KTM 1290 Superduke R.

KTM 1290 Super Duke R im MOTORRAD-Dauertest Erfahrungen über 50.000 Kilometer

Die KTM 1290 Super Duke R durchläuft seit 25. März 2015 den MOTORRAD-Dauertest und hat bisher 47.600 Kilometer gesammelt.

1200 km: Begrüßung im Dauertest-Fuhrpark

An einem Freitagmorgen in der MOTORRAD-Tiefgarage: Zum ersten Mal begegnen sich zwei neuen Dauertest-Maschi­nen. Scheinwerfer an Scheinwerfer harren KTM 1290 Super Duke R und Harley-Davidson Sportster 1200 der Dinge. Ein fiktiver Dialog.

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14.500 km: Zwischenprotokoll

Für die KTM 1290 Super Duke R im MOTORRAD-Dauertest gilt absolute Unaufgeregtheit: Sie sammelt problemfrei fleißig ihre Kilometer.

Der V2-Motor der KTM 1290 Super Duke R begeistert nach wie vor ausnahmslos, in Sachen Fahrwerksabstimmung kommt aber Kritik am Komfort auf. Autobahn-Trennfugen werden gnadenlos weitergereicht, das Ansprechverhalten ist selbst bei geöffneter Druckdämpfung ausgesprochen mäßig.

Ansonsten gab es bei der KTM 1290 Super Duke R nur Kleinigkeiten: einen schleichenden Plattfuß, eine nicht funktionierende Hupe (von diesem Problem berichten auch Leser), eine verwirrende Restreichweiten-Anzei­ge. Trotz alledem: Der Fahrspaß bleibt wegen des fantastischen Motors erhalten.

15.000 km: Ölthermometer

Das Cockpit-Display der KTM 1290 Super Duke vermeldete kurz nach der 15.000er-Inspektion 19 Grad Umgebungstemperatur, doch das Motoröl sollte nur null Grad warm sein. Das irritierte erst einmal. Der V2-Motor startete dennoch tadellos, lief von Anfang an richtig rund, klang mechanisch gesund, wurde unauffällig warm. Doch selbst bei Autobahnhatz meldete das Öl-Thermometer nie mehr als 22 °C. Also lieber mal in der Werkstatt nachfragen. Und siehe da: Den defekten Thermofühler hatte MTC Motorradtechnik in Wangen bei Göppingen zuvor erst ein einziges Mal gewechselt – bei einer KTM 1190 Adventure, dem Dauertestexemplar von MOTORRAD. Was für ein Zufall.

22.400 km: Herbstausfahrt 2015

23.900 km: Aktueller Zwischenstand

Das Fahrwerk wurde auch bei der dicken KTM 1290 Super Duke R hin und wieder getadelt, das Ansprechverhalten vor allem bei höheren ­Geschwindigkeiten war ein Kritikpunkt. Außerhalb jeglicher Kritik ist der trotz immenser Power voll und ganz alltagstaugliche Motor, der seine souveräne Dominanz auf den Fahrer überträgt.

Ernste Vorfälle gab es bei der großen KTM nicht. Allerdings mussten kürzlich mehrfach geringe Mengen Kühlwasser nachgefüllt werden, die Ursache fand sich wenig später in Form eines undichten Kühlers. Der wurde nun auf Garantie getauscht. Die Ursache ist nicht eindeutig, es könnte möglicherweise Steinschlag gewesen sein.

Gra­vierender war dann bei Kilometerstand 23.761 der Riss der Antriebskette, als die R zu Vergleichsfahrten mit Schwester GT herhalten musste. Zugegeben, der Pflegezustand der Kette war nicht der beste. Gottlob gab es keinen Folgeschaden, die Kette wurde bei Tempo 70 auf der Landstraße einfach abgeworfen.

40.418 km: Frostbetrieb

Die KTM 1290 Super Duke R bestätigte, dass sie nach Frostnächten mit Glacéhandschuhen zum Leben erweckt werden möchte. Das Zündschloss ist frostgefährdet, und die Batterie bietet trotz 12 Ah Kapazität kaum Reserven für ausufernde Startvorgänge bei Kälte. Das Anlassen erfordert Fingerspitzengefühl, denn zündet der V2 nicht zügig, ist es mit der Startwilligkeit der Herzogin vorbei. Und es bleibt kaum Saft für einen weiteren Startversuch. Gut, wenn dann die nächste Bushaltestelle nicht fern ist.

41.000 km: Achsrohrlager

Bei der KTM 1290 Super Duke R fiel das Hinterrad durch leichtes seitliches Spiel am Felgenhorn auf. Die Überprüfung ergab, dass eines der drei Lager des Achsrohrs beschädigt war.

Der Grund: Bei zwei Lagern handelt es sich um konventionelle Rillenkugellager, das an der Radseite ist hingegen eine nach innen offene, abgedichtete Nadelbuchse, die Nadeln laufen also direkt auf dem Achsrohr. Möglicherweise ist die Oberfläche an dieser Stelle nicht fein genug bearbeitet oder ungenügend gehärtet. Insgesamt macht das Bauteil einen sehr mitgenommenen Eindruck, wie auch die Korrosion im Bereich der Längsverzahnung zeigt.

Ein Blick ins entsprechende Forum deutet darauf hin, dass weder der Defekt, noch der Rostbefall Einzelfälle sind. Die Achse sowie sämtliche Lager wurden auf Garantie getauscht.

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