Dauertest-Abschlussbilanz: Yamaha YZF-R 125 Die Yamaha YZF-R 125 nach ihrem Dauertest

Wer hätte gedacht, dass das Leben am unteren Ende der Hubraum-Skala so vergnüglich sein kann? Auf 25000 Kilometern hat die YZF-R 125 viel Stehvermögen bewiesen und noch mehr Freude gemacht.

Foto: jkuenstle.de

Normalerweise erregt eine 125er bei den leistungs- und hubraumverwöhnten MOTORRAD-Testern wenig Aufsehen. Und bislang verirrte sich mit der Hyosung GT 125 auch nur ein einziger Vertreter dieser Hubraum-Klasse in den Dauertest-Fuhrpark. Aber diesmal lag die Sache ein klein wenig anders.

Vom ersten Tag an hatte die kleine Ypse in der Redaktion einen Stein im Brett. Mit ihrer großen optischen Nähe zu den Supersportlern R6 und R1 sorgte sie nicht nur überall für anerkennendes Kopfnicken. Sie wurde weder gemieden noch geschont, sondern mit offenen Armen empfangen und recht zügig in 21 Monaten durch ihr Testprogramm gescheucht.

Dabei kam ihr nicht nur ihr ziemlich erwachsenes Auftreten zugute. Vielmehr waren es handfeste Qualitäten, die sie zur gern genommenen Begleitung auch für längere Ausfahrten machte. Vor allem der spritzige Motor heimste jede Menge Lob ein. Bereits 5500/min genügten, um locker im Stadtverkehr mitzuschwimmen oder an Ampeln verträumte Autofahrer stehen zu lassen.

Dank dieser Charakteristik war also auch Warmfahren nach dem Kaltstart kein Problem, da man in der Stadt auch mit mittleren Drehzahlen nicht zur Wanderschikane mutierte. Und ab 8000/min legte der kleine Single nochmal ein paar Brikett nach, womit sich sogar Überholmanöver auf der Landstraße recht zügig meistern ließen. War er gut drauf oder hatte gar ein winziges Gefälle als Komplizen, dann drehte er in freier Wildbahn auch munter bis in den roten Bereich, wo bei 10000/min der Begrenzer wartet. Was laut Tacho immerhin 134 km/h waren.

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Foto: fact

Ob zweimal Herbstausfahrt oder einmal Magny-Cours und zurück, die YZF-R 125 kam ganz schön herum. Ihr Platzangebot ermöglicht es nämlich auch größeren Piloten, längere Touren ohne anschließenden Gang zum Orthopäden zu meistern. Und wem die Lenkerstummel doch zu niedrig waren, dem konnte relativ simpel mit kleinen, selbst gefertigten Distanzbuchsen geholfen werden, welche die Lenker einige Millimeter weiter nach oben bringen (siehe Dauertest-Zwischenbilanz, Heft 13/2009). Wobei gerade auf längeren Touren ein wenig mehr Information im Cockpit wie eine Uhr oder ein zweiter Trip-Zähler sicher kein übertriebener Luxus wären.

Das wirklich Erstaunliche aber: Obwohl Dauervollgas praktisch ständiger Begleiter war, sog sich die kleine Yamaha im Mittel nur bescheidene 2,9 Liter Super auf 100 Kilometer durch die Einspritzdüse. Sie ging so sparsam mit dem teuren Raffinat um, dass sich mancher Fahrer schon fragte, ob wohl die Tankuhr kaputt sei. Mangels nennenswerten Ölverbrauchs war das Nachfüllen von Schmiermittel über die Testdistanz nur einmal nötig. Und selbst nach Frostnächten hatte die Yamaha keine Probleme, umgehend dem Weckruf des Anlassers zu folgen. Eine ganz starke Vorstellung also, die der in Italien bei Minarelli gebaute Einzylinder da ablieferte. Dazu eine leichtgängige Kupplung und ein sauber flutschendes Getriebe, Herz was willst du mehr?

