Erschienen in: 23/ 2015 MOTORRAD

Dauertest-Zwischenbilanz Yamaha MT-07

Little Miss Sunshine

Mittlerweile hat die Yamaha MT-07 im Dauertest über 25.000 Kilometer gemacht. Wie sie sich dabei geschlagen hat und welches Zubehör wir getestet haben, verrät die Zwischenbilanz.

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Die Herzen der Yamaha-Fans hat die MT-07 im Hand­umdrehen erobert. Ob ihr heiteres Wesen auch im Dauertest Bestand hat, darüber gibt die Halbzeitbilanz Aufschluss.

Getestetes Zubehör, Reifenempfehlungen und weitere Fahreindrücke, sehen Sie in der Bildergalerie.   33 Bilder

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aus MOTORRAD 23/2015
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Nur eine ist besser: die Boxer-GS. Zumindest was die Verkaufszahlen angeht. Denn in der Zulassungsstatistik hat sich Yamahas MT-07 mittlerweile auf den beachtlichen zweiten Platz katapultiert. Die beliebteste, sprich: bestverkaufte Yamaha ist sie eh schon seit ihrem Erscheinen. 

Und beliebt war der propere Twin auch in der Redaktion vom ersten Tag an. Sammelte im Fahrtenbuch Sympathiebekundungen wie die Münchner Bayern Punkte. Der Autor attestierte der Yamaha MT-07 gar, im Vergleich zur MT-09 das harmonischere Fahrzeug zu sein. Zu viel der Vorschusslorbeeren? Immerhin gilt es, nicht nur mit einem einmaligen Auftritt, sondern dauerhaft zu glänzen. 

Doch zunächst zogen sich Lob über den Motor und die Unkompliziertheit wie ein roter Faden durch das Fahrtenbuch. „Spaßig, sparsam, spannend“, brachte es Onliner Manuel Fuchs präzise auf den Punkt. Die Gründe hierfür sind rasch genannt: Die Yamaha MT-07 entzückte vom ersten Tag an als unka­priziöse Begleiterin für alle Tage. Mit einem Sitzplatzarrangement, das praktisch für alle Fahrerstaturen passt. Selbst Zwei-Meter-Mann Jens Möller-Töllner zeigte sich angenehm überrascht. Entspanntes Sitzen, ­flockiges Handling, dazu ist man mit den quicklebendig verabreichten 75 PS in allen Situationen gut angezogen. Und weil sie so freundlich daherkommt, verzeiht man ihrem Fahrwerk auch die lasche Dämpfung. Man schunkelt vergnügt über kurvige Sträß­chen und genießt den quirligen Spaßbringer. Zumal man – nicht zuletzt dank der optionalen Komfortsitzbank (249,95 Euro) – komfortabel unterwegs ist und sie sich flink durch das innerstädtische Verkehrsgetümmel schlängelt. So hat sie schnell das Prädikat des kleinen Allround-Talents weg. Und erntet in den ersten Monaten lediglich etwas schüchterne Kritik am hakeligen Getriebe und der ungenauen Tankanzeige, die zu früh den Gang zur Zapfsäule anmahnt.

So vergehen keine fünf Monate, bis die Yamaha MT-07 zur 10.000er-Inspektion in die Werkstatt darf. Die Rechnung hierfür fällt mit 187 Euro recht moderat aus. Defekte, außerplanmäßige Werkstattaufenthalte oder besondere Vorkommnisse bis dahin: keine.

Zündschloss nicht ausreichend abgedichtet

Um ihre Langstreckenqualitäten zu stärken, bekam die Yamaha MT-07 vor der anstehenden Herbst­ausfahrt flugs aus dem hauseigenen Zubehörprogramm Packtaschenhalter und eine Gepäckbrücke montiert. Für Letztere muss allerdings die Heckverkleidung ausgeschnitten werden, was etwas handwerkliches Geschick und passendes Werkzeug erfordert. Auch mit der nasskalten Jahreszeit kam die kleine Japanerin bislang eigentlich gut zurecht. Wenngleich rostige Schraubenköpfe an den Soziusrasten vom Kostendruck bei der Materialwahl zeugen, aber noch als Kleinigkeit abgehakt werden können.

Hinderlicher – zumindest nach frostigen Nächten – dagegen eine andere Unpässlichkeit: Offensichtlich ist das Zündschloss nicht ausreichend abgedichtet und steht mit Minustemperaturen auf Kriegsfuß. Nach Frostnächten im Freien mit schöner Regelmäßigkeit eingefroren, musste es das ein oder andere Mal mittels Fön oder Wärmflasche aufgetaut werden. Ansonsten gab die Yamaha MT-07 auch bei klirrender Kälte mit problemlosem Startverhalten eine gute Figur ab. 

