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BMW R 1200 R.

Neues von unseren Dauertest-Motorrädern Aktueller Zwischenstand

Der aktuelle Zwischenstand bei den 50.000-Kilometer-Dauertest-Motorrädern im Sommer 2016: Welche Defekte gab es zuletzt, wer blieb warum unterwegs liegen, und was sagen die Fahrer?

Ein mitunter frühlingshafter Winter, und dann ein Frühling, der ein gefühlter Winter war – immerhin hielten die Wetterkapriolen den Fuhrpark in den letzten Monaten auf Trab und die Kilometerzähler am Laufen. Yamaha MT-09 (MOTORRAD (11/2016) und Suzuki V-Strom 1000 (MOTORRAD 8/2016) hatten den Dauertest bereits abgeschlossen, weitere Modelle werden bis zum Herbst folgen. Und wo gehobelt wird, da fallen Späne. Auf den Fuhrpark übertragen: Wenn gefahren wird, passiert auch etwas. Hier ein aktueller Überblick über Pleiten, Pech und Pannen.

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Foto: Kristjan Ticak

BMW R 1200 R (30.000 km)

Der Wasser-Boxer bekam in Form der R eine zweite Chance, nachdem er in der GS nicht ohne Probleme über die Runden kam. Bisher läuft alles nach Plan, die BMW R 1200 R machte keine Zicken und biegt bereits auf die Zielgerade ein. Das ging schnell, weil die BMW bei den Touristen recht beliebt ist. Noch vor dem Jahreswechsel war das originale Navi getauscht worden, weil es wiederholt selbst­tätig neu startete. Im Alltag ­erwies sich die R als hart im Nehmen: Ein Sturm wehte sie vom Seitenständer, sodass sie gegen ein parkendes Auto fiel. Einige Fahrer monierten das nicht ganz perfekte Zusammenspiel von Gabel und Federbein des ESA-Fahrwerks. Jüngst war die R bei der 30.000er-Inspektion, dabei mussten die hinteren Bremsbeläge erneuert werden.

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Foto: Jörg Künstle

KTM 1290 Super Duke R (23.900 km)

Das Fahrwerk wurde auch bei der dicken KTM 1290 Super Duke R hin und wieder getadelt, das Ansprechverhalten vor allem bei höheren ­Geschwindigkeiten war ein Kritikpunkt. Außerhalb jeglicher Kritik ist der trotz immenser Power voll und ganz alltagstaugliche Motor, der seine souveräne Dominanz auf den Fahrer überträgt. Ernste Vorfälle gab es bei der großen KTM nicht. Allerdings mussten kürzlich mehrfach geringe Mengen Kühlwasser nachgefüllt werden, die Ursache fand sich wenig später in Form eines undichten Kühlers. Der wurde nun auf Garantie getauscht. Die Ursache ist nicht eindeutig, es könnte möglicherweise Steinschlag gewesen sein. Gra­vierender war dann bei Kilometerstand 23.761 der Riss der Antriebskette, als die R zu Vergleichsfahrten mit Schwester GT herhalten musste. Zugegeben, der Pflegezustand der Kette war nicht der beste. Gottlob gab es keinen Folgeschaden, die Kette wurde bei Tempo 70 auf der Landstraße einfach abgeworfen.

Foto: Rossen Gargolov

Indian Chief Vintage (24.000 km)

Der mächtige Cruiser spult tapfer seine Kilometer ab und hat nun bald die Halbzeit des Dauertests hinter sich. Im Winter gab es Kritik an der hohen Scheibe, die bei Nässe die Sicht beeinträchtigt. Der Austausch der Erstbereifung gegen Metzeler Marathon brachte erheblich mehr Grip und bessere Kontrolle, vor allem bei Kälte und Nässe. Die Satteltaschen der Indian Chief Vintage hatten sich ja bereits nach kurzer Zeit unter Sonne und Licht stark verfärbt. Das kann man sicher unter Patina laufen lassen, jedoch machte der Händler den Vorschlag, das Leder aufzubereiten. Das würde normalerweise über 500 Euro kosten. Die Frage bleibt ­natürlich, ob sich das rentiert. Auf jeden Fall ist ein Unterschied klar erkennbar.