Sensible Naturen können ihm bestenfalls eine etwas ausgeprägte mechanische Geräuschkulisse vorwerfen. Mehr aber auch nicht. Zweiter Aktivposten des Westentaschen-Racers: das Fahrwerk. Stabil und wendig, mit einer tollen vorderen Bremse bestückt, macht es richtig Laune, den rot-weißen Flitzer um die Ecken zu biegen. Allerdings steht und fällt der Fahrspaß stark mit der Bereifung. Die Pirelli Sport Demon, mit denen die Yamaha zum Dienstantritt in der Redaktions-Tiefgarage anrückte, überzeugen sowohl im Trockenen als auch bei Nässe. Keine glückliche Figur geben dagegen die Michelin Pilot Sporty ab.

Der offenbar häufig in der Erstausrüstung verwendete französische Gummi ist dann auch bemerkenswert oft Gegenstand von Klagen in den Leserzuschriften. Vor allem bei Nässe ist er mit Vorsicht zu genießen, da dann sein Grip streng limitiert ist. Was nicht gerade dem Einsteiger-Gedanken einer problemlosen 125er entspricht. Zu großer Form läuft die Yamaha allerdings mit Bridgestone BT 45 auf, die – siehe Dauertest-Zwischenbilanz in Heft 13/2009 - bei allen Witterungsbedingungen ein echter Tipp sind.

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Dauertest-Abschlussbilanz: Teil 2

"Wo war das Ding, als ich 16 war?", bringt Kollege Gerhard Eirich seine mit Wehmut durchmischte Begeisterung auf den Punkt. Jetzt mal langsam, nur Lob und gar nix zu meckern? Nun, im Grunde nicht. Denn die einzigen Defekte, welche die Bonsai-R1 ereilten, waren ein lose vibrierter Kerzenstecker bei Kilometerstand 11672, was mit einem Handgriff erledigt war. Und kurz darauf eine gebrochene Lasche der Antriebskette, die daraufhin bei der anstehenden Inspektion ersetzt wurde. Die neu montierte hielt dagegen nur überraschend kurze 5000 Kilometer. Was weiter auf die Kostenbilanz drückt, ist der alle 3000 Kilometer fällige Ölwechsel. Erstaunlich, denn der gleiche Motor in der WR 125 braucht dies nicht.

Zur Inspektion muss sie alle 6000 Kilometer antreten. Die Kosten hierfür hielten sich mit rund 160 Euro noch in erfreulichem Rahmen. Lediglich die 12000er-Wartung fiel mit 479 Euro deutlich deftiger aus. Allerdings sind hier auch Bremsbeläge und der weiter oben bereits erwähnte Kettensatz enthalten. In diesem Zuge wurde auch der Tank im Rahmen einer Rückrufaktion getauscht.

Erst als die Yamaha auf die Zielgerade bog, drangen etwas stärkere mechanische Geräusche aus dem Motor und schien ihr etwas Topspeed abhanden gekommen zu sein. Was sich auch in etwas schwächeren Fahrleistungen zu Testende widerspiegelt. Das finale Kompressionsdiagramm zeigte allerdings keine Auffälligkeiten. Und der abschließende Gang auf die Prüfstandsrolle bescheinigte der YZF-R 125 noch immer stramme 14,5 PS. Allerdings bei deutlich erhöhter Verlustleistung.

Was also würde das Zerlegen zutage fördern? Zunächst einmal nichts Spektakuläres. Alle vier Ventilsitze dicht und nicht breit geklopft. Die Ventile selbst ohne ungebührliche Ölkohle-Ablagerungen oder Schaftspiel. Nockenwelle und Rollenkipphebel stehen ebenfalls noch glänzend da.

