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Dauertest-Abschlussbilanz KTM 1190 Adventure Fazit nach 50.000 Kilometern

Mit der KTM 1190 Adventure kam zur Saison 2013 eine brandneue Reiseenduro. Sie fährt und verkauft sich blendend – und brach damit manch frostigen Vorbehalt gegenüber der Marke.

Das Multitool wirkt auch nach 80 Prozent der Dauertest-Distanz noch so knackig wie am ersten Tag. Ein gutes Omen für die letzten 10.000 Kilometer? Mit dieser Frage beendete MOTORRAD die Zwischenbilanz des 50.000-Kilometer-Dauertests der KTM 1190 Adventure im Oktober vergangenen Jahres (MOTORRAD 23/2014). Die Antwort: ein entschiedenes Jein. Denn, so viel vorab, die Reiseenduro von KTM hat sich auch im letzten Fünftel des Langstreckentests ordentlich, aber nicht ganz fehlerfrei geschlagen.

Ein Blick zurück. April 2013. Im bislang größten Reiseenduro-Vergleichstest der MOTORRAD-Geschichte holte die Neuerscheinung hinter der Ikone des Segments, der BMW R 1200 GS, auf Anhieb Platz zwei. Juli 2013. Daraufhin kaufte MOTORRAD beim KTM-Händler für 13.995 Euro eine KTM 1190 Adventure inklusive Elektronik-Paket (elektronisch einstellbares Fahrwerk, Reifenluftdrucküberwachung, Hauptständer). Im Vergleich zur zeitgleich im Dauertest gefahrenen BMW, die mit allerlei Auffälligkeiten für Diskussionen sorgte, kam die unprätentiöse KTM 1190 Adventure bestens weg. Lobeshymnen auf den spritzigen Motor, die leichtgängige Kupplung, das butterweich zu schaltende Getriebe und das neutrale Handling zogen sich wie ein roter Faden durchs Fahrtenbuch.

Vor Kinderkrankheiten blieb die KTM 1190 Adventure im ersten Modelljahr freilich nicht verschont. Ein am Flansch gebrochener Auspuffkrümmer, ein defekter Kupplungsschalter und ein kippeliger Seitenständer mussten ersetzt werden. Immerhin: In allen Fällen schaffte es die von Grund auf neu konstruierte Maschine ohne fremde Hilfe zurück in die Redaktion. Mit einer Ausnahme: Kälte vertrug sie trotz ihrer alpinen Herkunft nicht. Bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt drehte der Anlasser nur zäh durch und ließ den V2 recht unwillig anspringen. Einmal musste ausgerechnet die private Harley von Fuhrparkchef Rainer Froberg dem Hightech-Flitzer Starthilfe ­leisten. Bevor eine neue Batterie und ein getauschter Außentemperatursensor als mögliche Gründe der morgendlichen Antriebsschwäche identifiziert werden konnten, lösten milde Temperaturen das Problem allerdings meteorologisch. Zumindest bis zum nächsten Winter. Davon später mehr.

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Zwischen sportlicher und touristischer Ausrichtung

Für Begeisterung sorgte dagegen das per simplem Software-Update (399 Euro) aufgespielte Kurven-ABS. Das System überzeugte im MOTORRAD-Test auf ganzer Linie und beweist, dass die KTM 1190 Adventure nicht nur stark (150 PS) und schnell (250 km/h), sondern auch sicher kann. Vollbremsungen bei 40 Grad Schräglage sind gefahrlos möglich. Ab dem Modelljahr 2014 besitzt die KTM diese ABS-Version serienmäßig – übrigens als erste und bis heute einzige Reiseenduro.

Überhaupt kam das Konzept der KTM 1190 Adventure, das passgenau die Schnittmenge von sportlicher und touristischer Ausrichtung trifft, sehr gut an. Bereits in der ersten Saison mauserte sich das neue Abenteuer-Bike zur – nach der GS – am zweitbesten verkauften Reiseenduro hierzulande. Angesichts des anspruchsvollen und meist sehr erfahrenen Zielpublikums (siehe Lesererfahrungen) ein beachtlicher Vertrauensbeweis. Der offensichtlich auch dem Hersteller Mut machte. Mitte des Jahres wurden alle Adventure-Besitzer über eine freiwillig von zwei auf drei Jahre erweiterte Gewährleistungsdauer informiert.

