Scheibchenweise: Neue Bremsen braucht das Land

»Bremsen sind schlecht«. »Bremse hat keinen vernünftigen Druckpunkt, erfordert enorme Handkräfte und bremst nur mit Verzögerung - insgesamt also sehr schlecht zu kontrollieren«. Die Eintragungen im Dauertest-Fahrtenbuch machten deutlich: Hier mußte dringend was passieren. Die Lösung bot sich in Form eines Umbausatzes der Firma Spiegler (Telefon 0761/611340) an. Hier kostet eine gelochte Guß-Bremsscheibe samt Ferodo-Belägen 199 Mark, die innenbelüftete Yamaha-Stahlscheibe dagegen 275 Mark, die entsprechenden Beläge weitere 55 Mark pro Scheibe. Eine erhebliche Ersparnis also. Wenn schon, denn schon: Um hoffentlich endlich einen vernünftigen Druckpunkt zu erzielen, wurde bei Spiegler zusätzlich ein Stahlflex-Bremsleitungskit bestellt, Preis: 239 Mark. Zu diesen Kosten müssen noch rund 50 Mark für die Montage-Begutachtung durch einen Sachverständigen von TÜV oder DEKRA sowie rund 20 Mark für die Eintragung in die Papiere addiert werden.Die Montage gestaltete sich problemlos, alles paßte einwandfrei. Doch Achtung: Wer sich nicht zu den fortgeschrittenen Schraubern zählen kann, sollte Arbeiten an der Bremsanlage vorsichtshalber der Fachwerkstatt überlassen.Und das Ergebnis des Umbaus? Nach dem Einfahren der Bremse fand sich endlich der ersehnte, klar fühlbare Druckpunkt. Die Handkräfte sind zwar immer noch unzeitgemäß hoch, dafür hat sich die Bremsleistung etwas verbessert. Diese Verbesserung ist jedoch nur für diejenigen spürbar, die das Motorrad noch mit der alten Bremse kannten.Ansonsten ist die Kritik an der XJ-Bremse auch nach dem Umbau nicht verstummt. Einem Vergleich mit modernen Motorräderern kann die XJ nicht standhalten, denn auch im Bremsenbau hat sich in den letzten elf Jahren eine Menge getan.Jetzt hilft wohl nur noch eine Totaloperation: Austausch der kompletten Gabel samt Bremsanlage gegen ein Pendant aus einem moderneren Motorrad.

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