Foto: jkuenstle.de

Einzig das Kolbenhemd zeigte deutliche Laufspuren. Das Kolbenlaufspiel und das Stoßspiel der Kolbenringe jedoch liegen völlig im dunkelgrünen Bereich. Und auch der Zylinder hat sich schadensfrei gehalten und weist weder Verschleiß noch Ovalität auf. In diesem Stil geht es weiter. Die Kupplungslamellen müssen sich böse gelangweilt haben, denn die Reibscheibendicke lag noch weit innerhalb der Einbautoleranz. Getriebezahnräder, tiptop. Die rollengelagerte, einteilige Kurbelwelle kann ebenso wieder zurück ins Kurbelgehäuse wandern wie die Wasserpumpe. Die Schaltwalze wirkt so robust, als stamme sie aus der FJR 1300, und die Schaltgabeln weisen nur minimale Laufspuren auf. Alles andere hätte angesichts der bis zum Schluss präzise agierenden Schaltbox auch überrascht. Möglich also, dass die statt der originalen Einfachkette montierte O-Ring-Kette bereits verschlissen und so Ursache für die höhere Verlustleistung bei der abschließenden Leistungsmessung war.

Gänzlich ungeschoren kam die Yamaha dennoch nicht davon. So hat das Federbein über die Distanz an Dämpfung und damit an Komfort eingebüßt. Die Verzahnung für das Ritzel auf der Getriebeausgangswelle hat einen Materialausbruch zu verzeichnen (siehe: "Yamaha nimmt Stellung..."). Außerdem musste kurz vor Ende des Dauertests die vordere Bremsscheibe ausgetauscht werden, ihre Verschleißgrenze war erreicht. Und auch die Bremsbeläge standen bereits zum zweiten Mal zum Austausch an. Ansonsten aber steht die YZF-R 125 nach 25000 Kilometern noch sauber da. Das Motorgehäuse sieht zwar etwas angegriffen aus, ansonsten aber stimmt die Lackqualität, lugt nirgends auffällig Rost hervor oder beleidigen labberige Steckverbindungen das Auge. Auch die Lager von Schwinge, Lenkkopf und Rädern sind noch picobello. Die Verarbeitung bewegt sich also auf ähnlichem Niveau wie ihre fahrdynamischen Qualitäten. Irgendwie schade, dass die 25000 Kilometer schon um sind.

Dauertest-Fazit:
Nach diesem Dauertest ist völlig klar, warum die YZF-R bei den 125ern die Zulassungsstatistik anführt und bei Yamaha der Topseller ist. Mit knapp 4000 Euro ist sie kein Sonderangebot. Doch dafür bekommt man auch ordentlich was geboten. Fahrwerk, Bremsen und Motor überzeugen mit dynamischen Qualitäten und Standfestigkeit. Problemlos im Umgang ist sie obendrein. So lockt man nicht nur 16-Jährige hinter dem Ofen hervor. Dennoch gibt es Raum für Verbesserungen, vor allem bei der Bereifung und dem Verschleiß von Kette und Bremsen.

Zeichnung: Archiv

Messwerte

Anfangs-/Abschlussmessung 1310 km/24370 km

Beschleunigung
0-50 km/h sek 3,7/3,9
0-80 km/h sek 8,9/9,3
0-100 km/h sek 15,7/16,5

Durchzug
50-80 km/h sek 12,6/13,9
50-100 km/h sek 22,0/24,5

Durchschnittlicher Kraftstoffverbrauch über 25000 km

Kraftstoff (Super) l/100 km 2,9
Motoröl l/1000 km <0,1

Zeichnung: Archiv

Bilanz nach 25000 Kilometern

Zustand:

Zylinderkopf: Alle Ventile dicht, die Ventilsitze kaum verbreitert. Die Ventilführungen zeigen nur geringen Verschleiß. Die wälzgelagerte Nockenwelle und die Kipphebelrollen befinden sich auch in gutem Zustand.

Zylinder/Kolben: Die Kompression hat etwas nachgelasssen, am Kolben sind ausgeprägte Laufspuren sowie Hitzeverfärbungen erkennbar, das Kolbenspiel ist aber in Ordnung. An der Zylinderlaufbahn sind nur geringe Laufspuren vorhanden, Durchmesser und Form des Zylinders liegen innerhalb des Toleranzbereiches.