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KTM 1190 Adventure mit bequemer Kahedo-Sitzbank

Für die Dauertest-Maschine blieb diese Fristverlängerung ohnehin belanglos. Denn die KTM 1190 Adventure schrubbte die Kilometer im Eiltempo. Lediglich die unkommode Seriensitzbank wurde auf Dauer vom traumhaft bequemen Kahedo-Sitzkissen (329 Euro/Fahrer, 299 Euro/Sozius, www.touratech.de) ersetzt. Gerade auf großen Touren schob sich ein anderes Thema in den Vordergrund: die Pendelneigung der Adventure mit Beladung bei hohen Geschwindigkeiten. In ihrem Element ­fühlte sich die Adventure jedoch auf der Landstraße, erst recht im Gebirge – und des Öfteren auch beim KTM-Händler. Denn der Kontakt zum orangefarbenen Stützpunkt riss auch nach der Zwischenbilanz selten ab. Ein defekter Blinkerschalter (bei Kilometer 39.500 ersetzt), Wassereinbruch im Display, ein Ölstandssensor, der ohne Grund vor Ölmangel warnte, und zwei defekte Blinker (alles bei Kilometerstand 44.500 ausgetauscht), damit zog die KTM 1190 Adventure immer wieder die Aufmerksamkeit auf sich.

Eigentlich schade. Denn mit großzügigen 15.000er-In­spektionsintervallen (Kosten: 1000 km: 196 Euro; 15.000 km: 311 Euro; 30.000 km: 600 Euro, 45.000 km: 371 Euro) hätten die Werkstatttermine für die KTM 1190 Adventure erfreulich spärlich ausfallen können. Genauso wie der Besuch beim Reifenhändler. Die einzigen zugelassenen Reifen, die gutmütigen Continental TrailAttack 2, trotzten dem kräftigen Antritt bravourös und mussten frühestens alle 10.000 Kilometer (hinten) beziehungsweise erst nach fast 20.000 Kilometern (vorn) gewechselt werden. Dabei ist allerdings Vorsicht geboten. Ein Monteur punktierte beim Reifentausch das für den schlauchlosen Einsatz nötige Gummidichtband. Die ursprüngliche Empfehlung, die Dichtung (55 Euro) bei jedem Reifenwechsel zu tauschen, hat KTM mittlerweile revidiert.

Verkaufszahlen schnellten 2014 um 40 Prozent nach oben

Während der Reiseflitzer um einen Heiße-Reifen-Eckenwetz nie verlegen war, machte ihm Väterchen Frost nach wie vor zu schaffen. Auch im zweiten Winter musste Frobergs Harley ein weiteres Mal Schützenhilfe leisten. Möglicherweise besitzt die Kapazität der Serienbatterie von 11 Ah (zum Vergleich: BMW R 1200 GS, neues Modell: 12 Ah, altes Modell: 14 Ah) zu wenig Reserven. Immerhin befand sich die KTM 1190 Adventure beim Austausch des hakenden Zündschlosses kurz vor dem Ziel (Kilometerstand 49.545) in tröstlicher Gesellschaft. Wasser, Schmutz und Vibrationen setzten den komplexen modernen Schlössern schon vieler Dauerläufer von MOTORRAD zu.

Nach genau 18 Monaten stellte Werkstattchef Gerry Wagner die KTM 1190 Adventure denn auch ein letztes Mal auf den Prüfstand. Dass der V2 mit 150 PS auch nach der Testdistanz seine Nennleistung bestätigte, verwundert nicht. Eher schon, dass dieser Wert damit nicht weniger als 9 PS über der bei Kilometerstand 2300 durchgeführten Eingangsmessung liegt. Dass der Zweizylinder laut KTM bis zu 8000 Kilometer Einfahrstrecke benötigt, erstaunt erst recht nach der Demontage. Denn deren Resultat geriet, kurz gesagt, sehr erfreulich. Getriebe, Kupplung und Ölpumpe zeigen sich quasi neuwertig, zwei Schaltgabeln nur minimal angelaufen. Kolben und Zylinderköpfe sind ausgesprochen sauber, nahezu frei von Ablagerungen. Einzig drei Ventilfedern haben sich bis an die Verschleißgrenze gesetzt, eine unterschritt das Einbaumaß. Sämtliche Lager präsentieren sich im Bestzustand oder weisen nur unkritische Laufspuren auf. Auch beim Fahrwerk überzeugt die Verarbeitungsqualität. Denn die Pulverbeschichtung des Rahmens ist unbeschädigt, die Kunststoffteile glänzen wie neu. Und selbst die Aufregung um eine gebrochene Motorhalterung am Rahmen erwies sich letztlich als unbegründet. Laut KTM dient die Lasche ursprünglich zur Fixierung des V2 bei der Montage. Bei den aktuellen Modellen wird auf diese Teile ganz verzichtet.

