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Avantgardistin. Eines der ersten Bikes mit „Kurven-ABS“: die Dauertest-Adventure.

Dauertest-Zwischenbilanz KTM 1190 Adventure Urteil nach fast 40.000 Kilometern

Mit der KTM 1190 Adventure rüsteten die Österreicher spektakulär auf. Die Reiseenduro fährt und verkauft sich gut. Doch hält sie auch? Fast 40.000 Kilo­meter hat sie im MOTORRAD-Dauertest bereits hinter sich.

Harald Humke, geschäftsführender Redakteur bei MOTORRAD, stach ungeniert ins Wespennest: „Die ist mir lieber als die GS“, notierte der bekennende Laverda-Fan kurz und knapp ins Fahrtenbuch. Lieber als die BMW R 1200 GS! In reiseenduroaffinen Kreisen grenzt eine derartige Verlautbarung an Blasphemie. Erst recht, nachdem die im vergangenen Jahr von Grund auf neu konzipierte KTM 1190 Adventure im MOTORRAD-Dauertestfuhrpark viele Monate Seite an Seite mit der zeitgleich vollständig umgekrempelten Bayerin stand. Oder vielleicht gerade deswegen? Denn während die BMW mit diversen Kinderkrankheiten und einem spektakulären Getriebeschaden (MOTORRAD 17/2014) gemischte Gefühle hinterließ, schrubbt die Österreicherin noch immer ihre Kilometer ab. Einfach so.

Das war – Hand aufs Herz – so nicht unbedingt zu erwarten. Der letzten KTM im MOTORRAD-Dauertest, dem Supersportler RC8, verhagelten zwei kapitale Pleuellagerschäden (Heft 9/2011) die Bilanz. Schwamm drüber. Denn gerade nach dieser Vorgeschichte dürfte wohl kaum ein Projekt bei KTM penibler angegangen worden sein als die Konzeption der 1190 Adventure.

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10.065 km: Auspuffkrümmer gebrochen, Kupplungsschalter ersetzt

Insofern nährten Warnmeldungen direkt nach der Auslieferung der ersten Charge insgeheim gehegte Zweifel. Ein bei manchen Maschinen nicht durchgebohrter Belüftungskanal am Tankstutzen sowie ­eine sich möglicherweise lösende Befes­­ti­gungsschraube des Lenkungsdämpfers wurden denn auch an der Dauertest-Maschi­ne von MOTORRAD bei der Erstins­pek­tion gecheckt. Ergebnis: negativ. Die Schraube wurde dennoch mit Schrauben­sicherungsmittel fixiert. Die Kosten für die 1000-Kilometer-Durchsicht (Ölwechsel und Arbeitszeit): 196 Euro. Danach verschwand die neue KTM 1190 Adventure weitestgehend von der Bildfläche, wanderte quasi nahtlos von Hand zu Hand und auf der Wunschliste für den nächsten Wochenendtrip weit nach oben. Denn die Kombination aus neutralem Handling und dem kultivierten, aber dennoch sportlich auftretenden Motor spricht sowohl die Reisefraktion als auch die Feierabend-Flitzer an.

Apropos Motor. Die Vermutung, dass sich die bei der Eingangsmessung (Kilometerstand 2311) ermittelte Leistung von 141 PS im Lauf der Zeit noch berappeln würde, sollte sich bewahrheiten. Bei der Messung der Nachrüstschalldämpfer drückte der nach 35.000 Kilometern offensichtlich mechanisch freier laufende 75-Grad-Vau-Zwo mit 149 PS fast die versprochene Nennleistung von 150 PS auf den Rollenprüfstand.

Zickig zeigte sich die KTM 1190 Adventure dann aber doch in Gesellschaft. Auf der traditionellen Herbstausfahrt mit allen Dauertest-Maschinen patschte die Adventure im Schiebe­betrieb laut vor sich hin. Letztlich stellte sich als Ursache die durch den gerissenen Krümmer des hinteren Zylinders gezogene Falschluft heraus. Der Krümmer brach direkt am Übergang zwischen Edelstahlrohr und Befestigungsflansch. Den 2000 Kilo­meter langen Trip nach Italien brachte die waidwunde Adventure zwar etwas lauter, aber letztlich von weiteren Problemen unbehelligt hinter sich. Sofern man von einem gebrochenen Kabel des Kupplungsschalters absieht. Der Sensor, der das Starten mit eingelegtem Gang nur bei gezogener Kupplung erlaubt, wurde mitsamt dem Krümmer im Rahmen der Gewährleistung kostenlos getauscht.