Kurbeltrieb: Die Axial- sowie Radialspiele des wälzgelagerten Kurbeltriebes liegen innerhalb der Toleranz. Der Kolbenbolzen sowie das Pleuelauge befinden sich in gutem Zustand.

Kraftübertragung: Die Kupplung ist kaum verschlissen. Die Schaltgabeln weisen unbedenkliche Laufspuren auf, an der Ritzel-Aufnahmeverzahnung der Abtriebswelle ist ein Zahn ausgebrochen.

Rahmen/Fahrwerk: Die Verarbeitung von Rahmen, Fahrwerk sowie
der Kunstoffteile macht einen ordentlichen Eindruck. Die hintere Bremsscheibe ist verschlissen, die Dämpfung des Federbeins hat nachgelassen.

Foto: Hersteller

Kosten und Wartung

Betriebskosten auf 25000 Kilometer:

8 Liter Öl à 12,23 Euro  -  97,84 Euro
5 Ölfilter à 6,17 Euro  -  30,85 Euro
2 Luftfilter à 12,49 Euro  -  24,98 Euro
2 Zündkerzen à 8,4 Euro  -  16,80 Euro
2 Satz Bremsbeläge hinten à 44,10 Euro  -  88,20 Euro
2 Satz Bremsbeläge vorn à 44,10 Euro  -  88,20 Euro
2 Kettensätze à 99 Euro  -  198,00 Euro
1 Bremsscheibe  -  159,48 Euro
Kleinteile, Schmierstoffe, Dichtungen  -  59,16 Euro
Inspektionen und Reparaturen  -  830,71 Euro
Reifen (inkl. Montage, Wuchten und Entsorgen)  -  235,12 Euro
Kraftstoff  -  945,41 Euro
Gesamtkosten  -  2774,75 Euro
Anschaffungskosten  -  3745,00 Euro
Wertverlust  -  1445,00 Euro
Schätzpreis (Händlerverkaufspreis)  -  2300,00 Euro
Kosten pro Kilometer (ohne Wertverlust) 11,1 Cent
Kosten pro Kilometer (mit Wertverlust) 16,9 Cent


Wartung und Reparaturkosten:

Zündkerzenstecker losvibriert bei Km 11672
Kettensatz (Lasche war gebrochen) sowie Bremsbeläge vorn und hinten erneuert, Tank erneuert (Rückruf) bei Km 11848
Reifen vorn und hinten erneuert Michelin Pilot Sporty bei Km 13711
Reifen vorn und hinten erneuert Bridgestone BT 045 bei Km 14624
Kettensatz erneuert bei Km 16531
Bremsscheibe vorn, Bremsbeläge vorn und hinten erneuert bei Km 23572

Foto: Archiv

Lesererfahrung

22 Jahre nicht gefahren, dann kam die kleine Ypse!? Die Fotos zeigen unsere Trentino-Dolomiten-Tour 2009, auf dem Weg zum Stilfserjoch (2720 m). Und das mit einer 125er! Mit meinen 41 Jahren (leider noch keinen großen Führerschein) und über 100 kg Lebendgewicht bergauf natürlich kein Rennen zu gewinnen, aber man kommt gut hinterher, Bremsen, Motor, Fahrwerk, alles top ! Aber wehe, es geht bergab...beim Mendelpass hat es am meisten Spaß gemacht. Auf den Punkt: grosses Lob an Yamaha, echt eine tolle Maschine!
Oliver Beilke, Neuss


