Umrüstung BMW F 800 S/ST Klong-Therapie

Es waren offene Worte zur F 800, die Dr. Christian Landerl, Leiter Projekte Reihenmotoren bei BMW, in einem Interview mit MOTORRAD fand. »Wahrscheinlich haben wir bei internen Test- und Versuchsfahrten jene Fahrsituationen, bei denen Sie Kritik am Lastwechselverhalten und der Schaltbarkeit übten, nicht mit der nötigen Sensibilität durchfahren.« Die Kritik sei berechtigt, räumte Landerl offen ein (siehe auch Heft 1/2007). Stein des Anstoßes waren die von MOTORRAD monierten äußerst geräuschvollen Gangwechsel und die recht ruppigen astwechselreaktionen des im vergangenen Jahr neu erschienen BMW-Reihenzweizylinders. Den Grund des Übels machten die Münchener Ingenieure im Missverhältnis zwischen der geringen Motorschwungmasse und der vergleichsweise großen Drehmasse im Sekundärantrieb aus und ergriffen folgende Maßnahmen:
Eine kleine Reibscheibe in der Kupplung, welche die Getriebeeingangswelle beim Schaltvorgang zu stark abbremste, wurde gegen einen Distanzring ausgetauscht. Außerdem ersetzt eine mit vier Ruckdämpfern ausgestatte zweiteilige vordere Riemenscheibe das bislang starre Originalteil. Das Ergebnis, das MOTORRAD bereits vorab auf einer modifizierten F 800 testen konnte, überzeugte auf der ganzen Linie.
Nun erhielt neben allen bereits ausgelieferten F 800 auch die Dauertest-Maschine von MOTORRAD (aktueller Kilometerstand: 22700) eine kostenlose Umrüstung beim BMW-Händler. Der Antriebsstrang verhält sich seitdem wie verwandelt. Das bislang oft als Klong-Körper titulierte Getriebe lässt sich mittlerweile nahezu geräuschlos schalten, die harten Lastwechselreaktionen sind spürbar gedämpft. Auch der Schlag beim Einlegen des ersten Gangs ist so gut wie verschwunden. pm

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