Verschleiß im Detail 100 Stunden und die Folgen

Soviel vorweg: Daß die Yamaha ein Jahr Moto Cross absolut klaglos überstand, ist beachtlich - Hut ab. Allerdings waren die Spuren des harten Einsatzes gegen Ende des Tests weder zu übersehen noch zu überhören. Noch im Herbst 1998, also bei etwa 80 Betriebsstunden, wirkte der Yamaha-Antrieb taufrisch, kein Klappern, keine auffälligen Laufgeräusche. Im Lauf des Winters gebärdete sich der Oldie zunehmend rauher. Die Leistung war jedoch noch top, mit knapp 50 PS hatte die Dauertest-YZ gegenüber der Anfangsmessung sogar 2 PS zugelegt. Das Innenleben präsentierte sich nach dem Zerlegen optisch und meßtechnisch durchweg in Topzustand. Am Zylindekopf gibt es rein gar nichts auszusetzen. Ventile, Sitze, Nockenwellen, Lager - alles fast wie neu. Die Stahlscheiben der Kupplung sind angelaufen, aber erstaunlicherweise handelt es sich immer noch um den ersten Scheibensatz. Auch der Zylinder zeigte sich nahezu unbeeindruckt: kein meßbarer Verschleiß, nur minimale Spuren. Der Kolben sieht gut aus, braucht aber neue Ringe. Die Geräuschquelle dürfte die renovierungsbedürftige Kurbelwelle gewesen sein, hier ist ein neues Pleuel nebst Hubzapfen und Kolbenbolzen dringend fällig. Bei den Freßspuren am oberen Pleuellager kommen zwei Dinge zusammen: Das Lager wird wegen des extrem kurzen Pleuels stark belastet, und der Bolzen läuft direkt im Stahl des aufgebohrten Pleuels, auf eine Bronze-Lagerbuchse wurde verzichtet. Vielleicht würde eine solide Buchse dem Motor dann endgültig einen Hauch ewigen Lebens schenken.

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