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13.445 km: Batterie erneuert

Überhaupt schnurrte die KTM 1190 Adventure liebend gern und oft durch die Alpen. Allein die traumhaft leicht zu bedienenden Armaturen und der spritzig hochdrehende Motor animieren in den Serpentinen zu forciertem Rhythmus. Die satte Straßenlage und das gute Feedback überzeugen selbst eingefleischte Supersport-Freaks wie Redakteur Ralf Schneider. Auf das vom kritischen Geist lapidar im Fahrtenbuch formulierte Lob („Ein ganz tolles Motorrad“) darf sich die Adventure ruhig etwas einbilden. Auch weil sich nicht nur Kollege Schneider gerade in den sensiblen Gebirgsregionen über den moderaten Lärmpegel der Standard-Auspuffanlage freut. Manch europäische Konkurrenz zeigt sich in dieser Beziehung derzeit leider ungenierter.

Dafür bieten die mehr Sitzkomfort. Wohl um die Sitzhöhe auf einem erträg­lichen Niveau zu halten, fiel die Polsterung der Fahrersitzbank relativ dünn aus. Nachrüstsitze gelten bei der Adventure-Klientel als heißer Tipp. Zu schaffen machten der KTM 1190 Adventure auch die im Gebirge kälter werdenden Nächte. Nur zäh brachte der Anlasser den dicken Motor zum Laufen. Zu Hause im deutschen Flachland passte die Kati Wochen später dann ganz. Fuhrparkleiter Rainer Froberg musste bei knapp unter null Grad sogar die Batterie seiner privaten Harley Road King vorspannen, um den V2 anzuwerfen. Ob’s letztlich an der Batterie lag, die dann nach 13.000 Kilometern auf Garantie getauscht wurde, oder an einem defekten Temperatursensor, den die Werkstatt bei der zweiten Inspektion diagnostizierte, lässt sich mangels eisiger Temperaturen im ­vergangenen Winter nicht zweifelsfrei bestimmen. Seitdem springt die Adventure ­jedenfalls problemlos an. Doch der nächste Nachtfrost kommt bestimmt.

Kurven-ABS für KTM 1190 Adventure durch simples Software-Update

Zurück zur zweiten Inspektion. Mit 15.000-Kilometer-Intervallen setzt die KTM selbst im Reiseenduro-Segment ein erfreuliches Zeichen, lässt sich in dieser Beziehung nur von der Triumph Tiger Explorer (16.000 km) überflügeln. Ohnehin scheint es, als hätte die KTM 1190 Adventure mit der zweiten Durchsicht (311 Euro für Ölwechsel, Luftfilter) ihre Kinderkrankheiten weitestgehend auskuriert.

Seit dem Austausch des etwas kippeligen Seitenständers (Garantie) und der Reparatur des gebrochenen Hupenkabels in Heimarbeit konnte die Zuwendung für die Österreicherin in andere Bahnen gelenkt werden. Zum Beispiel für die Installation von MSC. Denn mit der Motorcycle Stability Control, im Volksmund Kurven-ABS genannt, leistete KTM ausgerechnet mit der Adventure Pionierarbeit. Das in Zusammenarbeit mit Bosch entwickelte System erlaubt – vereinfacht ausgedrückt – auch in Schräglagen jenseits von 40 Grad gefahrlose Vollbremsungen. Da diese Technik auch in MOTORRAD-Tests beeindruckende Resultate lie­ferte und bei der KTM 1190 Adventure zudem durch ein simples Software-Update eingerichtet ­werden kann, spendierte auch MOTORRAD der Dau­ertestmaschine die zukunftsweisende ABS-Regelung (Kosten: 399 Euro). Im Elek­tronikpaket der 2014er-Modelle ist das MSC übrigens serienmäßig einprogrammiert.

Völlig unauffällig brachte die KTM 1190 Adventure die Distanz bis zum zweiten Service-Termin­ bei 30.000 Kilometern hinter sich. Der Boxenstopp fiel mit 600 Euro für Ölwechsel, Luftfilter, Zündkerzen und den Austausch einer schadhaften, im Fahrbetrieb aber nicht spürbaren Membran des Sekundärluftsystems allerdings finanziell etwas schmerzhaft aus. Wenigstens hatten nach dem Premierenjahr auch die KTM-Verantwortlichen endgültig Vertrauen in die Zuverlässigkeit der Adventure-Technik gefunden. Im April wurde die Herstellergarantie kostenlos von zwei auf drei Jahre ver­längert.