Foto: Jacek Bilski

Suzuki GSX-S 1000 F (12.400 km)

Die Suzuki GSX-S 1000 F entpuppt sich im Dauertest als klar sportlich orientierte Maschine. Nachdem er bislang völlig problemlos lief, blieb nun plötzlich der Select-Schalter am linken Lenkerende hängen, sodass man nicht mehr durch das Bordmenü zappen konnte. MOTORRAD-Werkstattchef Gerry Wagner konnte den Schalter zwar mit Bordmitteln, sprich Kriechöl, wieder gängig machen. Trotzdem wurde die Schaltereinheit beim folgenden Service (12.000 km) vom Händler auf Garantie getauscht.

Foto: Johannes Müller

Ducati 1199 Panigale (37.800 km)

Nun die Ducati 1199 Panigale - der Kandidat, der in der ersten Hälfte seines Dauertests bereits Seiten gefüllt hat - da war eigentlich immer etwas. Und das hört offensichtlich nicht auf. Seltsamerweise riss wie bei der KTM die Antriebskette, und zwar auf der Autobahn – und auch hier ohne Folgen. Ein neuer Kettensatz war also fällig. Kollege Tobias Münchinger von „PS“ monierte eine schlecht aus­rückende Kupplung. Händler Achim Trinkner stellte beim Zerlegen fest, dass an der Druckstange zwei Dichtungen fehlten. Wahrscheinlich drang hier Schmutz ein und führte zu schlechter Funktion des Nehmerzylinders. Ob die Dichtringe von Haus aus fehlten oder bei einer Reparatur vergessen wurden, konnte nicht mehr geklärt werden. Seltsam in dem Zusammenhang, dass auch beim Pick-up-Kabel der Zündanlage vorher schon einmal fehlende O-Ringe gefunden wurden.

Foto: www.factstudio.de

Honda Africa Twin (7.500 km)

Der jüngste Neuzugang, die Honda Africa Twin, erfreut sich großer Beliebtheit bei den Tourenfahrern und sammelt Meilen im Blitztempo. Bisher gab es zwei kleinere Defekte: erstens einen Plattfuß – der vordere Schlauch verlor Luft und musste ersetzt werden. Zweitens hatte ähnlich wie bei der GSX-S 1000 der Menüschalter gelegentlich Aussetzer, ­daher soll die Schal­­tereinheit zeitnah ­getauscht werden.

Foto: www.factstudio.de

Yamaha YZF-R1 (13.650 km)

Die große Rückrufaktion mit Wechsel der Getriebewellen betraf auch die Yamaha YZF-R1 aus dem Dauertest-Fuhrpark, das wurde wie bereits gemeldet im Dezember erledigt. Seitdem läuft die Maschine zwar problem-, aber nicht völlig kritiklos. Die rupfende Kupplung wird moniert, vor allem bei kaltem Motor muss zum Anfahren sehr feinfühlig dosiert werden.

Foto: Rossen Gargolov

MV Agusta Turismo Veloce 800 (15.150 km)

Die Italiener sind zurzeit in wirtschaftlichen Schwierigkeiten, daher muss die MV Agusta Turismo Veloce 800 die Fahne hochhalten. Vor Weihnachten wurde die schwäch­liche Batterie getauscht, Ursache für diverse Elektronikprobleme. Zwei Wochen verbrachte die MV unlängst beim Händler, weil keine Ölfilter lieferbar waren. Schließlich wurde der Ölwechsel ohne Tausch des Filters erledigt, das muss zwangsläufig später nachgeholt werden.

Foto: Rossen Gargolov

Yamaha MT-07 (36.100 km)

Läuft und läuft. Die kleine Yamaha MT-07 macht keinerlei Scherereien. Dass der Reifen eine Schraube einfing und erneuert werden musste, ist der MT sicher nicht anzulasten. Auf ­Garantie wurde zudem das von Beginn an sehr lasche Federbein ersetzt.

Foto: Jörg Künstle

Harley-Davidson Sportster XL 1200 CA (18.230 km)

Schon im Januar wirkte die Batterie der Harley-Davidson Sportster XL 1200 CA mitunter schwächlich. Anfang Mai brach die Elektrik dann vollends zusammen, die Sportster verweigerte morgens komplett den Dienst. Als Ursache stellte sich bei näherer Überprüfung in der Werkstatt eine defekte Lichtmaschine heraus. Nach dem Tausch des Stators läuft die Harley wieder, sodass demnächst verschiedene Federbeine für die Zwischenbilanz ausprobiert werden können. Für die kaum dämpfende Gabel, die auf holprigem Terrain zum Stuckern neigt und bei derberen Bodenwellen zum Durchschlagen, wird noch eine Lösung gesucht.

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