Doch nicht nur dies deutet darauf hin: Nach dem ersten Modelljahr scheint die KTM 1190 Adventure – abgesehen von der schwächlichen Batterie – ihre Kinderkrankheiten tatsächlich überstanden zu haben. Dass nicht nur MOTORRAD so mutmaßt, beweisen die Verkaufszahlen. Die schnellten im Jahr 2014, dem zweiten Verkaufsjahr der Adventure, um immerhin 40 Prozent nach oben und hievten die KTM auf Platz sieben der letztjährigen Zulassungsstatistik. Das Eis scheint gebrochen.

Highspeed-Pendeln der KTM 1190 Adventure

Ortstermin an der Autobahn A 81, Stutt­gart–Würzburg, Raststätte Jagsttal. KTM-Testfahrer Norbert Thaler, Entwicklungsingenieur Frederik Harnischmacher und Top-Tester Karsten Schwers schieben eine KTM 1190 Adventure neben die MOTORRAD-Dauertest-Maschine. Der Grund der Gegenüberstellung: MOTORRAD hatte mehrfach die Geradeauslaufstabilität der KTM kritisiert. Denn während die Testmaschine im Solo- wie im ­Passagierbetrieb selbst bei Topspeed bolzgerade über die Autobahn pfeilt, ändert sich die Sachlage mit Beladung drastisch. Leicht beladene Koffer oder eine Gepäckrolle reichen, um die Maschine spätestens ab der 200 km/h-Marke zum Pendeln zu bringen. Versuche, Tempi über 230 km/h in dieser Konfiguration zu erreichen, hätten unweigerlich zum Sturz geführt und mussten mehrfach erfolglos abgebrochen werden. Testreihen mit geänderter Fahrwerksabstimmung oder geradeauslaufstabiler – wenn auch für die KTM nicht freigegebener – Bereifung (Michelin Anakee 3) verbesserten das Fahrverhalten nicht.

Ein Einzelfall? Nein. Denn auch die von KTM gelieferte Adventure unterschied sich in der Pendelneigung in keiner Weise von
der MOTORRAD-Dauertest-Maschine. Auch Besitzer berichten von diesem Phänomen. In Einzelfällen kam es sogar zu Wandlungen ­(siehe Leser-Erfahrungen). Die Ursache der Fahrwerksunruhen, die übrigens ebenfalls bei der KTM 1290 Super Adventure auftreten, kann KTM nicht eindeutig lokalisieren. Beheben ebenfalls nicht.

Verwunderlich ist dies vor allem vor dem Hintergrund, dass die in der Betriebsanleitung der KTM 1190 Adventure bei Beladung angegebene Geschwindigkeitsbeschränkung von 150 km/h nur als Empfehlung gilt. Ohne bauliche Maßnahmen zur Beschränkung des Topspeeds bleibt die Tempowahl auch mit Gepäck Sache des Nutzers. Und der sollte sich der Eigentümlichkeit der KTM auf deutschen Autobahnen bewusst sein. Andere Reiseenduros können das besser.

Bilanz nach 50.000 Kilometern

Kompression und Druckverlust

Kompressionsdiagramme gehören zum Standard bei Dauertest-Abschlussbilanzen von MOTORRAD. Die Messung hierzu wird bei vollständig geöffneten Drosselklappen durchgeführt. Seit dem Einzug der Ride-by-Wire-Technik hat sich das geändert. In der Konfiguration der Prüfstandsmessung (ausgeschraubte Zündkerzen, Stillstand der Räder) öffnen elektronisch betätigte Drosselklappen grundsätzlich nicht. Die Kompressionsmessung wird deshalb bei geschlossenen Drosselklappen durchgeführt. Im Fall der KTM 1190 Adventure verhindert ein Messfehler bei der Eingangsmessung den Vergleich zwischen den Werten vor und nach dem Dauertest. Allerdings: Der geringe Unterschied der Werte des Druckverlusts (Eingang: 3 %, Abschluss: 4 %) untermauert den bei der Sichtprüfung bereits ermittelten guten Zustand von Ventilen und Ventilsitzen.

Technischer Zustand der KTM 1190 Adventure nach 50.000 Kilometern:

Zylinderkopf: Ein Einlassventil ist geringfügig undicht, sämtliche Ventilsitze und Ventile präsentieren sich in gutem Zustand. Die Ventilführungen sind kaum verschlissen, ebenso die Nockenwellen. An einem Nockenwellenlager zeigen sich stärkere Laufspuren. Eine Ventilfeder hat sich zu stark gesetzt, drei andere liegen an der Verschleißgrenze.

