Zubehör im Test

Dick wie ein Telefonbuch ist Harleys Zubehörkatalog: ganze 868 Seiten stark. Sitzbänke, Lenker, Koffer, verchromte Schrauben, Deckelchen und Unmengen von Zierrat ist darin zu finden. MOTORRAD hat herausgesucht, was zum Touren für die Road King wichtig ist – und es ausprobiert.

Foto: Künstle
Heizgriffe
Ganzjahres- und Tourenfahrer sollten sich eine Griffheizung gönnen. Die Harley-Heizung ist am linken Lenkerende in sechs fein abgestuften Einstellungen regulierbar und hält auch extrem niedrigen Temperaturen die Hände zuverlässig warm. Der Anbau ist nicht ganz einfach und sollte deshalb besser in einer Fachwerkstatt vorgenommen werden. Zum Preis der Heizgriffe von rund 360 Euro addieren sich dann noch die Kosten für zwei Arbeitsstunden.

Lenker
Modell Road King:
Der zurückverlegte, höhere Road-King-Lenker vermittelt eine völlig andere, fast aufrechte Haltung. Durch die geringere Breite reagiert die Road King weniger störanfällig auf äußere Einflüsse bei höherem Tempo, erfordert beim Einlenken allerdings deutlich mehr Kraft. Mit dem notwendigen Schalterkabel-Verlängerungskit kostet der Lenker gut 360 Euro.

Modell Fat:
Wer sich beim Original-Lenker zu sehr nach den Bedienelementen strecken muss, für den ist der Fat-Lenker eine gute Alter-native. Bei gleicher Breite und Höhe wie das Original reicht er weiter in Richtung Fahrer. Gas- und Kupplungszug aus Stahl-gewebe (Diamondback) verschönern das Gesamtbild, verteuern den Lenkerumbau (280 Euro) aber um weitere 330 Euro.

Modell Beach Bar:
Der ausladende Beach-Bar-Lenker vermittelt ein ganz besonders lässiges Harley-Feeling. Nachteil: Die Geradeauslaufstabilität leidet spürbar unter dem breiten Lenker, beim Wenden und Rangieren muss der Fahrer die Arme ganz schön strecken. Auch beim Beach-Bar-Lenker müssen der Schalterkabel-Verlängerungskit und eine Bremsleitung mitbestellt werden. Preis: rund 570 Euro.

Gepäck
Gepäckreling:
Die verchromten Nostalgiebügel auf den Kofferdeckeln sehen nicht nur schön aus, sondern sind auch zweckmäßig. Auf ihnen lassen sich nämlich ganz prima sperrige Dinge wie Isomatten oder Zelte, die einfach nicht in die serien-mäßigen, allzu schmalen Koffer hineinpassen, aufgrund der Doppelreling und Stege sicher und fest verzurren. Außerdem schonen die Bügel die Lackober-fläche, wenn man mal etwas quer über die Sitzbank spannen will. Ihre Anschaffung ist allerdings nicht ganz billig. Rund 210 Euro kostet das Paar.

Sissybar mit abnehmbaren Gepäckträger:
Harleys Gepäckträgersystem ist wirklich clever. Durch einen speziellen Befestigungskit, der immer am Motorrad verbleibt, lässt sich der Gepäckträger durch Lösen einer Arretierung mit wenigen Handgriffen entfernen, wenn er nicht gebraucht wird oder etwa durch ein Topcase ersetzt werden soll. Kit und Träger kosten rund 365 Euro. Wer gern zu zweit unterwegs ist, sollte seinem Beifahrer noch eine Sissybar gönnen, damit er sich auf der nach hinten leicht abfallenden Sitzbank besser abstützen kann. Ebenfalls abnehmbare Bügel inklusive Polster (muss man extra bestellen) kosten nochmals rund 364 Euro.

Topcase:
Das flache, in der Breite aber ausladende, seitlich zu öffnende Topcase könnte locker eine Aktentasche aufnehmen und hat immerhin ein Fassungsvermögen von 46 Litern. Der Nachteil: Aufgrund der geringen Bauhöhe passt kein Integralhelm hinein. Ein entsprechend höheres Modell bietet Harley auch an. Mit dem dazugehörigen Träger lässt sich das Topcase ebenfalls in Sekundenschnelle demontieren und ist gegen Aufpreis abschließbar. Beladen beeinträchtigt es durchaus die Geradeauslaufstabilität. Gesamtkosten mit Rückenlehne und Träger: happige 1250 Euro.

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