Lesererfahrungen

Die Leserzuschriften bestätigen im wesentlichen die Erfahrungen der Redaktion mit der Langstreckentest-ER-5. Allen Besitzern gemeinsam ist die Zufriedenheit mit der kleinen Kawasaki, die sie jederzeit wieder kaufen würden.

Meine ER-5 habe ich im März 1997 gekauft. Inzwischen bin ich etwa 10000 Kilometer ohne technische Defekte gefahren. Der Motor ist robust, schüttelt aber vor allem im kalten Zustand, was schon zwei Lämpchen des Drehzahlmessers kostete. Die Bremsen sind ohne Biß, im Druckpunkt ungenau, die Telegabel ist zu weich. Kein Renn-, aber ein komfortables, alltagstaugliches Tourenmotorrad. Die kurzen Serienspiegel haben ich durch solche mit kleinerem toten Winkel ersetzt, eine Louis-Tourenscheibe vermindert den Winddruck. Ich bin mit der ER-5 so zufrieden, daß ich sie wieder kaufen würde.Rohland Roth, CrailsheimAm 5. Juni 1997 startete ich mit einer ER-5 ins Motorradfahrerleben. Nach ein paar Tagen Eingewöhnung fühlte ich mich auf der Kawa wie zu Hause und freute mich am leichten Handling. Langweilig kann ich dieses Motorrad nach nunmehr 11000 Kilometern überhaupt nicht finden. Stadtfahrten: ein Genuß. Landstraßen: Spaß und Ausgelassenheit pur. Autobahn: bis 160 nichts Unangenehmes feststellbar.Leidiges Thema: die Bremsen. Nicht nur daß der Bremsweg sehr lang ist, bei Vollbremsungen windet sich die Gabel fast um sich selbst. Dies ist gerade für Anfänger unlustig. Ich hätte gern mehr bezahlt für eine ER-5 mit anständiger Bremsanlage. Trotzdem, insgesamt ein super Einsteigermotorrad.Monika Wenninger, OberhachingBis heute habe ich 12000 Kilometer mit meiner ER-5 zurückgelegt und kann nur sagen, daß die Kaufentscheidung richtig war. Ein Moped, das man nur tanken und fahren muß. Verändert habe ich die Spiegelausleger (für mich mit 1,83 Metern zu kurz), angebaut einen Five-Stars-Gepäckträger. Bei 10000 Kilometern rüstete ich auf die neuen Bridgestone BT 45 um, mit denen ich sehr zufrieden bin. Probleme gab es nur mit einem undichten Tankdeckel, der auf Garantie ausgetauscht wurde.Als Manko empfinde ich die für die Fahrleistungen zu schwachen Bremsen. Auch die häßlichen Schweißnähte müßten nicht sein, ebensowenig der rostbraune Auspuffkrümmer.Klaus Fröhlecke, HerneVor etwa einem Jahr kaufte ich mir meine ER-5, aus wirtschaftlichen Erwägungen, aber auch wegen Aussehen, Handling und der Meinung meiner Frau. Ich habe seit dieser Zeit 17000 freudige Kilometer damit zurückgelegt. Eine Windschutzscheibe (Steel Shield von Difi) und ein Koffersystem (Junior II von Hepko & Becker) machen die Maschine tourentauglicher. So starten bei voller Beladung mit Fahrer und Beifahrer 180 Kilogramm Zuladung in die Urlaubstour. Die Straßenlage ist auf kurvigen Landstraßen wie auf Autobahnen immer einwandfrei, der Motor der Last stets gewachsen. Aber die Bremsen! Solo noch okay, sind sie Belastungen am oberen Limit nicht gewachsen. Auch die hintere Federung könnte straffer sein, und der Soziusplatz ist nur für kleine Beifahrer auf Dauer geeignet.Mit den serienmäßigen Dunlop Arrowmax bin ich prinzipiell zufrieden, bei kühler Witterung lassen sie aber Wünsche offen. Enttäuscht war ich von den bereits nach 7000 Kilometern vergammelten Kabelsteckverbindungen. Insgesamt bin ich aber zufrieden und werde der Kawa noch lange die Treue halten.Hans-Jörg MeschkeAm 20 Juli 1997 erwarb ich meine ER-5 als Tageszulassung vom 30.10.96, also eines der ersten Modelle. Ich wählte die Version mit 50 PS, die mir immer genügend Durchzug und Speed beschert. Nach nunmehr 8000 Kilometern hatte ich nicht das geringste mechanische Problem. Einzig der Tank wurde zu Anfang gleich zweimal auf Garantie getauscht. Mit der Ausstattung bin ich ebenso zufrieden wie mit Benzin- und Ölverbrauch (letzterer nicht feststellbar).Leider zeigt die Bremsanlage unspektakuläre Bremsleistung. Allein mag dies gerade noch ausreichen, im Zweipersonenbetrieb ist die Bremse gänzlich überfordert. Auch verwindet sich die schlappe Gabel mit ihren mickrigen Standrohren beim scharfen Anbremsen deutlich.Als erstes habe ich die Gabelfedern gegen solche von White Power ausgetauscht. Seitdem spricht sie feinfühliger an und taucht auch nicht mehr so tief ein. Um das Verwinden zu reduzieren, montierte ich einen Alu-Gabelstablisator der Firma Kern, welcher gut aussieht und die Verwindung der Gabel auf ein Minimum reduziert. Eine echte Empfehlung. Auch empfiehlt sich die Montage von Stahlflexleitungen, womit die Bremse wesentlich gefühlvoller dosierbar wird und auch die nötige Handkraft erheblich abnimmt.Ich verbrauche im Schnitt fünf Liter Normal. Kritik: Lange Strecken steht mein Gesäß nur unter Schmerzen durch. Zusammengefaßt ein absolut vollwertiges, robustes Motorrad, bei dem sich schon mit kleinen Umbauten der Fahrspaß noch steigern läßt.Bernhard Heun, Essen

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