Triumph im Internet

Hat der Motorradtreffpunkt ausgedient? Finden sich Windgesichter und Fahrensleute heute nicht mehr auf der Gass’, sondern nur noch im virtuellen Raum des Internets? Nein. Denn im Netz kann man zwar flugs (und flüchtig) Kontakt finden, aber Motorradfahren, Schrauben, Basteln und Quatschen geht eben nur auf der Gass’. Aus diesem Grund treibt es auch die Kenner, Könner und Gönner der informativen und nett gemachten T5net.de-Seite dorthin (www.T5net.de).
Damit die Dauertest-Daytona 675 auch mal ein paar artverwandte Maschinen zu sehen bekam und sich ihr Reiter über die Stärken und wenigen Schwächen austauschen konnte, wurde die 675er zu den Southern Days of Speed angemeldet. Eine Veranstaltung, die adrenalinförderndes Renn-streckenrasen mit genussvollen Tourenfahrten und dem noch genüsslicheren Verschlingen badischer Spezialitäten in fester wie flüssiger Form ver-bindet. Das Ganze organisiert und auf die Beine gestellt, um Triumph-Fahrer und Freunde der Marke für fünf Tage aus dem Haus und aus den Reserven zu locken. Ganz vorne dabei: GerT alias Gerd Jurkurat und Hansjörg »Shetter« Bühler, der mit Listen und Papieren bewaffnet im Stil eines Verkehrspolizisten das scheinbare Chaos erfolgreich dirigierte.
Den leider patschnassen Ausfahrten mit Station im vorzüglichen Motorradgasthof Engel im idyllischen Vordersimonswald im Südschwarzwald folgte bei Dannhof-Motorsport der Tag des Donners und der Abrechnung gedemütigter Hergebrannter und ihren vermeintlichen Her-brennern auf dem Rhein-Ring nahe Freiburg. Ein im Vorfeld als martialisch angesetztes Gemetzel, das, wie so oft, in einem eher harmlosen Hinterherfahren endete. Egal, endlich freier Galopp für die Triumph-Meute und Dauertest-Daytona, die sich mit ihren 675er-Schwestern balgte, voller stolz eine Yamaha R6 niederrang und auch die Herren großer Hubräume durch zackige Manöver nicht aus den Augen verlor. Was letztlich keine Rolle spielte, weil beim T5net.de die Lust an der flotten Kradsause wichtiger ist als allzu ehrgeiziges Gerangel, bei dem mitunter leider auch englische Triples im Upside-down-Verfahren einer bleibenden Kaltverformung unterzogen wurden. Ein Zustand, der dem Dauertest-Exemplar erspart blieb, weshalb die restlichen 25000 Kilometer – hoffentlich – problem- und unfallfrei abgespult werden können.

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