Schonungslose Härteprüfung: Der MOTORRAD-Dauertest

Foto: Künstle
Das Thema Langstreckentest hat in MOTORRAD eine lange Tradition. Beließ man es zunächst bei vereinzelten speziellen Härtetests, begann die testmannschaft bereits in den Siebzigern, die Haltbarkeit über 25000 Kilometer systematisch zu überprüfen. Mitte der Achtziger, als das Material allmählich besser wurde, mussten die Testmaschinen auf 40000 Kilometern ihre Zuverlässigkeit beweisen. Seit 1991 sind 50000 Kilometer Pflicht. BMWs K1 war die erste Maschine, welche die noch heute aktuelle Distanz zuücklegte. Insgesamt 114 Motorräder hat MOTORRAD in den letzten zwei Jahrzehnten im Dauertest auf Herz und Nieren geprüft, dabei haben die Tester mehr als 5300000 Kilometer zurückgelegt.

Mehr oder weniger große Zwischenfälle und Vorkommnisse gab es immer wieder, wobei die Zuverlässigkeit im Großen und Ganzen bereits in früheren Jahren schon recht ordentlich war. Einzelne Modelle schickte MOTORRAD daher sogar in eine Verlängerung: Honda ST 1100 Pan European, Yamaha XJ 900 S Diversion und FJR 1300 A sowie die BMW K 1200 RS absolvierten einen 100000-Kilometer-Marathon,den alle ohne größere Reparaturen überstanden. Hin und wieder kam es allerdings auch zu gravierenden Schäden innerhalb der üblichen Distanz. Suzukis XF 650 Freewind, die VX 800 wie auch die Hayabusa mussten wegen Defekten im Zylinderkopf den Dauertest vorzeitig beenden. Yamahas Zweitakt-Rakete TZR 250 erhielt zweimal einen Satz neuer Zylinder und Kolben, an der Ducati ST4 gaben Kipp- und Schlepphebel den Geist auf. Außerdem blieb ein Getriebeschaden an der Kawasaki ZX-12R nicht ohne Folgen: Nach 44212 Kilometern wurde der Langstreckentest 2001 abgebrochen. Noch härter hatte es 1994 BMW mit der R 1100 RS getroffen. Nach diversen kleineren Gebrechen endete der Langstreckentest mit einem kapitalen Motorschaden. Nach gut 27000 Kilometern mussten die Münchener das komplette Motorrad austauschen.

Tendenziell ging die Zahl gravierender Schäden in den letzten Jahren jedoch zurück. Ausnahmen bildeten einzelne eher exotische Maschinen, namentlich MV Agusta F4 1000 S und Hyosung GT 125 R, bei denen ernsthafte Motorschäden zu vermelden waren. Ansonsten bewiesen die Maschinen, ob in Italien, Japan oder in den USA gefertigt, zuletzt einen hohen Qualitätsstandard. Umso überraschender der Kollaps bei den drei aktuellen Zweizylindern.

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