Erfreulich. Wie auch der Reifenverschleiß. Der Continental Trail Attack 2 (Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h) schlägt sich wacker, hielt ­hinten jeweils rund 13.000 und vorn 20.000 ­Kilometer. Als Ursache für die in manchen Situationen kritische Geradeauslaufstabilität der KTM 1190 Adventure darf der Conti ebenfalls aus der Schusslinie genommen werden. Näheres dazu auf der nächsten Seite "Pendelt sie oder nicht?".

Dann peilte die KTM 1190 Adventure mit Volldampf die 40.000-Kilometer-Marke an. Seit der letzten Inspektion ohne besondere Vorkommnisse. Ohnehin scheint die neue Adventure nach den unspektakulären Nachrüstungen (Hitzeschutzfolie, Seitenständer) und der letztlich dennoch unerquicklichen Häufung der Kinderkrankheiten (Krümmer, Kupplungsschalter, Batterie, Temperatursensor) mit sich im Reinen zu sein. Das Multitool wirkte nach 80 Prozent der Dauertest-Distanz noch so knackig und straff wie am ersten Tag, braucht kein Öl, springt nach der winterlichen Schwächephase immer gut an und benimmt sich auch sonst völlig unkritisch. Ein gutes Omen für die letzten 10.000 Kilometer? Nicht nur Harry Humke wird ihr die Daumen drücken.

Pendelt sie oder nicht?

Starkes Pendeln mit Gepäck“ – dieser Vermerk zieht sich wie ein roter Faden durchs Fahrtenbuch der Reiseenduro. Wäh­­rend die KTM nämlich im Solo- wie im Passagierbetrieb auch bei Topspeed keine kritischen Fahrwerksunruhen aufweist, än­dert sich die Sachlage mit Be­ladung. Koffer oder eine Gepäckrolle ­brin­gen­ die Aerodynamik offensichtlich ge­hörig durcheinander. So bestückt, schlingert die KTM 1190 Adventure ab der 200-km/h-Marke taumelnd über die Bahn. Höhere Tempi sind auch kurzzeitig kaum möglich. Dieses Verhalten zeigt die KTM sowohl mit den Serien-Conti als auch mit den zum Vergleich montierten – gleichwohl für diesen Geschwindigkeitsbereich nicht freigegebe­nen –, betont geradeauslaufstabilen Michelin Anakee 3.

Bis zu der von KTM bei Beladung emp­fohlenen Höchstgeschwindigkeit von 150 km/h bleibt die KTM 1190 Adventure jedoch völlig unkritisch. Dennoch: Verboten ist der Highspeed-Einsatz nicht, und der Großteil aller Reiseenduros zeigt sich auch mit Gepäck in dieser Beziehung souveräner.

Defekte im Test

Schraube des Lenkungsdämpfers: Rückrufe wie eine eventuell nicht durchgebohrte Belüftungsbohrung des Tanks oder eine möglicherweise lockere Schraube des Lenkungsdämpfers begleiteten die KTM 1190 Adventure die ersten Wochen nach der Auslieferung. Die Dauertest-Maschine blieb von allem unbehelligt. Die Schraube wurde dennoch mit Sicherungsmittel fixiert.

Hitzeschutzfolie: Während von der MOTORRAD-Testcrew keine Klagen zu hören waren, heizte die Abwärme des Motors manchem Adventure-Besitzer offensichtlich zu sehr ein. Sämtliche Maschinen – auch die Dauertest-KTM – wurden mit einer auf den Sitzbankboden geklebten Hitzeschutzfolie kostenlos gegen den vom V2 generierten Heißluftföhn gewappnet.

Defekter Kupplungssensor: Nachdem sich die KTM 1190 Adventure auf der Herbstausfahrt 2013 nicht mehr bei eingelegtem Gang und gezogener Kupplung starten ließ, brauchte es nicht einmal eine Werkstatt zur Fehlersuche. Der malade Kupplungssensor im Handhebel wurde von der Software diagnostiziert und im Display angezeigt. Repariert wurde der Defekt jedoch noch von Menschen.

Gerissener Krümmer: Quasi zeitgleich mit dem Kupplungssensor gab auch der Krümmer des hinteren Zylinders seinen Geist auf. Das Teil machte zunächst durch Patschen im Schiebebetrieb auf sich aufmerksam. Da sich der Riss im Verlauf der Herbstausfahrt 2013 nur langsam verlängerte, konnte die Reparatur in der heimischen Werkstatt anstatt in Italien erledigt werden.