Seit einem halben Jahr bin ich begeisterter Fahrer der Yamaha YZF-R 125. Der spritzige Motor besticht in Zusammenarbeit mit dem stabilen Deltaboxrahmen und bietet Fahrspaß, besonders im kurvigen Geläuf. Selbst wenn man in der Kurve den Kurs korrigieren oder den Anker werfen muss bleibt sie stabil in der gewünschten Schräglage. Lobenswert ist der absolut zuverlässige und sportlich ambitionierte Motor. Selbst bei niedrigsten Temperaturen (minus sieben Grad) springt er sofort an. Vom präzisen Getriebe und der gut dosierbaren, leichtgängigen Kupplung ganz zu schweigen. Obwohl meiner Meinung nach der fünfte und besonders der sechste Gang zu lang übersetzt sind, hier fehlt im Gegensatz zu den ersten drei Gängen spürbar der Dampf. Auch die sportliche Optik ist bestechend, sie macht nicht nur einen sehr guten Eindruck auf dem Schulparkplatz, sie verblüfft auch gestandene Motorradfahrer. Ein Sozius ist zwar nicht komfortabel aber annehmbar unterwegs. Yamaha hat wohl aktuell die beste 125er auf dem Markt, die mit einem gelungenen Spagat zwischen Sportlichkeit und Alltagstauglichkeit auftrumpft.
Kai Strycker


Bereits 10000 Kilometer habe ich nun meine Yamaha gefahren. Im Grunde bin ich recht zufrieden, habe jedoch auch einiges zu bemängeln. Gut ist der sehr geringe Verbrauch zwischen drei und 3,7 l/100 km. Sie läuft außerdem sehr ruhig, die Brembo-Bremsen reagieren gut, und für ihren Viertakt-Motor hat sie auch noch eine vergleichbar gute Beschleunigung. Außerdem lag ihr Anschaffungspreis zum Kaufzeitpunkt relativ weit unter der Konkurrenz à la Aprilia RS 125 oder Cagiva Mito. Zum sportlichen Fahren ist das Fahrwerk der R 125 aber meiner Meinung nach nicht gebaut. Ein großes Manko ist die Standardbereifung, zumindest wenn sie Michelin Pilot Sporty heißt. Bei schlechterem Wetter und/oder niedrigen Temperaturen ist sie einfach nur gefährlich. Ich weiß nicht, was Yamaha geritten hat, diesen Reifen auf die R 125 zu ziehen. Er braucht ewig, um warm zu werden, und bei viel Schräglage neigt er zum Rutschen. Das Fahrverhalten hat sich jedoch mit Bridgestone BT45 positiv geändert. Die Standardkette war trotz regelmäßiger Pflege recht schnell am Ende. An der R 125 hätte ich mir von Yamaha ein strafferes Fahrwerk, eine Upside-down-Gabel, breitere Bereifung und einen stärkeren Motor gewünscht. Alles in allem jedoch ist sie ein sehr zuverlässiges Motorrad, das direkt anspringt und (zumindest bei mir) keine Mängel hatte. Sie zieht die Blicke auf sich und wird des öfteren für größer gehalten, als sie wirklich ist. Sie ist ein super Alltagsmotorrad, jedoch bei sportlichem Gebrauch der Konkurrenz unterlegen. Die zwei Jahre mit meiner Yamaha habe ich sehr genossen, würde mich jedoch das nächste Mal für eine Aprilia RS 125 entscheiden.
Tobias Schneider


Sowohl ich als auch meine Eltern waren auf den ersten Blick begeistert. Die ersten Tage mit meinem "rot-weißen Renner" sahen mich meine Eltern nur noch morgens in Motorradklamotten wegfahren und abends erschöpft, aber mit einem breiten Grinsen im Gesicht wieder nach Hause kommen. Die ersten 6000 km fuhr ich die Michelin Pilot Sporty. Im Trockenen war ich damit höchst zufrieden. Doch sind die Grip-Qualitäten im Nassen schlecht. Bei der folgenden Inspektion zog ich Bridgestone BT-45 auf. Meiner Meinung nach eine der besten Entscheidungen. Sehr gut sowohl im Nassen als auch im Trockenen, auch war die Mindestprofiltiefe nach 8000 km noch vorhanden. Riesiger Pluspunkt der Yamaha: der Benzinverbrauch! Ihre 13 Liter Tankinhalt reichen selbst bei zügiger Fahrweise für mindestens 350 km. Das Fahrverhalten der kleinen Japanerin ist atemberaubend. Für einen Fahranfänger nach wenigen Kilometern perfekt zu handeln, und selbst erfahrenen Piloten bringt die ‚Kleine‘ eine Menge Spaß. Nach 25000 km mein Fazit: Sowohl Langstrecken über 800 km am Stück auf der Autobahn, als auch kurze Entfernungen zum Eis essen, mein weiß-roter Renner machte nie auch nur das kleinste Problem. Ich kann allen Motorradneulingen die Yamaha YZF-R 125 wärmstens empfehlen.
Marcel Hildmann


