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Dauertest-Zwischenbilanz Triumph Trophy SE S-Klasse auf zwei Rädern

Frei nach Julius Cäsar hatte die Triumph Trophy SE einen Einstand nach Maß: Sie gewann den ersten Vergleichstest, brillierte als komfortabler, überragend ausgestatteter Super-Tourer. Doch viele kleine Defekte brachten ihr den Spitznamen "Der englische Patient" ein.

Sie startete im Herbst 2012 mit einem Paukenschlag, die Triumph Trophy SE: mit dem Sieg im Vergleichstest über die luftgekühlte BMW R 1200 RT. Bis heute kann die Trophy überzeugen. Im jüngsten Schlagabtausch (MOTORRAD 7/2014) musste sich der Brit-Tourer nur ganz knapp hinter der nun komplett neuen, wassergekühlten RT einreihen. Das bei Tourern wichtige Fahrwerkskapitel gewann sie sogar. Die Trophy SE liegt mit ihren elektronisch einstellbaren WP-Federelementen satt auf der Straße, federt sensibel, dämpft sämig. S-Klasse auf zwei Rädern.

Wind- und Wetterschutz, Federungs- und Soziuskomfort setzen Maßstäbe. Der inklusive Koffern 317 Kilogramm schwere Raumgleiter ist überraschend fahraktiv, sattelt immense 237 Kilogramm Zuladung. Zu zweit mit Gepäck mutiert die Triumph Trophy SE zum Halbtonner. „Übergewichtiger Koloss“, schrieb Ex-MOTORRAD-Mitarbeiter Luca Leicht, „braucht Kraft und Konzentration.“ Gleich zwei Redaktionsnovizen legten die 1200er einmal im Stand ab, verloren beim Rangieren im selbst tief gestellt 82 Zentimeter hohen Sitz das Gleichgewicht. „Hoher Schwerpunkt macht bei niedrigem Tempo kippelig“, stand als Entschuldigung im Fahrtenbuch. Sahen selbst alte Hasen so: „Ausbalancieren im Stau bei Schrittgeschwindigkeit erfordert ungewöhnlich viel Konzentration, mehr als bei anderen Reisedampfern“, mein­te Harald Humke, Geschäftsführender Redakteur. „Enorme Abmessungen vereiteln Durchschlängeln in Blechlawinen.“

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Ausstattung à la Mittelklasse-Pkw

MOTORRAD-Urgestein Mini Koch notierte: „Ich bin froh, dass die Kiste überhaupt fährt, nachdem ich sie mit aller Körperkraft aus dem leicht abschüssigen Parkplatz gewuchtet habe.“ Mini, Liebhaber von weniger-ist-mehr-Maschinen, hält die Triumph Trophy SE für überdimensioniert: „Ich muss beim Roadbookschreiben und Fotografieren öfters mal kurz rechts ran. Mit einem voll beladenen Lkw geht das einfacher als mit diesem  „“  (Ausdruck der Redaktion bekannt).

Ausstattung à la Mittelklasse-Pkw sorgt beim Kilometerfressen mit der Triumph Trophy SE für Kurzweil: Stereoanlage mit MP3-/iPod-Anschluss und Boxen in der Frontverkleidung, heizbare Sitze wie Griffe (beides für Aufpreis) und ein Bordcomputer, der mehr weiß, als man verarbeiten kann. Das wenig intuitive Bordmenü setzt intensives Studium des Bordbuchs voraus. „Schlechte Menüführung“, meinte Test-Redakteur Rolf Henniges; „schnellste Playstation der Welt“, notierte Nachrichten-Mann Mike Schümann. Kritik hagelte es für die völlig überfrachtete linke Lenkerarmatur. Sie braucht viel Eingewöhnung, provoziert Verwechslungen beim Bedienen.

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"Bester Windschutz auf zwei Rädern"

Soll der Daumen auch noch die letzte Funktion aktivieren, muss die Hand vom Lenker. Das kann man besser lösen. Und bei Nacht müssten die vielen Knöpfe und Schalter beleuchtet sein. Stets fuhr MOTORRAD mit der Triumph-Tourenscheibe für 222,52 Euro Aufpreis. Sie ist 25 Millimeter höher und 38 breiter als das eh schon große Serien-Acrylglas. Und fährt wie dieses elektrisch 16,4 Zentimeter auf und ab. „Bester Windschutz auf zwei Rädern!“, ist der Autor überzeugt. Der Preis dafür? „Hochgestellt starker Sog im Genick“ (Redakteur Peter Mayer). „Kann mich nicht daran gewöhnen, permanent durch eine Scheibe zu schauen“ (Online-Chef Manuel Fuchs).