Defektes Kabel der Hupe: Für zugegebenermaßen wenig Aufregung sorgte das abgebrochene Kabel der Hupe. Dennoch stellt der bei Kilometerstand 17000 aufgetretene Defekt bislang eine Zäsur dar. Die KTM 1190 Adventure scheint damit die – letztlich gar nicht so kurze – Reihe ihrer Kinderkrankheiten und Nachbesserungen beendet zu haben. Zumindest bis zum Kilometerstand von 40.000.

Austausch des Seitenständers: Zu klein geriet die Aufstandsfläche, etwas ungünstig die Kinematik beim Einklappen – und obendrein brachen bei manchen Exemplaren auch noch die Federn. Den Problemen mit dem Seitenständer rückte KTM mit einer Rückrufaktion zu Leibe. Die am 2014er-Modell bereits geänderten Ständer wurden bei den 2013er-Bikes nachträglich kostenlos angebaut.

Startschwierigkeiten: Kaltstarts gehörten nicht zur Paradedisziplin der KTM 1190 Adventure. Bei leichtem Frost musste Fuhrparkchef Froberg sogar die Batterie seiner privaten Harley Road King anzapfen, um die Adventure anzuwerfen. Nach dem Austausch der Batterie und des Temperatursensors besserte sich die Situation, ob die Ursache damit beseitigt ist, wird erst der kommende Winter zeigen.

Zubehör im Test

Windschild hoch KTM: Besseren Windschutz als die relativ nie­drige Serienscheibe bietet der immerhin 60 Millimeter höhere Nachrüstschild von KTM. Auch die Verwirbelungen hinter dem schnell montierten höheren Teil bleiben moderat. Allerdings: Die sportliche Optik der KTM 1190 Adventure leidet etwas unter dem hoch aufragenden Frontschild. Hersteller: www.ktm.com; Preis: 121 Euro.

X-Creen Touring-Aufsatz: Sehr guten, zudem individuell einstellbaren Windschutz bietet der X-Creen. Zumindest grundsätzlich. Bei hohem Tempo verbiegt der Aufsatz die KTM-Scheibe durch den langen Hebelarm jedoch kräftig. Wer die Scheibe nicht anbohren möchte, kann den X-Creen auch mit Klammern (20 Euro) rückstandsfrei fixieren. Hersteller: www.mra.de; Preis: 90 Euro.

KTM-Ergo-Sitzbank: Um die Sitzhöhe niedrig zu halten, fällt die Pols­terung der Serienbank relativ dünn aus. Die Ergo-Sitzbank geriet erheblich flauschiger als das Standardteil. Die dickere und straffere Polsterung erhöht zwar die Sitzhöhe um einen Zentimeter, bietet aber mehr Sitzkomfort. Für Genussbiker: Die Sitze sind beheizbar. Hersteller: www.ktm.com; Preis: 242 Euro (Fahrer/Sozius).

Touratech-Sitzbank: Ein heißer Tipp ist die Komfortsitzbank von Touratech. Die Sitzgelegenheit überrascht zunächst mit straffer Polsterung, verteilt den Druck des Körpergewichts aber offensichtlich optimal. Selbst nach Stunden im Sattel fühlen sich Fahrer und Passagier noch herrlich bequem untergebracht. Hersteller: www.touratech.de; Preis: 329 Euro (Fahrer), 299 Euro (Sozius).

Givi Tanklock XS 308: Tankrucksäcke, die per Schnellverschluss am Tankstutzen befestigt werden, kommen immer mehr in Mode. Aus gutem Grund. Denn fummelige Gurte entfallen, und die Tankoberfläche wird geschont. Der 20 Liter große XS 308 von Givi ist sinnvoll eingeteilt und lässt sich zum Tanken in Sekundenschnelle entfernen. Ein Regenüberzug liegt der praktischen Tasche bei. Hersteller: www.givi.de; Preis: 129 Euro (Tasche), 12 Euro (Befestigungsring am Tank).

Wings Seat Cooler: Während KTM den Fahrer mit einer Alumatte (siehe „Defekte im Test“) gegen die Motor-Abwärme schützt, leiten die Lufthutzen von Wings die Hitze nach hinten ab. Nebenbei schließen die in Slowenien gefertigten Teile die optische Lücke zwischen Tank und Heckverkleidung. Hersteller: www.wings.si; Preis: 198 Euro.

