Lesererfahrungen

Sie ist was fürs Herz, die W 650. Ihr klassenloser Charme und die einfache Handhabung gefallen Männern und Frauen, Jungspunden und alten Hasen gleichermaßen.

Weihnachten 1999 stand sie unterm Baum, ein Traum klassischen Motorradbaus. Für mich als Einsteigerin war und ist die W 650 bis heute ein pures Motorrad mit Raum für Umbauphantasien. So musste der »Schubkarrenlenker« einem LSL-Endurolenker weichen, Technoflex-Gabelfedern verbesserten das Fahrverhalten. Im Gegensatz zur Triumph meines Mannes, die auf unserer Flitterwochenreise nach Korsika einen Reifenplatzer, Lenkkopflagerschaden und Kabelbrand erlitt, hielt sich die W 650 wacker. Nach mittlerweile 16000 Kilometern beginnen Rahmen und Schrauben jedoch zu rosten, und auch die schwache Bremsleistung sowie die lange Endübersetzung bieten Anlass zu Kritik. Trotzdem gibt es nur wenige Bikes mit so viel Charakter und Charme.Sandra Dahmen, DüsseldorfMeine W 650 hat inzwischen 26000 Kilometer auf dem Buckel. Sie taugt durchaus für längere Strecken und als Gepäcktransporter. Die »wabbelige« Kurvenlage bekam ich mit einem flachen Lenker einigermaßen in den Griff, jetzt stehen vielleicht noch härtere Gabelfedern an. Ärgerlich ist der im Verhältnis zur Landstraßenfahrt hohe Verbrauch auf der Autobahn. Ansonsten bin ich mit meiner W sehr zufrieden und würde sie jederzeit wieder kaufen. Interessant ist, dass sich viele SR 500-Fahrer für dieses Motorrad begeistern können und einige – so wie ich – sie auch neben einer SR im Stall stehen haben.Kerstin Jung, StuttgartIch, Jahrgang 30, fahre seit 1949 Motorrad und habe etliche englische Bikes gehabt. Mit meiner W 650 bin ich 9000 Kilometer gefahren, und das ausschließlich in den Alpen. Thermische oder mechanische Probleme gab es bis jetzt keine, der Durchschnittsverbrauch liegt mit dreieinhalb bis vier Litern sehr niedrig. Trotz hohen Gewichts ist die Kawa auch in engen Kurven handlich zu fahren, etwa so wie eine AJS A 20 oder eine BSA.Ernst Baumgartner, CH-9014 St. GallenIch bin ein begeisterter Anhänger der W 650 mit Flower-Power-Spirit der 60er und einem Feeling für Technik der 90er und habe meine Kawa etwas umgebaut. Neben Ochsenaugenblinkern gab’s eine schwarze Lackierung, Tankgepäckträger, Triumph-Emblem und eigenes Logo »Spirit of 650«. Außerdem spendierte ich meiner W eine Nummernschildhalterung über dem Vorderradschutzblech, 50er-Jahre-Solorückspiegel und ein längeres Hinterradschutzblech samt Traktorenrücklicht. Mittlerweile habe ich mit dem Bike 18000 Kilometer ohne nennenswerte Mängel zurückgelegt, bei denen sich der Verbrauch bei durchschnittlich 3,5 Litern auf 100 Kilometern eingependelt hat.Karl Steiner, BerlinSeit einem Jahr und 18000 Kilometern bin ich glückliche W 650-Besitzerin. In dieser Zeit gab es nur kleine Problemchen. So löste sich das Pluspolkabel der Batterie, natürlich blieb die Kawa im Regen mitten auf einer Kreuzung liegen. Bevor wir die Kabel mit Schraubenkleber leicht angeklebt hatten, löste sich das Kabel immer wieder. Auch dass man zum Zündkerzenwechsel den Tank abbauen muss, ist nicht gerade schrauberfreundlich. Alles in allem ist die W 650 ein wunderbares Alltags- und Tourenmotorrad, das ich auch jeder Frau empfehlen kann, da sie sehr