Zylinder/Kolben: Die Zylinder weisen nur minimale Laufspuren auf und liegen innerhalb der Form- und Maßtoleranz. An einem Kolben hat sich ein Stück der Beschichtung gelöst, ansonsten sind die Kolben in Ordnung. Die Ölkohleablagerung ist sehr gering.

Kurbeltrieb: Das Laufbild der Kurbelwellenhauptlager ist unauffällig, genauso wie das der Pleuellager sowie des Kolbenbolzens.
Kraftübertragung: Kupplungskorb und Kupplungsnabe sowie die Reib- und Stahlscheiben zeigen kaum Verschleißspuren, ebenso die Getrieberäder. Zwei Schaltgabeln weisen leichte Anlaufspuren auf.

Rahmen/Fahrwerk: Die Farbbeschichtung des Rahmens und der Schwinge ist intakt, Schwingen- sowie Lenkkopflager sind spielfrei. Die Schwingenachse zeigte sich beim Ausbau festkorrodiert, am Rahmen ist eine Motorhaltelasche abgebrochen.

Foto: Hertler
Nachlese: Die KTM-Abordnung Gorbach, Zaha und Matschl (1., 2. und 5. von links) begutachten die Mechanik der Adventure.
Nachlese: Die KTM-Abordnung Gorbach, Zaha und Matschl (1., 2. und 5. von links) begutachten die Mechanik der Adventure.

KTM nimmt Stellung

 … zu dem gebrochenen Auspuffkrümmer
Hierbei handelt es sich um einen bedauerlichen Einzelfall, der aufgrund einer unzureichenden Abbindung der Schweißnaht am Krümmeranschluss erfolgte. Das Teil wurde auf Garantie bei zirka 10.000 km getauscht und wies nach den restlichen 40.000 km Laufleistung keinerlei Mängel auf.

 … zu der Hitzeabstrahlung des Motors
Unter Umständen ist bei hochsommerlichen Temperaturen und Stop-and-go-Verkehr die Abwärme deutlich spürbar. Es ist bereits eine Verbesserung (Hitzeschutz unter der Sitzbank) in der Serie eingeflossen. Des Weiteren folgen mit Modelljahr 2015 Änderungen, welche die Hitzeabstrahlung vermindern. Diese sind auch bei allen bisherigen KTM 1190 Adventure-Modellen nachrüstbar.

 … dem hakeligen Zündschloss
Dieser Mangel ist uns aus unseren Dauertests nicht bekannt, aus dem Markt gibt es einige wenige Einzelfälle. Das Zündschloss wird untersucht, um gemeinsam mit dem Zulieferer die Ursache dafür herauszufinden und mögliche Verbesserungen zu erarbeiten.

 … zu dem schlechten Kaltstartverhalten
Voraussetzung für ein gutes Kaltstartverhalten ist eine vollgeladene Batterie. Untersuchungen bei einigen Kundenfahrzeugen haben gezeigt, dass auch der Pick-up-Abstand und die Kaltstartanreicherung dafür verantwortlich sein können. Den KTM-Vertragshändlern liegen Informationen mit Maßnahmen vor, sollten Kunden unzureichendes Kaltstartverhalten bemängeln.

 … zu der abgebrochenen Haltelasche am Rahmen
Die gebrochene Lasche wurde ausschließlich bei der Motorradproduktion zur einfacheren Montage des Rahmens am Motor genutzt. Eine tragende Funktion hat diese Lasche nicht und ist mittlerweile (nach Änderungen im Fertigungsprozess) bei aktuellen Modellen nicht mehr vorhanden. Im vorliegenden Fall empfehlen wir, das verbliebene Stück der Lasche einfach zu entfernen.

 … zu dem undichten Display
Wassereintritt in die Instrumente kennen wir aus dem Markt nicht. Wir werden das Tachoelement untersuchen, gehen aber von einem Einzelfall aus.

 … zu dem beim Reifenwechsel zu erneuernden Felgendichtband
Das Felgendichtband kann bei der Demontage des Reifens durch Montiereisen oder durch die Montiermaschine beschädigt werden. Generell sollte daher beim Reifenwechsel immer eine Sichtprüfung durchgeführt werden und das Dichtband bei Beschädigung oder spätestens nach fünf Jahren ausgetauscht werden. Ist das Dichtband nicht beschädigt, muss es nicht zwangsläufig erneuert werden.

 … zu den differierenden Leistungsmessungen im Lauf des Dauertests
Aus unserer Erfahrung können wir sagen, dass sich die volle Leistung in der Regel nach etwa 8000 km einstellt. Ein Leistungszuwachs von 141 auf 150 PS ist für uns nicht erklärbar und kann nach unserer Ansicht nur in der Mess­toleranz begründet sein.