Touratech-Koffer: Sehr robust geriet das Zega Pro-Koffersystem von Touratech. Allerdings: Mit 110 Zentimetern (38/45-Liter-Koffer) fällt das Ensemble stattliche 13 Zentimeter breiter aus als beispielsweise die Vario-Koffer der BMW R 1200 GS. Im Gegensatz zu den unauffälligen ­Halteschienen des Original-Koffersystems von KTM (908 Euro) schmälert der Edelstahlträger auch die Optik der kofferlosen Maschine. Und: Der rechte Verschlussbügel ist etwas beengt zu erreichen. Hersteller: www.touratech.de; Preis: 828 Euro.

KTM-Heizgriffe: Mit insgesamt drei Stufen sehr gut zu dosieren sind die aus dem KTM-Po­w­erparts-Programm stammenden Heizgriffe. Ebenfalls hervorragend: Im Gegensatz zu manch anderen Anbietern tragen die nur geringfügig dickeren
Originalteile kaum auf, erhalten das sportliche Griffgefühl der KTM 1190 Adventure. Da die Bedienung zentral über das Menü gesteuert wird, müssen die Heizgriffe allerdings vom Händler eingebaut und freigeschaltet werden. Hersteller: www.ktm.com; Preis: 201 Euro.

Auspuff-Empfehlung

Die Suche nach höherer Leistung haben die meisten Hersteller von Nachrüst-Schalldämpfern aufgegeben. Entscheidend sind stattdessen Gewichtsersparnis, Klang und Optik.

Akrapovic: Ausschließlich über das KTM-Händlernetz sind die Nachrüst-Dämpfer der slowenischen Edelschmiede Akrapovic erhältlich. Traditionell überzeugt die Anlage mit Titanhülle sowie Hitzeschild und Endkappe aus Karbon durch bes­te Verarbeitung und sehr guter Passgenauigkeit. Das aber auch zu gehobenem Preis. Bezug: www.ktm.com

Gewicht: minus 35 %; Leistung: plus 0,7 %; Preis: 909 Euro; Sound: bassig.

BOS Desert Fox: Mit einem hervorragenden Finish setzt sich der niederländische Bos Desert Fox in Szene. Der Edelstahl-Schalldämpfer ließ sich problemlos montieren. Gegenüber dem Serientopf spart der Bos genau zwei Kilogramm an Gewicht ein. Der Sound geriet im Vergleich zum Original-Auspuff etwas aggressiver, aber nicht lauter. Hersteller: www.bosauspuff.de

Gewicht: minus 31 %; Leistung: plus 0,7 %; Preis: 799 Euro; Sound: aggressiv

Remus HexaCone: Mit gerade mal drei Kilogramm unterbietet der Remus-Titan-Dämpfer das Gewicht des 6,5
Kilo schweren Originalteils um mehr als die Hälfte. Den kleineren Dimensionen zum Trotz generiert der österreichische Auspuff einen sonoren Klang. Optisch runden der seitliche Hitzeschutz und das Endstück aus Karbon den guten Eindruck ab. Bezug: www.kohl.de

Gewicht: minus 54 %; Leistung: plus 1,3 %; Preis: 809 Euro; Sound: sonor

Fahrer-Meinung

Foto: mps-Fotostudio
Manuel Fuchs (36),MOTORRAD online: „Ein Spaß­bolzen zum Spaßbolzen“.
Manuel Fuchs (36),MOTORRAD online: „Ein Spaß­bolzen zum Spaßbolzen“.

„Ein Spaß­bolzen zum Spaßbolzen“

Nennt mich „Weichei“: Bevor ich mich mit der KTM 1190 Adventure ins städtische Kesseltreiben stürze, schalte ich auf Regen-Mapping; das macht’s viel entspannter. Sie ist ein Spaßbolzen zum Spaßbolzen: kurze Runden, lange Runden, große Tour – alles super; langstreckenbequem, und dabei kein Sofa. Wer sich nie die Finger an den Kofferschnallen geklemmt hat, hat die KTM nicht erlebt.

Foto: jkuenstle

„Die KTM ist kein GS-Killer – zum Glück“

Die Adventure sollte der GS-Killer werden. Doch sie ist es nicht geworden. Gott sei Dank. Weil dieses Es-jedem-recht-machen-Bike keine KTM mehr gewesen wäre. Doch weil sie sich treu blieb, eben spritzig statt beliebig, euphorisierend statt nur transportierend und straff statt schlaff ausfiel, genau deshalb hat sie ihre Fans. Ich bin einer von ihnen.

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