Mit dem aufkommenden Frühling knüpfte die Yamaha MT-07 da an, wo sie zum Jahreswechsel aufgehört hatte, nämlich unverdrossen und mit stoischer Gleichmäßigkeit Kilometer abzuspulen. Allerdings war zwischenzeitlich aus der weichen Dämpfung eine ziemlich lasche geworden, und vor allem das lausige Federbein hatte das, was zu Testbeginn an Dämpfung vorhanden war, vollends verloren. So zeigte sich bei einer Alpentour des Autors die Hinterhand bereits mit 35-Kilo-Filius auf dem Sozius überfordert. Stabilität und Zielgenauigkeit waren beim Pässe-Räubern perdu. Höchste Zeit, auf dem Zubehörmarkt nach Alternativen zu suchen.

Wilbers, Öhlins, Mupo

Um die Gabel an eine straffere Feder anzupassen, wurden von Wilbers neben einem Stoßdämpfer auch gleich progressiv gewickelte Gabelfedern nebst Öl geordert. Dazu ein Öhlins- und ein Mupo-Federbein. Bei der Gabel brachten die progressiven Federn zwar keinen Quantensprung – Wilbers verwendet mit SAE 10 die gleiche Viskosität und praktisch dasselbe Luftpolster wie in der Serie –, und die Dämpfung der Yamaha MT-07 lag noch immer erwartungsgemäß eher auf der soften Seite. Dafür brachten die mit mehr Negativfederweg arbeitenden progressiven Federn mehr Durchschlagsreserven.

Enorm dagegen, wie die Stoßdämpfer der MT-07 Beine machten. Um es gleich vorwegzunehmen: Jedes der drei Federbeine verbesserte das Fahrverhalten der Yamaha MT-07 beträchtlich. Mit einem Mal wirkte sie wie neu geboren, zackte quicklebendig wie nie durch Kehren. Und lag satt und stabil auch in schnellen Kurven. Dabei gab es durchaus Unterschiede zwischen den drei Dämpfern.

Das fein verarbeitete Wilbers-Federbein ist bereits ab 499 Euro zu haben. Mit der komfortablen hydraulischen Vorspannung werden 698 Euro fällig. Es trägt mit 130 N/mm die härteste Feder der drei. Entsprechend kernig geht es über Kanten und bei kurzen Stößen zu Werke. Es empfiehlt sich dank reichlich Reserven am ehesten für schwere Piloten oder Fahrer, die viel zu zweit oder mit Gepäck unterwegs sind.

Das Mupo-Federbein wirkt mit seinen vielen eloxierten Teilen edel. Es besitzt sogar eine Längenverstellung, wobei das fast unnötiger Luxus ist, denn das Verlangen, das Heck zwecks mehr Handlichkeit anzuheben, kommt bei der Yamaha MT-07 kaum auf. Trotzdem: nice to have. Obwohl mit ähnlich weicher Feder (105 N/mm) wie das Original (107,8 N/mm) bestückt, dämpft es deutlich straffer. Harte Kanten und Schläge dringen spürbar zum Fahrer durch, auch wenn es sie geringfügig feiner wegfiltert als das Wilbers. Mit Sozius bietet es noch ausreichend Reserven, geht aber bei tiefen Bodenwellen hin und wieder auf Block. Die goldene Mitte trifft das Öhlins-Federbein (550 Euro). Von der Federrate mit 115 N/mm zwischen Mupo und Wilbers angesiedelt, bringt es gutes Ansprechen und straffe Dämpfung am besten unter einen Hut. Arbeitet in allen Situationen unauffällig souverän und verträgt auch einen Sozius. Ein hochwertigeres Federbein ist also Fahrwerkstuning-Maßnahme Nummer eins.

Yamaha MT-07 schont den Geldbeutel

Ebenfalls sehr empfehlenswert sind die Kettenspanner von Gilles aus dem umfangreichen Yamaha-Zubehörprogramm. Dank integrierter Aufnahmerollen kann die Yamaha MT-07 so auch mit einem Heckständer auf­gebockt werden, was Kettenwartung und Radausbau enorm erleichtert.

Sofern es viel an der Yamaha MT-07 zu schrauben gegeben hätte. Bis zur 20.000er-Inspektion gab es außer Waschen, Ketteschmieren und Tanken nichts zu tun. Bei der Inspektion wurde auch das Pluskabel der Batterie im Rahmen einer Rückrufaktion getauscht. Das ursprünglich verbaute erwies sich als zu lang und konnte unter ungünstigen Umständen eingequetscht werden. Keine große Sache. 

Die Rechnung für die Wartung fiel mit 419 Euro auf den ersten Blick zwar etwas höher aus, doch war darin auch ein Satz vordere Brems­beläge enthalten – sie bewegt sich damit absolut im Rahmen. Wie die Yamaha MT-07 überhaupt den Geldbeutel des Eigners erfreulich schont. Verbräuche zwischen vier und viereinhalb Litern sind an der Tages­ordnung. Vollgasfeste Fahrer wie Testchef Gert Thöle schaffen auch mal Werte knapp unter fünfeinhalb Litern. Und bis zum derzeitigen Kilometerstand von knapp 30.000 fährt sie noch mit dem ersten Kettensatz spazieren. Einzig dass die Ganganzeige den sechsten Gang nicht mehr zuverlässig anzeigt, ist zu vermelden. Ansonsten heißt es: Außer Spesen nichts gewesen.

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29.10.2015 |  Artikel drucken | Senden | Kommentar

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