Lesererfahrungen

Das Konzept gefällt, doch etliche Leser hatten mit ihrer Freewind ähnliche Sorgen wie die Redaktion: Öl rund um den Zylinderkopf, defekter Scheinwerfer und - den Seitenständer

Bei der Suche nach einer NX 250-Nachfolgerin blieben am Schluß die F 650 und die Freewind übrig. Vergleichstest-Ergebnisse und das fetzige Aussehen gaben den Ausschlag für die Suzuki. Seit Ende Juli fahre ich nun diese Maschine, bei meiner Größe von 1,65 Meter bot sich an, sie gleich tiefer zu legen. Die Sitzposition ist für mich auch auf längeren Etappen optimal, die Sitzbank ist gut gepolstert, der Windschutz ist für mich gut. An das digitale Instrument habe ich mich schnell gewöhnt, vermisse allerdings eine Temperaturanzeige.Ich habe auf dem Motorrad nie ein unsicheres Gefühl, es ist leicht zu beherrschen, hat einen prima Geradeauslauf und dreht in Kurven exakte und ruhige Radien. Begeistert bin ich von der starken Voderradbremse. Die Federung reicht aus, Durchschlagen hat es bei mir noch nicht gegeben. Echt nervig war nur der zu lange Seitenständer, der stets ein Vorkommando nötig machte, das den richtigen Parkplatz finden mußte. Trotzdem warf böiger Seitenwind die ganze Fuhre einmal um - die beschädigten Teile wurden auf Kulanz ersetzt. Mittlerweile hat meine Freewind einen Hauptständer, der Seitenständer wurde passend zurechtgebogen.Sunhild Adolph, 66787 WadgassenAm 30. März 1998 kaufte ich mir eine Freewind. Am 26. Mai, bei Kilometerstand 2027, mußte das Motorrad wegen Ölverlust am Zylinder in die Werkstatt und wurde dort abgedichtet. Drei Wochen später, bei 3600 km, wieder Ölverlust. Wieder Werkstatt, wieder abgedichtet. Bei 5312 Kilometern stellte sich das Problem erneut, nun wurden ein neuer Kolber und Zylinder eingebaut. Das Motorrad schaffte es danach bis 7431 km und mußte erneut in die Werkstatt. Damals erfuhr ich, daß andere Kunden denselben Ärger mit ihrer Freewind hatten. Ich bekam - laut Verkäufer - überarbeitete Teile. Zylinder, Zylinderkopf und Kolben wurden getauscht. Weil ich der Sache nicht traute, schrieb ich einen Brief an Suzuki mit der Bitte um Aufklärung. Auf eine Antwort warte ich bis heute.Joachim Härig@t-online.deIch habe meine Freewind im März 1997 gekauft, Kilometerstand jetzt 25000. Sie wurde im Lauf des Jahres meinem Geschmack angepaßt: MRA-Winschild (bringt nichts, selbst bei meiner Größe von 1,70 Meter), stärker gekröpfter Lenker, durchgehend hoch gepolsterte Sitzbank für freie Platzwahl, Faltenbälge. Die häßlichen schwarzen Felgen wurden gegen blanke, zwei Zoll kleinere Akront-Felgen mit dickeren Reifen getauscht. Bringt vom Fahrverhalten zwar auch nix, gefällt mir aber viel besser. Wen es stört, daß der Dreck bis in den Kühler fliegt, derkaufe sich im Zubehörhandel ein Plastikschutzblech, säge das vordere Ende ab und schraube oder niete den Rest auf den vorderen Kotflügelstummel.Ansonsten zeigt meine XF die scheinbar üblichen Schwächen: Der Scheinwerfer fing an zu verstauben. Ich habe den Reflektor jetzt mit Moosgummi-Stückchen fixiert, um die Vibrationen abzuhalten. Bei Kilometerstand 10000 trat an der linken vorderen Zylinderkopf-Schraube und am Kopfdeckel Öl aus. Die Schraube ließ sich fast eine Umdrehung festziehen, und daß die Kopfdichtung gehalten hat, war wohl Glücksache. Den Deckel habe ich abgedichtet, seitdem ist Ruhe.Fredy Falbe, 10629 BerlinNoch vor der 1000-Kilometer-Inspektion kam es an meiner Freewind zu Ölaustritt am Zylinderkopf und am Ölfilter. Nach der Inspektion waren diese Probleme erstmal behoben. Doch dann, bei Kilometrstand 1448 an einem schönen Sonntag, stand ich vor einer roten Ampel plötzlich in einer Wolke von blauem Rauch. Wie sich in der Werkstatt herausstellte, trat Öl am Ventildeckel aus und lief auf den Auspuff. Die nächsten 1000 Kilometer verliefen ruhig, bis dann bei Kilometer 2500 der Scheinwerrfer defekt war. In der Werkstatt hieß es, dies sei schon öfter vorgekommen. Der Scheinwerfer wurde kostenlos gewechselt.Ingo Setzer, 57078 SiegenIch habe meine XF im März 1997 gekauft und bin bis jetzt über 30000 Kilometer gefahren. Nach 2500 Kilometern bemerkte ich einen Ölfilm auf dem Zylinderkopf. Bei der 6000-Kilometer-Inspektion wurden lediglich die Kopfschrauben nachgezogen, was auch vorübergehend half. Bei der 12000er Inspektion erneuerte dann ein anderer Händler endlich die Zylinderkopfdichtmasse, jedoch nicht auf Garantie. Die Sitzbank war schon nach 3000 Kilometern völlig durchgesessen, Garantieanträge wurden von zwei Händlern abgelehnt. Ein Polsterer half für 70 Mark weiter. Der Benzinverbrauch lag bei knapp über fünf Litern, der erste Satz Reifen hielt 14000 Kilometer, der zweite jetzt schon 16000. Ein neuer Kettensatz war bei 22000 Kilometern fällig, neue Bremsbeläge wurden bei 30000 montiert. Fazit: ein handliches, vielseitiges und preisgünstiges Bike.Maik Rüter, 50334 HürthMeine Freewind, Baujahr 1997, hat bislang 21000 Kilometer hinter sich. Größere Schäden traten nicht auf. Bei 19000 Kilometern war allerdings der Scheinwerfer von feinem Staub vernebelt und wurde getauscht. Das Sahnestück des Motorrads ist sein bärenstarker Motor, der seine Leistung ohne größere Gewaltausbrüche abgibt. Mangelhaft dagegen ist das viel zu weiche Fahrwerk. Die Gabel schlug schon bei normalem Bremsen voll durch. Abhilfe brachten Wirth-Gabelfedern, welche gut ansprechen, aber selbst, wenn das Hinterrad abhebt, nicht auf Block gehen. Das hintere Federbein kann im Solobetrieb gerade so mithalten, aber auch nur, wenn die Feder ganz vorgespannt ist. Mit Sozius ist’s dann aber ganz vorbei. Etwas mehr Progressivität brachten um fünf Millimeter kürzere Zugstreben am Umlenkhebel, und so verschwand auch das gelegentliche Aufsetzen der Fußrasten.Jörg Stahr, 90574 Roßtal

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