Lästig bei Regen: „viele Tropfen auf beiden Seiten der Scheibe“ (Redakteur Stefan Kaschel). „Toller Wetterschutz selbst bei 400 Kilometern im Gewitterregen“, ergänzte er. „Der Top-Windschutz hat auch den Effekt, dass der Fahrer bei Temperaturen um die 30 °C gegrillt wird“, erfuhr Mike Schümann. Licht und Schatten, Freude und Frust liegen bei der Triumph Trophy SE nah beieinander. „Sie fällt mit ihrem hohen Schwerpunkt easy, ja handlich in Schräglage. Winkelt keinen Millimeter weiter ab, als vom Fahrer gewollt. So vermittelt der Koloss viel Geborgenheit“, schrieb ein Fan. Doch die im Test so gut ­attestierten Fahreigenschaften verschlechterten sich zusehends. Wie das jetzt?

Tipp: Pirelli Angel GT (Sonderkennung "A")

Nun, die Trophy reagiert sensibel auf wenige zehntel Bar zu wenig Luftdruck in den Reifen. Vor allem aber extrem empfindlich auf abgefahrenes Profil. Dann wandelt sich Dr. Jekyll in Mr. Hyde. Nur mit neuen Reifen gefallen Neutralität, Zielsicherheit und Stabilität, selbst mit 11,8 Kilo schwerem Topcase auf der Autobahn. Mit wenige Tausend Kilometer alten Reifen wandelt sich das Bild: „Hohes Aufstellmoment beim Bremsen, pendelt bei Vmax“, attestierte Rolf Henniges; „eigenartig taumelndes Fahrgefühl zwischen 40 und 100 km/h“, kritisierte Harald Humke. „Findet keine Linie“, zeigte sich Redakteur Ralf Schneider irritiert. Die frontlastige Gewichtsverteilung beansprucht den Vorderreifen stark. Sein Profil wird rasch schuppig, macht das Einlenken inhomogen, stufenartig bis störrisch. Der 190er-Hinterreifen auf der Sechs-Zoll-Felge hält ziemlich lange durch, 9000 bis 12.000 Kilometer. Zum serienmäßigen Pirelli Angel ST gab es lange Zeit keine Alternative, Continental und Michelin haben bis heute keine Freigaben für die Triumph Trophy SE. Neue Paarungen konnten erst jüngst probiert werden: Der Tipp sind Pirelli Angel GT (Sonderkennung „A“), leicht dahinter rangieren die Metzeler Roadtec Z8 (Sonderkennung „M“ vorn, „O“ hi.). Ihr Fahrverhalten bei hoher Laufleistung ist noch zu prüfen.

Nur wenige Fahrtenbucheinträge widmen sich dem Motor der Triumph Trophy SE: „Unaufgeregt“, meinte Redaktions-Trainee Johannes Müller, „lastwechselarm, elastisch und laufruhig.“ Der 1215 cm³ große Dreizylinder befeuert auch die Reise­enduro Explorer, glänzt mit geringen Kardanreak­tionen. Trotz typischen Sounds bietet der Triple wenig emotionalen Kick. Zubehör-Chef Jörg Lohse meinte, der „Drilling fühlt sich bei jeder Drehzahl an, als würde er in ein Gummiband laufen“.

"mehr Power ab 5000, 6000 Touren"

Ein anderer Fahrer wünschte sich „mehr Power ab 5000, 6000 Touren“. Bulligem Drehmoment von über 100 Newtonmetern zwischen 3000 und 9000 Umdrehungen und linearer Leistungsabgabe stehen hohes Gewicht, großer Luftwiderstand und lang übersetzter sechster Gang entgegen: Bei Tempo 100 rotiert die Kurbelwelle weniger als 3500-mal. Das senkt Drehzahl und Verbrauch, steigert die Reichweite. Ruhig auf Landstraßen bewegt, sind’s mit der Triumph Trophy SE gut fünf Liter je 100 Kilometer. Dann erlaubt der 26-Liter-Tank rund 500 Kilometer am Stück. Selbst auf der Autobahn sind 300 bis 400 Kilo­meter Reichweite drin. Passend für einen Tourer regelt der Tempomat bis 160 km/h, darüber wird die Beschleunigung träger.