Lesererfahrungen

Nach rund 110.000 problemlosen Kilometern auf einer Yamaha TDM 850 war ich unsicher, ob ich das Abenteuer KTM eingehen sollte. Nach 9500 Kilometern mit der KTM 1190 Adventure kann ich nur sagen: Geil! Die Originalreifen passen gut zum Motorrad. Nach 9500 Kilometern sind wohl noch 1500 Kilometer drin. Erstaunlich bei diesem Motorrad, dass man eigentlich gar nicht entspannt fahren möchte. Ich bin bis jetzt absolut zufrieden. Für mich ist die Kati ein tolles Reisemotorrad mit Sportlerqualitäten. Außerdem handelt es sich nicht um Massenware.
Heiko Werner, 54293 Trier

Zu der im Rahmen des Dauertests gemachten Aussage zur Pendelneigung möchte ich meine Erfahrungen wiedergeben. Die KTM 1190 Adventure habe ich über 5000 Kilometer gefahren. In dieser Zeit stand sie rund vier Wochen wegen diverser Mängel, vor allem aber wegen der Pendelneigung in der Werkstatt. Bereits mit unbeladenem Topcase trat ein starkes Pendeln bei 155 km/h auf. Ohne zusätzlich montiertes Topcase oder Tankrucksack bei 190 bis 230 km/h. Aufgrund dieser Pendelneigung habe ich, wie auch ein Freund von mir, das Fahrzeug gewandelt. Schade, denn auf der Landstraße war die Adventure bisher das beste von zehn Motorrädern, die ich in den letzten 13 Jahren gefahren habe.
Uwe Naumann, 42781 Haan


Ich habe mir letztes Jahr die KTM 1190 Adventure neu zugelegt und bin seitdem 7000 Kilometer gefahren, davon 2800 Kilometer in den Dolomiten. Dafür ist sie wie gemacht. Ich bin noch nie so zügig und entspannt zugleich Pässe gefahren. Zudem hat sie eine ordentliche Reichweite. Nicht ganz unwichtig, wenn man in den Alpen unterwegs ist. Als Zubehör habe ich bisher einen Schalldämpfer von Giannelli montiert. Damit klingt die KTM, wie ein V2 klingen sollte. Was etwas stört: Bisher ist leider nur ein Reifenmodell, der Conti TrailAttack 2, verfügbar. Die Bremse könnte auch etwas bissiger sein. Außerdem werde ich wohl auf einen Zahn weniger am Ritzel gehen, da ich den Topspeed eh nicht brauche und mir der Punch lieber ist. Fazit: ein klasse Bike.
Jan Hendrich, 55288 Partenheim

Meine KTM 1190 Adventure habe ich im April 2013 gekauft und bin mittlerweile 61.000 Kilometer (!) mit ihr gefahren. Sie macht noch immer großen Spaß. Handliches Fahrwerk, faszinierender Motor, und sie ließ mich nie stehen. Keine Panne. Mängel: Das Lenkkopflager musste öfter eingestellt werden, die Sitzbank ist nicht tourentauglich. Dazu kommt im Sommer die Hitze des Motors (die Isomatte ist angebracht). Koffer und Topcase sind mangelhaft. Um mit der BMW GS konkurrieren zu können, sollten viele Kleinigkeiten optisch und in der Verarbeitung verbessert werden. Für mich jedoch kein Grund zum Markenwechsel.
Peter Podesser, Schweiz

Ich habe meine Kati im März 2013 gekauft und sie nach 11.000 Kilometern wieder verkauft. Fürs Kurvenrevier in den Alpen oder der Eifel kann ich sie empfehlen. Toller Motor, sportiver Auftritt, eine GS wird dahinter immer leiser. Eben ein Alpen-Master. Doch als Reiseenduro hat die KTM 1190 Adventure mich enttäuscht. Auf der Autobahn fängt das Fahrwerk mit Koffern an zu pendeln, wie ein Seemann, der aus der Hafenkneipe wankt. Mehr als 180 km/h geht nicht. Jeder, der jetzt neunmalschlau sagt, „der Hersteller empfiehlt ja nur 150 km/h mit Gepäck“, sollte noch mal auf den Firmenslogan schauen: „Ready to race.“ Gleichwohl liebäugle ich wieder mit einer KTM, der 1290 Super Duke. Dann mit neu gestecktem Einsatzspektrum.
Arndt Hellmann, 14055 Berlin

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