Herbstausfahrt mit Dauertestmotorrädern

Halbzeit bei der Moseltour. In Bernkastel-Kues gehen wir auf Zimmersuche. Sechs Motorradfahrer, ein
Fotograf und sein Equipment – da sollte sich was
finden lassen. Doch es ist Weinernte und somit touristisch betrachtet Hauptsaison. Alles belegt – vom Gästehaus bis zu »Ferien auf dem Bauernhof«. Entnervt ziehen wir weiter. Hoch in den Hunsrück? Wir verlassen die B 53. Und können es kaum glauben: Hotel zur Post, »Zimmer frei«. Wahrscheinlich nur eins. Egal, fragen. Tatsächlich, der Wirt hat Platz. Der Ort heißt Mülheim und liegt lediglich wenige Kilometer von Bernkastel-Kues entfernt.
Beim Abendessen werden Pläne für den nächsten Tag geschmiedet. Wir brauchen dringend noch Bilder vom Weinbau. Der Wirt ist neugierig und ganz Ohr. Er setzt sich zu uns. Er habe da einen Kumpel, der sei Winzer. Der könne uns sicher helfen.
Eine halbe Stunde später sitzt Andreas an unserem Tisch. Er arbeitet auf dem elterlichen Weingut. Wir erhalten sofort einen Crash-Kurs über Weinanbau und Rebsorten. Und am nächsten Morgen steht Andreas mit seinem alten Deutz-Traktor, anno 1951, einzylindrig, 15 PS aus 1,3 Liter Hubraum schöpfend, vor der »Post«. Auf dem Anhänger im Schlepp jede Menge Ausrüstung
für die Arbeit im Weinberg. Die Theorie von gestern Abend wird nun in der Praxis vorgeführt.
Im Gegenzug will Andreas von uns was über Motorräder wissen. Die bildschöne MV Agusta hat es ihm offensichtlich angetan. Leider muss Georg zugestehen, dass die verwinkelten, kurvigen Sträßchen an der Mosel nicht so recht zum Potenzial der eher rennstreckentauglichen, vor PS strotzenden Italienerin passen. Und beim Preis der MV winkt Andreas ohnehin dankend ab. Die BMW wiederum ist ein überaus reisetauglicher Dampfer, doch Größe und Gewicht sind nicht gerade das, was die Freude am
lässigen Kurvenwedeln ausmacht. In dieser Kategorie tun sich die schlankere MZ sowie die Triumph ein wenig leichter und sie sind für schnelle Überlandtrips gut geeignet. Die Buell ist zwar ein kompaktes, aber auch störrisches, launisches Bike, um stets
ungetrübten Fahrspaß aufkommen zu lassen. Bleibt noch die Supermoto-Yamaha, die Peter als ideales Spielzeug dieser Herbstausfahrt anpreisen kann. Agil, wendig, spurtstark und für die vielen Kurven und kurzen Geraden bestens gerüstet, Kreise um die Kollegen zu drehen. Leider wird er von Trier nach Stuttgart über die Autobahn allein zurückfahren müssen.

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