Etwa seit Kilometerstand 9000 treten auffällige mechanische Nebengeräusche an unserer Triumph Trophy SE auf: „Rasseln, Schnarren, Tickern“. Viele Exemplare von Explorer und Trophy erhielten deswegen komplett neue Zylinderköpfe: Die Führungen der Auslassventile in den ersten Chargen konnten mit der Zeit zu viel Spiel bekommen. Unser Dauertest-Exemplar ist nach Meinung der Werkstatt unseres Vertrauens, MTC in Göppingen-Wangen, nicht sonderlich auffällig. Es fährt also noch mit dem ersten Zylinderkopf. Positiv: null Ölverbrauch. Langwierig: aufwendiges Strippen der vielen Plastikteile. MOTORRAD-Werkstattleiter Gerry Wagner hatte Mühe, Zündkerzen und Zündkabel für die Dauertest-Eingangsmessungen von Kompression und Leistung zu erreichen.

Und dann kamen die Defekte ...

Und dann kamen die Defekte. Bereits nach 3126 Kilometern notierte der fröstelnde Test-Redakteur Peter Mayer lapidar: „Heizgriffe ausgefallen“. Von da an war irgendwie der Wurm drin: Erst leckte ein Gabelsimmerring. Dann musste nach stotterndem, ja absterbendem Motor das Drosselklappen-Potenziometer gegen ein verbessertes Neuteil getauscht werden. Eventuell hatten Überspannungen des ersten „Potis“ bereits dem Motor-Steuergerät zugesetzt? Nach gut 24.000 Kilometern gab’s im Rahmen eines offiziellen Rückrufs ohnehin ein neues. Und einen geänderten Anschlag am Hauptständer: Rückruf Nummer zwei. Kurz darauf gab’s nach erneuten Startproblemen neue Lenkerarmaturen samt längeren Kabeln. Später wechselte die Werkstatt an der Triumph Trophy SE noch einen weiteren Heizgriff und einen Kühler-Lüfter.

Kurios: Die je vier Einzelbremsbeläge in den beiden Festsätteln vorn waren zwischen linker und rechter Seite ungleich abgenutzt. Dies kann nicht am Kombibremssystem liegen, das ein Pärchen im rechten Bremssattel per Pedal aktiviert. Positiv sind bei der Triumph Trophy SE niedrige Wartungskosten dank 16.000er-Inter­valle. Zwei Inspektionen kosteten 262 und 638 Euro, also 900 Euro für den Service zweier Jahre. Auch die Ersatzteilpreise gehen klar: 9,80 Euro für den Öl- und 32,30 Euro für den Luftfilter. Neue Zündkerzen braucht’s nur alle 32.000 Kilometer. Wie alle neuen Triumphs genießt auch die Trophy SE vier Jahre Garantie: zwei Jahre offiziell vom Hersteller plus zwei Jahre Anschlussgarantie ohne Kilometerbegrenzung. Well done! Schade, unser englischer Patient brauchte diese Art der Absicherung wegen vieler kleiner Defekte.

Bleibt zu hoffen, dass dieses Reise­motorrad der Extraklasse auf den verbleibenden 15.000 Kilometern des Dauertests endlich die Zuverlässigkeit zeigt, die man von einem Motorrad für rund 20.000 Euro erwartet. Der Top-Tourer Triumph Trophy SE kam, sah und siechte. Auch beim Verkauf – bei bloß 60 Neuzulassungen in ganz Deutschland in den ersten sieben Monaten 2014. Da wäre mehr drin gewesen.

Defekte im Test

Heizbare Griffe und Gabel-Simmerring
Im kühlen Frühjahr 2013 streikten zum ersten Mal die Heizgriffe (191 Euro). Auf den ersten 6000 Kilometern brannte zweimal die zugehörige Zehn-Ampere-Sicherung durch, wurde durch eine mit 15 Ampere ersetzt. Bei Kilometerstand 9308 gab’s einen neuen rechten Heizgriff. Plus Ersatz für den undichten linken Simmerring der Upside-down-Gabel.

