Heidengeld in der Aufpreisliste? Auch hat mich die starke Stoppie-Neigung bei ABS-Bremsungen überrascht. Der Tacho ist so ungünstig platziert, dass er selbst von einem kleinen Tankrucksack verdeckt wird. Technisch notwendig ist das nicht. Warum lässt sie sich auch nur mit viel Geduld volltanken? Die CX 500 hieß zwar Güllepumpe, hat mich bei Regen aber nie so eingesaut wie die MT. Die Tracer war im April letzten Jahres noch nicht auf dem Markt, aber ich denke, es ist auch ohne Aufpreis möglich, ein Motorrad mit mehr Alltagstauglichkeit auf die Räder zu stellen. Ich sehe im Markt aber keine Alternative, die nicht gleich doppelt so teuer ist. Joachim Stoppe

Yamaha nimmt Stellung

… zu den verschlissenen Pleuellagern. Yamaha legt bei Motorlagern höchsten Wert auf absolute Präzision und bietet von daher keine Verschleißtoleranz in diesem sensiblen Bereich. Hier gilt das Einbauspiel als Verschleißmaß, und deshalb beginnt hier der rote Bereich quasi sofort.

… zu den Laufspuren an einem Kolbenbolzen. Die Laufspuren am Kolbenbolzen/Pleuelauge sehen wir als unkritisch an. Die Teile können bedenkenlos weiterverwendet werden.

… zu den Korrosionsspuren an Schwinge und Schrauben bzw. den Ablösungen der Beschichtung an Rahmen/Schwinge. Yamaha weist in der Bedienungsanleitung alle Kunden auf die korrekte Nachsorge bei Salzfahrten hin. Auch könnten hier aggressive Reiniger eine Rolle spielen. Ablösungen: Der Kettengummi ist naturgemäß etwas flexibel. Wenn sich Schmutz darunter sammelt, dann wirkt diese Kombination als Schleifmittel, welche die Unterwanderung der Beschichtung ermöglicht.

… zu den unterdämpften Federelementen. Hierzu liegen uns aus dem Handel keine Reklamationen vor. Legt man hier für ein preisgünstiges Mittelklassemotorrad bei MOTORRAD vielleicht die Messlatte ein bisschen zu hoch?

… zur defekten Ganganzeige. Das ist bekannt. Es gibt auch schon Abhilfe in Form eines geänderten Gangsensors. Der Handel ist informiert.

… zum frostanfälligen Zündschloss. Türschlösser an Autos frieren im Winter auch ein.

… zu den in Leserzuschriften erwähnten festkorrodierten Hinterachsmuttern. Das Anzugsmoment der Hinterachse liegt im dreistelligen Bereich, d. h. man hat hier schon ein sehr hohes Losbrechmoment. Hier ist es empfehlenswert, nur mit Profiwerkzeug ranzugehen, dann funktioniert das auch.

Die Abschlusstabelle der Dauertest-Wertung, Messwerte und Kosten sowie die Wartungs-Tabelle gibt es in Heft 2/2017 oder als PDF zum Download (siehe unten)

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