zuverlässig und schön zu fahren ist.Michaela Schimmel, KölnMit der W 650 Energietanken für die Seele, unter diesem Motto erfüllte ich mir nach elfjähriger Motorradpause im Frühjahr endlich meinen Herzenswunsch. Und die Kawa hat mich bis heute, nach 14200 Kilometern nicht im Stich gelassen. Sie verliert kein Öl, die Kette ist wartungsarm, das Fahrverhalten ist super, die Bremsen ausreichend, der Kraftstoffverbrauch zufriedenstellend und die Leistungsentfaltung auf jeden Fall genügend, wenn man weiß, warum man eine W 650 fährt. Lediglich die weichen vorderen Gabelfedern mussten härteren Exemplaren von der Firma Wilbers weichen. Kurzum: Dieses Motorrad ist genial einfach, weil es einfach genial ist.Uwe Henig, MarktheidenfeldSeit Juli 1999 bin ich 8400 Kilometer mit der Kawa gefahren. Im Schnitt verbraucht sie 4,5 Liter Superbenzin. Super deshalb, da der Motor beim Beschleunigen sonst entsetzlich klingelt, was laut meinem Händler an der mageren Abstimmung liegt. Nervig sind das gelegentliche Auspuffknallen und die Probleme im Kaltlaufverhalten, denn entweder dreht der Twin mit Choke 2000/min oder bleibt einfach stehen. Mittlerweile konnte meine Werkstatt das Problem allerdings etwas abmildern. Als problematisch hat sich bei meiner W 650 auch die Königswelle erwiesen, die wegen mahlender und schwirrender Geräusche mehrfach nachjustiert werden musste. Als weiteren Mangel sehe ich die Verarbeitung der Auspuffanlage an, die nach der Verchromung noch Schweißnähte erhält, die dann einfach übergepinselt werden und dem Rost Angriffsfläche bieten. Auch würde ich mir einen niedrigeren Lenker und eine komfortablere Sitzbank wünschen, ansonsten bin ich zufrieden, besonders mit Motorleistung und Fahreigenschaften.Helmut Fritsch, DarmstadtHabe die W im Februar 2000 gekauft und bin bisher 9000 Kilomter ohne jeglich Probleme gefahren. Den zu hohen Lenker habe ich gegen einen LSL-Superbike-Lenker getauscht, was eine viel fahraktivere Körperhaltung und eine angenehme Sitzposition ermöglicht. Außerdem nimmt eine kleine Scheibe (von Polo) den Winddruck bei hohen Geschwindigkeiten und senkt den Spritverbrauch (Schnitt 4,5 Liter). Einziges Manko neben der schlecht zu dosierenden Kupplung ist leichtes Shimmy, das kurz vor dem Erreichen der Mindestprofiltiefe auftritt. Ansonsten ein »Traum-Bike«, bei dem fahrerisch viel mehr geht, als ihm Außenstehende zutrauen.Paul Stolle, BickenbachMeine im Juni 1999 zugelassene W 650 blieb auf 5000 Kilometern nur einmal stehen, weil der Benzinhahn in Normalstellung den gesamten Sprit an die Vergaser geliefert hatte. Normalerweise liegt der Verbrauch übrigens zwischen fünf und 6,6 Litern. Mit dem Apehanger-Lenker fängt sie bei 130 an zu pendeln, ab Tacho 170 braucht man die ganze Fahrbahn für sich allein. Nach diversen Versuchen habe ich jetzt einen 700 Millimeter breiten M-Lenker für mich als ideal gefunden. Die zu weiche Vorderradgabel verbesserte ich durch Technoflex-Federn, die schlecht zu dosierende Bremse mit einer Spiegler-Leitung. Insgesamt ist die W 650 für mich als Wiedereinsteiger das ideale Motorrad, das mich auch sehr an seine Vorgängerin, eine Imperator (mit Tele) erinnert.Winfried Junkers, Wellheim

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