Drosselklappen-Potenziometer
Fahrer Stefan Glück hatte Pech: Wiederholte Zündaussetzer und das Absterben des Motors ließen ihn glauben, der Sprit sei alle – Reserve war erreicht. Also schob er die Triumph Trophy SE drei Kilometer weit, wahrlich kein Spaß. Doch es war gar kein Spritmangel. Letztendlich ging es nur im Mercedes Sprinter weiter. Zur Werkstatt nämlich, wo ein neus „Poti“ hermusste.

Elektronische Luftdrucksensoren
Vor zu niedrigem Reifendruck bewahren elektronische Sensoren in den Rädern. Sie messen sensibel, vermelden bei erhitzten Reifen verlässlich steigende Drücke. Doch nach ersten Reifenmontagen (Folge mechanischer Beschädigung?) kam es mitunter zu Fehlfunktionen (Batterie vom Vorderrad-Sensor sei leer) bis hin zu Warnmeldungen bei korrektem Druck.

Motorsteuergerät, Ständer-Anschlag
Mögliches Absterben während der Fahrt (trat beim Dauertest-Exemplar wiederholt auf!) veranlasste Triumph zu einem offiziellen Rückruf übers Kraftfahrtbundesamt. Dies galt auch für einen zusätzlichen Anschlagwinkel am Hauptständer, um dessen mögliches Verbiegen zu verhindern. Betroffen waren Fahrzeuge bis Fahrgestellnummer 637165 bzw. 590855.

Lenkerarmaturen
Ein kurioser Defekt: Bei Kilometerstand 25.745 traten wieder mal Startprobleme auf. Diesmal ließ sich der Triple nur noch bei eingeschlagenem Lenker starten. Daraufhin gab’s neue Lenkerarmaturen mit längeren Kabeln. Seither läuft der Triple anstandslos. Schade, der feine (und robuste!) Motor hat immer wieder mit Nickeligkeiten der Peripherie zu kämpfen.

Lüfterrad des Wasserkühlers
Der riesige Wasserkühler hat auf der Rückseite zwei Lüfter­räder, die bei Stop-and-go im Sommer auch rasch anlaufen. Doch bei Kilometerstand 34.405 musste das rechte erneuert werden: Steinschlag hatte seinen Motor beschädigt. Eine ku­riose Flugbahn angesichts großflächiger Abschirmung. Zeitgleich wurde der ausgefallene linke Heizgriff ersetzt.

Foto: mps-Fotostudio
Tankrucksack.
Tankrucksack.

Zubehör im Test

Lackschutzfolien
Pfiffig: Durchsichtige Folien schützen die großflächigen Lack- und Kunststoffteile vor Kratzern. Die transparenten Protektor-Folien zum Abziehen sind UV- durchlässig, sollen also natürliche Farbtonveränderungen des Lacks darunter ermöglichen. Sie kosten teure 195,61 Euro beim Triumph-Händler – inklusive Werkzeug und Flüssigkonzentrat zum Auftragen.

Tankrucksack
Er ist noch nicht tot, der gute ­alte Tankrucksack. Wohin sonst mit einer motorradtauglichen Stra­ßenkarte zum Ablesen während der Fahrt? Der speziell adaptierte Toplader von Triumph fasst bis zu 15 Liter, nutzt die ­serienmäßigen Haltepunkte an der Tankreling und hat eine abnehmbare Kartentasche, eine Regenhaube und einen gepolster­ten Schulterriemen. Preis: 147,41 Euro. Mit gleichem Volumen offeriert Touratech seinen Tankrucksack Ambato Exp. für 199,90 Euro.

Alternative Sitzbänke
Kleineren Fahrern soll die zwei Zentimeter niedrigere Sitzbank aus dem Triumph-Zubehörprogramm (unten links) sicheren Umgang mit der Triumph Trophy SE erleichtern. Sie bleibt voll höhenverstellbar und kos­tet 190,03 Euro, beheizt 331,33 Euro. Zu gleichen Preisen bietet Triumph auch eine Komfort-Sitzbank (oben rechts) in Standard­höhe an, ebenfalls mit „3-D-Mesh-Polsterung“. Unbeheizte Komfort-Sitzbänke hat Touratech im Programm, in Serienhöhe oder auch zwei Zentimeter ab- bzw. aufgepolstert. Preise: 329 Euro und 349 Euro mit atmungsaktivem Bezug; für den Soziusteil sind 299 oder 329 Euro fällig. An sich ist die Trophy sehr bequem, doch wer individuell umpolstern will, wird bei der Firma Jungbluth-Sitzbänke fündig: Telefon 0 24 25/90 14 70, www.alles-fuern-arsch.de