Bis jetzt stehen 4239 km auf dem Tacho und ich kann eigentlich fast nur Gutes über die Maschine berichten. Man sitzt ziemlich gut (bei einer Körpergröße von 178 cm), und mit der Federeinstellung komme ich ebenfalls perfekt zurecht. Man hat die Maschine auch auf unebener Fahrbahn gut unter Kontrolle. Was ich nur teilweise als gut empfinde, ist die Gabel, die bei starken Bremsmanövern doch sehr stark eintaucht. Hauptaugenmerk von mir und vielen Forenmitgliedern: die Standardreifen "Michelin Pilot Sporty". Wir sind der Meinung, die Reifen sind für Anfänger gänzlich ungeeignet. Dies ist nicht wirklich gut, da Yamaha versucht, die junge Generation anzusprechen, denn dies ist die Generation ohne Erfahrung. Der Reifen ist für Anfänger sehr schwer zu kontrollieren und besitzt schlechte Kurveneigenschaften. Der Motor ist super zu fahren. Er hat einen schönen Durchzug in allen Drehzahlbereichen. Voraussetzung ist eine gerade Strecke. Bei kurvenreicher und steigender Strecke geht der YZF ein bisschen die Puste aus und man kommt nicht mehr aus dem Schalten raus, das ist aber für ein 125er-Viertakt-Motor verständlich. Der Spritverbrauch ist sehr human. Ich fahre sie im Schnitt mit etwa drei Litern.
Harald Rauer

Foto: Sdun

Yamaha nimmt Stellung...

...zum Materialausbruch an der Verzahnung für das Ritzel auf der Getriebeausgangswelle.
Verwunderlich ist, dass keinerlei Materialspuren festzustellen waren. Vielleicht handelte es sich bei dem Teil auch um einen kleinen Fehler in der Fertigung. Wir würden die Welle ohne Bedenken weiter verwenden.

...zur Lebensdauer der Sekundärkette und der gerissenen Lasche.
Die Qualität der Ketten wurde mittlerweile verbessert, und wir gehen davon aus, dass solche Schäden heute nicht mehr auftreten.

...zur Kritik an der Erstbereifung Michelin Pilot Sporty.
Diese Kritik nehmen wir auf und geben sie gern an die Produktplanung weiter. Der Michelin Pilot Sporty bietet allerdings eine hohe Langlebigkeit, was ja gerade für junge Leute auch ein wichtiger Aspekt ist.

...zu den Laufspuren am Kolben.
Hierbei handelt es sich aus unserer Sicht ausschließlich um ein optisches Manko, da ja Kolben und Zylinder immer noch im Bereich der Einbautoleranz bzw. im Anfangsbereich der Betriebstoleranz liegen. Die Spuren sind unserer Meinung nach möglicherweise auf etwas zu kurze Warmlaufphasen im Fahrbetrieb zurückzuführen.

...zum Verschleiß an der Bremsanlage.
Das Verschleißmaß der Bremsscheiben liegt nur geringfügig unter dem Herstellungsmaß, hat also eine sehr geringe Toleranz. Da die Bremse ja noch tadellos funktioniert hat, ist das eigentlich nicht so kritisch zu sehen, man sollte aber dennoch die Scheibe wechseln.

...zum mager ausgestatteten Cockpit.
Gerade bei Produkten in dieser Preislage wird konsequent mit spitzem Bleistift kalkuliert. Wir nehmen diesen Punkt aber auch gern als Anregung für die Produktplanung auf.

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