Zubehör im Test

Der Zubehörmarkt rund um die populärsten BMW-Modelle boomt, und davon profitieren neben BMW vor allem die altbekannten Anbieter Wüdo (Telefon 02301/91880, www.wuedo.de), Wunderlich (Telefon 02642/97980, www.wunderlich.de) und Fallert (Telefon 07841/62050, www.fallert.com). MOTORRAD probierte hauptsächlich Teile aus, die häufig geäußerte Verbesserungswünsche erfüllen sollen. Thema Windschutz: Die kleine Scheibe von BMW (158 Euro) bringt schon erstaunlich viel, vor allem eine klare Anströmung des Oberkörpers. Noch mal deutlich weniger Winddruck – und praktisch keinen Sog – muss erdulden, wer das zweiteilige Windschild von Wunderlich (1) montiert. Neigung und Höhe lassen sich auf die Fahrerlänge einstellen. Ebenfalls gute Funktionalität bieten die Scheiben aus dem Wüdo-Programm (2), die sich genauso schnell, aber noch stabiler befestigen lassen. Allerdings nimmt selbst die höhere ganz Lange nicht komplett in Schutz. Sehr anständig stemmt sich die Fallert-Verkleidung (3) in den Wind, erst ab 150 km/h klagen größere Fahrer über laute Turbulenzen vor dem Helm.Weiter mit der Ergonomie. Gegen zu spitze Kniewinkel helfen tiefere Rasten. Mit dem gediegen gefertigten Tieferlegungssatz (6), den beispielsweise Wunderlich anbietet, fährt es sich auf langen Strecken deutlich entspannter. Leider sinkt die Schräglagenfreiheit stark, und weil die Füße weiter außen stehen, wird vor allem das Betätigen des Fußbremshebels erschwert. Wem der Lenker serienmäßig zu sportiv erscheint, der kann ihn unter anderem dank Wunderlich 2,5 Zentimeter höher legen (5): Manche finden das entspannter, bei anderen krampft just dann auf Dauer die Schultermuskulatur. Ebenso widersprüchlich die Meinungen zur Sitzbank von Wunderlich (4), die zwar nicht durchsitzt, aber in Normalausführung recht straff ist. Der Beifahrerplatz konnte eher gefallen, große Behaglichkeit bietet der Komfort-Soziussitz (124 Euro) von BMW, den MOTORRAD kurz nach Testbeginn auflegte. Eher als Reminiszenz an alte Tage taugen die Fußschützer (7) von Wüdo, die zwar wirkungsvoll vor Spritzwasser schützen – nur was bringt’s, im Gore-Tex-Zeitalter?Ein altbekanntes Ärgernis der Vierventil-Boxer ist das Konstantfahrruckeln. BMW hat dieses lästige Schieben und Zerren bei konstantem Gas und niedrigen Tempi im Fall der R 1150 R auf ein vertretbares Maß reduziert. Die Münchener verwenden Doppeldioden-Zündkerzen; die Iridium-Kerzen von Denso (9), vertrieben von Wunderlich, sollen mageres Gemisch noch besser entflammen. Sensible Naturen spüren tatsächlich weniger Ruckeln. Deutlicheres Lob fahren die Federbeine – vorn und hinten – von White Power (8) ein, mit denen das Fahrwerk unter einem Solisten wirklich zu schweben scheint. So sensibel das Ansprechen, so ungerührt das Einfedern auf derben Wellen. Steigt ein Sozius zu, geraten die Dämpfer jedoch in den Highspeed-Bereich, und der scheint klar für Extrem-Belastungen ausgelegt. Er ist recht hart, da überholen die serienmäßigen und bei weitem nicht so hochwertigen Federbeine und gewinnen die Komfortwertung.Ganz zum Schluss noch ein lobender Satz für den BMW-Tankrucksack (10), der sich – bei passablem Volumen und solider Ausführung – vor allem dank seines pfiffigen Montage-Verschlusses beliebt macht. Klick, ganz einfach. Und wem er zu klein ist, der legt den guten alten Elefantenboy auf. Hat noch zu jeder Gummikuh gepasst.

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