Reifen-Empfehlung

Bridgestone Battlax T30
Die Japan-Pneus glänzen mit leichtem Handling und gutem Grip auch bei großer Schräglage: Man lenkt fast zu früh ein. Zudem rollen sie auf der Autobahn sehr stabil geradeaus. Jedoch ist die Lenkpräzision in Kurven nicht so hoch wie bei den europäischen Reifen. Geringe Eigendämpfung der T30 nimmt der Triumph Trophy SE etwas von ihrem tollen Federungskomfort.

Metzeler Roadtec Z8 Interact („M“/„O“ )
Mit Sonderkennung „M“ (vorn) und „O“ (hinten ) passen die Z8 super zur Triumph Trophy SE: Hohe Haftung (auch bei Nässe) trifft große Stabilität, geringe Lenkkräfte machen agil, erlauben enge Radien. Mit Metzeler bleibt der Brummer auch beim Bremsen in Schräglage exakt neutral auf Kurs, richtet sich nicht auf. Zudem rollen die Reifen komfortabel ab. Fazit: unauffällig gut!

Pirelli Angel GT (Sonderkennung „A“)
Sie waren wegen Lieferproblemen nicht einfach zu bekommen. Doch das Warten hat sich gelohnt: Hier trifft hoher Komfort auf tolle Lenkpräzision. Äußerst gering fallen die Lenkkräfte aus – und zwar bis in höhere Geschwindigkeiten. Der Angel GT gibt sich ausgewogen und sportiv, verführt zu fast untouristisch frecher Fahrweise. Toll. Der Tipp für die Triumph Trophy SE!

Pirelli Angel ST (v. Sonderkennung „A“)
Mit diesen Reifen rollt die Triumph Trophy SE vom Band – rundherum auf hohem Niveau. Komfort und Zielgenauigkeit wirken einen Hauch schlechter als beim Angel GT und Z8: Mit Pirelli ST klappt die Trophy leicht ab, pfeilt aber nicht ganz so messerscharf ums Eck, untersteuert leicht. Mit diesen Pneus reagiert die Triumph sehr empfindlich auf abgefahrenes Profil.

Foto: Gargolov

Fahrer-Meinung

„Nicht gerade mein Lieblingsmotorrad“

Bei aller Sympathie: Die Trophy fiel mir eher negativ auf. Der hohe Schwerpunkt macht das Motorrad nicht gerade zum Handlingwunder, weder beim Wenden noch beim Anfahren oder bei Schritt-geschwindigkeit. Und dann die taumelige Front bei abgefahrenen Reifen: Damit fährt die Triumph Trophy SE schlecht, extrem kippelig, lenkt nur mit Nachdruck ein und neigt dann sogar zu leichtem Pendeln. Nein, gute Freunde werden wir nicht mehr.

Foto: Künstle

„Ein famoser Tourer, leider mit Macken“

Zweifelsohne ist die Triumph Trophy SE ein hervorragendes Tourenmotorrad, dessen Stauraum und (Bei-)Fahrkomfort auch die beste aller Sozias lobt. Mein Vertrauen zur Trophy hingegen ist etwas getrübt, nachdem ich sie wegen eines Elektronikdefektes bei 30 Grad drei Kilometer schieben durfte und bei einer anderen Tour ebenfalls die Elektronik in unregelmäßigen Abständen den Motor absterben ließ. So etwas prägt …

Foto:

„Tourer par ex­cellence, Eins-a-Windschutz“

Man muss es einmal sagen: Mehr Windschutz als die Triumph Trophy SE mit Tourenscheibe bietet kein anderes Motorrad auf dem Markt! Selbst bei strömendem Regen bleiben Fahrer und Sozia erstaunlich ­trocken. Dazu ist das gesamte Wohlfühlprogramm an Bord, untermalt vom herrlich knurrigen Dreizylinder. Ein Tourer par excellence! Doch beim Schieben und Rangieren zeigt sich, dass diese Triumph gewichtsmäßig übers Ziel hinausschießt.

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